Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die großen Banken im Euroraum dazu aufgerufen, ihre Investitionen in die Cybersicherheit angesichts der wachsenden Bedrohung durch von künstlicher Intelligenz gesteuerte Cyberangriffe zu erhöhen. Während einer Sitzung am 23. Mai hob Frank Elderson, Mitglied des EZB-Direktoriums, die rasanten Fortschritte bei KI-Modellen hervor, die Software-Schwachstellen schnell ausnutzen können, und forderte die Banken auf, ihre Abwehrmaßnahmen zu verstärken. Elderson betonte die Fähigkeit der KI, Software-Patches innerhalb von 30 Minuten rückzuentwickeln, was es Cyberkriminellen ermöglicht, Schwachstellen auszunutzen, bevor Sicherheitsteams reagieren können. Er nannte Modelle wie Anthropics Claude Mythos als Beispiele für KI-Werkzeuge, die Tausende von Zero-Day-Schwachstellen aufdecken können. Die EZB ermutigt europäische Banken, Informationen auszutauschen und ihre Verteidigungsmaßnahmen zu koordinieren, insbesondere angesichts ihres begrenzten Zugangs zu fortschrittlichen KI-Modellen im Vergleich zu einigen US-Banken. Die Initiative der EZB zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit zu stärken, anstatt neue regulatorische Vorgaben zu erlassen.