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Krypto-Börsen: Warum sie jetzt auch traditionelle Finanzwerte anbieten

Schlüsselpunkte

Krypto-Börsen erweitern ihr Angebot zunehmend um traditionelle Werte wie Gold und Aktien. Der Wandel basiert auf Nutzerwunsch nach vereinter Plattform, technischer Infrastruktur und makroökonomischen Trends. Risiken bleiben bestehen.

Die Trennung zwischen Krypto und traditioneller Finanzwelt wird immer durchlässiger. Führende Krypto-Börsen bieten inzwischen nicht mehr nur Bitcoin und Altcoins an, sondern auch Gold, Silber, Aktien und Rohstoffe. Dadurch werden Kryptoplattformen zunehmend zu Multi-Asset-Handelszentren.

Dies ist keine kurzfristige Produktentscheidung, sondern spiegelt einen grundlegenden Wandel in der Nutzung moderner Handelsinfrastrukturen sowie der Erwartungen von Tradern an eine zentrale Plattform wider.

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Die Konvergenz nimmt Gestalt an

Lange Zeit agierten Krypto und traditionelle Finanzwelt parallel. Krypto-Trader nutzten Börsen, Aktienanleger Broker und für Rohstoffe waren wiederum andere Plattformen nötig, jeweils mit eigenen Regeln, Handelszeiten und Systemen.

Doch diese Trennung schwindet.

Anfang 2026 führten mehrere große Krypto-Börsen Futures auf Edelmetalle ein, während andere erste tokenisierte Aktienprodukte testeten. Der Trend ist eindeutig: Plattformen, die ursprünglich für digitale Assets entwickelt wurden, erweitern ihr Angebot um traditionelle Märkte.

Das Weltwirtschaftsforum hat festgestellt, dass 2026 die Konvergenz zwischen TradFi und DeFi zunimmt. Während traditionelle Institute sich an digitalen Assets versuchen, expandieren Kryptoplattformen in die entgegengesetzte Richtung.

Insgesamt verändern diese Entwicklungen die Bedeutung des Begriffs „Börse“ grundlegend.

Warum jetzt? Drei Faktoren hinter der Expansion

  1. Nutzerwunsch nach vereintem Zugang

Trader möchten zunehmend verschiedene Assetklassen handeln, ohne mehrere Plattformen zu managen. Ein Krypto-Trader mit Interesse an Gold möchte kein zusätzliches Brokerage-Konto eröffnen. Umgekehrt will ein Aktienanleger, der Bitcoin handeln möchte, kein völlig neues System erlernen.

Die Nachfrage ist klar: eine Oberfläche, ein Guthaben, ein Set an Tools für unterschiedliche Märkte.

Kryptobörsen sind dafür prädestiniert. Ihre Infrastruktur unterstützt bereits 24/7-Handel, Hebel und sofortige Abwicklung. Die Integration traditioneller Werte ist ein logischer nächster Schritt.

Dabei sollen Broker nicht ersetzt, sondern die Nutzererfahrung für Kunden, die bereits auf Kryptobörsen aktiv sind, verbessert werden. Bei Phemex etwa können Trader TradFi-Futures mit demselben USDT-Guthaben handeln wie Kryptowährungen, ohne Mittel zu transferieren oder neue Konten anzulegen.

  1. Infrastruktur mehrfach nutzen

Der Aufbau einer Kryptobörse erfordert erhebliche Investitionen. Matching Engines und Margin-Systeme, Custody-Lösungen, Compliance-Prozesse und Benutzeroberflächen benötigen Jahre der Entwicklung.

Diese Infrastruktur ist im Wesentlichen asset-unabhängig.

Eine Perpetual-Futures-Engine, die für Bitcoin konzipiert wurde, kann auch Gold oder Aktien effizient abbilden. Auch das Marginsystem lässt sich für verschiedene Anlageklassen nutzen. Der technische Aufwand zur Integration traditioneller Werte ist deutlich geringer als der Aufbau einer neuen Handelsplattform.

Deshalb bieten Kryptobörsen oft schneller längere Handelszeiten oder gar 24/7-Zugang zu traditionellen Märkten als klassische Broker – die technische Basis ist bereits vorhanden.

Gleichzeitig ist die Tokenisierung realer Werte auf etwa 19 Milliarden US-Dollar gewachsen, vor allem durch tokenisierte Staatsanleihen und Geldmarktfonds. Die zugrundeliegenden Systeme bewegen sich zunehmend an der Schnittstelle von Krypto und traditioneller Finanzwelt.

  1. Einnahmen diversifizieren

Kryptomärkte unterliegen Zyklen. Handelsvolumina steigen bei positiver Marktstimmung stark an und fallen in Abschwungphasen häufig deutlich. Börsen, die sich ausschließlich auf Kryptoaktivitäten stützen, erleben diese Volatilität auch bei ihren Umsätzen.

Traditionelle Assets verhalten sich oft anders.

Gold performt häufig in unsicheren Zeiten gut. Aktienmärkte zeigen meist stabilere Volumina. Rohstoffe folgen anderen Zyklen und sind oft wenig mit Krypto korreliert. Das Angebot verschiedener Anlageklassen hilft Krypto-Börsen, Aktivitäten über Marktzyklen hinweg auszugleichen.

Das zeigt sich schon: In den ersten Wochen 2026 machten Edelmetall-Derivate einen nennenswerten Anteil am Futures-Volumen auf Plattformen aus, die sie eingeführt haben.

Das große Bild: Warum traditionelle Werte jetzt?

Die Ausweitung auf TradFi-Assets erfolgt vor dem Hintergrund makroökonomischer Veränderungen.

Gold im Aufwind

Gold startete 2026 nahe einem Allzeithoch. 2025 stieg der Goldpreis um rund 67 %, Silber legte sogar um mehr als 150 % zu – beide schnitten damit besser ab als Bitcoin im gleichen Zeitraum.

Geopolitische Unsicherheiten, Währungsfragen und Inflationsängste haben das Interesse an Edelmetallen neu geweckt. Krypto-Trader, die oft alternative Wertspeicher suchen, sind eine naheliegende Zielgruppe.

Mit Gold-Futures auf Kryptoplattformen können Börsen diese Nachfrage bedienen, ohne dass Nutzer das Ökosystem verlassen müssen. Auf Phemex etwa werden Gold- und Silber-Futures in USDT abgewickelt – wie bei BTC-Futures.

Regulatorische Klarheit

Auch das regulatorische Umfeld hat sich verändert. Mit dem GENIUS Act wurde in den USA 2025 erstmals ein bundesweites Rahmenwerk für Stablecoins geschaffen. Die MiCA-Regulierung in Europa ist voll in Kraft, und Singapur sowie die VAE positionieren sich weiter als Krypto-Hubs.

Diese Klarheit begünstigt nicht nur Kryptowährungen, sondern auch regulierte Verbindungen zwischen digitalen Assets und traditioneller Finanzwelt.

Börsen, die mit klarem regulatorischem Rahmen arbeiten, können traditionelle Produkte mit mehr Sicherheit anbieten. Für Trader reduziert das Unsicherheiten im Hinblick auf die Verwaltung ihrer Positionen.

Institutionelle Integration

Traditionelle Finanzhäuser nutzen zunehmend Krypto-Infrastruktur.

JPMorgan verarbeitet inzwischen täglich über eine Milliarde US-Dollar an tokenisierten Zahlungen mit dem JPM Coin. BlackRocks tokenisierter Staatsanleihenfonds verwaltet mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar. Große Banken bereiten sich darauf vor, Bitcoin und Ether als Sicherheiten anzunehmen.

Wenn traditionelle Finanzinstitute Blockchains für die Abwicklung nutzen, können Kryptobörsen glaubwürdig auch Zugang zu traditionellen Werten schaffen.

Was bedeutet das für Trader?

Ein Guthaben, viele Märkte

Die praktischste Veränderung für Trader ist die Einfachheit: Ein einziges USDT-Guthaben kann Zugang zu Krypto, Gold, Silber und perspektivisch auch zu Aktien ermöglichen.

Dieses Modell reduziert Reibungsverluste. Kapital kann je nach Marktüberzeugung flexibel umgeschichtet werden. Das Phemex-Futures-Konto funktioniert für alle Kontraktarten.

24/7-Handel mit traditionellen Werten

Aktienmärkte haben begrenzte Handelszeiten, Rohstoffmärkte ebenso.

Kryptoplattformen sind rund um die Uhr aktiv. Werden traditionelle Werte über Krypto-Infrastruktur gehandelt, können Trader auf Ereignisse am Wochenende oder nach Börsenschluss reagieren, ohne auf die Wiedereröffnung der Märkte warten zu müssen.

Diese ständige Verfügbarkeit kann auch die Preisfindung beeinflussen, insbesondere wenn klassische Märkte geschlossen sind.

Hebelprodukte auf traditionelle Werte

Klassische Broker bieten Privatanlegern meist nur begrenzt Hebelprodukte an. Kryptobörsen sind auf gehebelten Handel ausgelegt.

Wo es die Regulierung erlaubt, sind höhere Hebel auch für traditionelle Werte möglich. Handelsstrategien aus dem Krypto-Futures-Bereich lassen sich auf Gold oder Aktienindizes anwenden.

Die Risiken bleiben bestehen: Hebelprodukte erhöhen sowohl potenzielle Gewinne als auch Verluste, unabhängig vom Basiswert.

Was ist zu beachten?

Keine Aktienbeteiligung

Das Trading mit TradFi-Futures auf Kryptobörsen bedeutet keine Aktienbeteiligung. Es gibt keine Dividenden, kein Stimmrecht und keinen Aktionärsschutz. Diese Produkte dienen der reinen Preisabbildung, nicht der langfristigen Kapitalanlage.

Für Altersvorsorge oder Dividendenerträge bleiben klassische Broker die geeignete Wahl.

Kein Ersatz für klassische Finanzdienstleistungen

Kryptobörsen versuchen nicht, Banken oder Broker zu ersetzen. Traditionelle Finanzinstitute bieten weiterhin Dienstleistungen, die Kryptoplattformen nicht abdecken können – darunter Einlagensicherung, etablierte Rechtsrahmen und die Integration in alltägliche Finanzprodukte.

Es handelt sich um eine Erweiterung, nicht um eine Ablösung.

Kein risikofreier Handel

Die Aufnahme traditioneller Werte in Krypto-Börsen eliminiert keine Risiken. Kryptobörsen unterliegen betrieblichen, regulatorischen und Marktrisiken. Der Handel mit traditionellen Werten in einem 24/7-Umfeld bringt zusätzliche Chancen und Risiken mit sich.

Trader sollten stets die gängigen Grundsätze des Risikomanagements anwenden, unabhängig vom Basiswert.

Das große Ganze: Infrastruktur wächst zusammen

Die Erweiterung von Kryptobörsen um traditionelle Werte ist Ausdruck der Konvergenz der Finanzinfrastrukturen.

Stablecoins erreichen inzwischen ähnliche Transaktionsvolumen wie große Zahlungsnetzwerke. Tokenisierte Staatsanleihen übersteigen 36 Milliarden US-Dollar. Banken bauen Krypto-Custody-Lösungen auf. Und Kryptobörsen ermöglichen Zugang zu Aktien und Rohstoffen.

Mit dieser Verschmelzung verliert die Unterscheidung zwischen Krypto- und traditioneller Finanzwelt an Bedeutung. Künftig werden Plattformen vor allem nach Ausführung, Kosten und Angebotsbreite bewertet – unabhängig vom Ursprung.

Ausblick 2026: Worauf achten?

Tokenisierte Aktien

Mehrere Börsen arbeiten an tokenisierten Aktien unter strengeren Compliance-Anforderungen als bei früheren Versuchen. Regulierung bleibt herausfordernd, das Thema entwickelt sich aber weiter.

Mit zunehmender Akzeptanz verschwimmen die Grenzen zwischen Krypto- und Aktienbörsen weiter.

Regulierung im Fokus

Regulierer beobachten diese Konvergenz aufmerksam. Jurisdiktion, Anlegerschutz und Marktintegrität stehen im Zentrum.

Börsen, die auf konforme Produktgestaltung achten, können sich schneller weiterentwickeln.

Institutionelle Teilnahme

Institutionen testen hybride Strategien, die Krypto- und traditionelle Werte auf gemeinsamer Infrastruktur verbinden.

Mit zunehmender institutioneller Beteiligung werden Plattformen mit Multi-Asset-Zugang größere Kapitalströme anziehen.

Der strukturelle Wandel

Die Erweiterung von Kryptobörsen um TradFi-Assets ist kein kurzfristiger Trend. Sie spiegelt den Nutzerwunsch nach vereintem Zugang, die Wiederverwendung bestehender Infrastruktur und makroökonomische Entwicklungen wider.

2026 wird die Konvergenz von Krypto und klassischer Finanzwelt operativ – nicht mehr nur theoretisch.

Die Infrastrukturen wachsen zusammen. Die Produkte wachsen zusammen. Die spannende Frage ist, wie schnell diese Integration weitergeht.

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Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung dar. Der Handel mit Futures und Derivaten birgt erhebliche Verlustrisiken. Bitte prüfen Sie stets Ihre persönliche Risikotoleranz.

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