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CLARITY Act: Auswirkungen, Chancen und regulatorische Weichenstellung für Kryptowährungen

Schlüsselpunkte

Der CLARITY Act schafft klare Regeln für digitale Assets und die Zuständigkeit von SEC/CFTC. Die Debatte über Stablecoin-Zinsen bestimmt, ob das Gesetz Verabschiedung findet. Profiteure sind insbesondere XRP, Altcoins und institutionelle Investoren.

Das wichtigste Gesetzesvorhaben für Kryptowährungen in der US-Geschichte steckt derzeit im Senat fest – aufgrund von Uneinigkeit zwischen Banken und Kryptounternehmen über Zinserträge auf Stablecoins.

Der Digital Asset Market Clarity Act (H.R. 3633) wurde am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen durch das Repräsentantenhaus verabschiedet. Das Weiße Haus unterstützt das Vorhaben, die SEC und die CFTC haben sich auf die Umsetzung verständigt. Auch der ehemalige US-Präsident Trump bezeichnete das Gesetz als essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit der USA im Kryptosektor. Doch aktuell liegt das Gesetzesvorhaben im Ausschuss für Bankenwesen des Senats auf Eis – ausgelöst durch einen Streit um Stablecoin-Zinsen zwischen großen US-Banken (JPMorgan, Bank of America, Wells Fargo) und Kryptounternehmen (Coinbase, Circle, Ripple).

Hier erfahren Sie, was das Gesetz konkret vorsieht, was es derzeit blockiert und welche Auswirkungen unterschiedliche Szenarien auf den Markt haben könnten.

Was regelt der CLARITY Act?

Das Gesetz definiert erstmals eine klare Abgrenzung der Zuständigkeiten von SEC und CFTC für digitale Assets in den USA. Diese Trennung fehlt bislang. Die Branche agiert daher häufig unter sogenannter „Regulierung per Durchsetzung“. Dabei werden Regeln oft erst durch Gerichtsverfahren geklärt.

Der CLARITY Act sieht drei Kategorien für digitale Vermögenswerte vor:

Digitale Rohstoffe (Commodities) sind Vermögenswerte, die vorrangig der Funktion einer Blockchain dienen und nicht als Investmentvertrag strukturiert sind. Beispiele sind Bitcoin und Ethereum. Sie wären künftig vollständig der CFTC unterstellt, die erstmals die alleinige Aufsicht über deren Kassamärkte erhält.

Investment-Contract-Assets sind Token, die ursprünglich als Wertpapiere verkauft wurden, deren Netzwerk jedoch inzwischen dezentralisiert ist. Das Gesetz sieht einen Weg vor, wie diese nach Erfüllung bestimmter Kriterien („reifes Blockchain-System“) von der SEC zur CFTC wechseln können. Während der Übergangsphase bleibt der Erstvertrieb bei der SEC, der Sekundärhandel fällt unter die CFTC.

Regulierte Zahlungs-Stablecoins wie USDC und USDT verbleiben im Rahmen des bestehenden GENIUS Act, ergänzt um Vorgaben für die Interaktion mit Börsen und Intermediären.

Eine Sonderregel (Section 309) schützt Entwickler von Open-Source-DeFi-Protokollen, sofern sie keine Kontrolle über das Netzwerk ausüben: Sie müssen sich nicht als Intermediäre registrieren, was Rechtssicherheit für die Entwicklung im DeFi-Bereich schafft. So erhalten Projekte, Börsen und Token erstmals verbindliche Regeln.

Was blockiert die Verabschiedung?

Im Kern geht es um eine Frage: Banken fordern ein vollständiges Verbot von Zinserträgen auf Stablecoins, Kryptounternehmen wollen diese erhalten.

Der Hintergrund ist wirtschaftlicher Natur. Coinbase erzielte im Quartal einen Stablecoin-Umsatz von 355 Mio. USD, bei ca. 15 Mrd. USDC auf der Plattform. Bieten Kryptobörsen 4-5 % Zinsen pro Jahr, während klassische Sparkonten deutlich weniger zahlen, wechseln Kunden ihr Geld tendenziell eher auf Krypto-Plattformen. Laut einer Treasury-Studie könnten Banken bis zu 6,6 Billionen USD an Einlagen verlieren, wenn Stablecoin-Zinsen zum Mainstream werden.

Die Chronologie der Debatte der letzten Monate:

Datum Ereignis
17.07.2025 CLARITY Act passiert das Repräsentantenhaus (294-134)
12.01.2026 Entwurf des Bankenausschusses mit Zinsverbot für Stablecoins wird veröffentlicht
14.01.2026 Coinbase zieht Unterstützung zurück, bezeichnet den Entwurf als „schlechter als den Status quo“
15.01.2026 Beratungen im Senat auf unbestimmte Zeit vertagt
29.01.2026 Landwirtschaftsausschuss des Senats bringt Parallellösung voran
01.03.2026 Frist für Kompromisslösung des Weißen Hauses verstreicht ohne Einigung
03.03.2026 Trump kritisiert Banken öffentlich, warnt vor Verlagerung der Kryptobranche nach China
05.03.2026 Verband der US-Banken lehnt Kompromiss offiziell ab
10.03.2026 Neuer Kompromissversuch der Senatoren sieht Verbot von Zinsen auf inaktiven Stablecoin-Salden vor, Aktivitätsbasierte Belohnungen bleiben jedoch erlaubt

Der Kompromiss-Vorschlag: Zinsen auf „statische“ Stablecoin-Guthaben (vergleichbar mit Sparkonten) sollen verboten werden, während an Aktivitäten gekoppelte Anreize – wie Rabatte auf Handelsgebühren oder Liquiditätsprämien – weiterhin möglich sind. Ob beide Seiten diese Lösung akzeptieren, bleibt offen.

Welche Token profitieren am meisten?

BTC und ETH werden bereits als Commodities behandelt. Die formale Bestätigung durch die CFTC erhöht die Rechtssicherheit, fördert institutionelle Lösungen und ebnet den Weg für zusätzliche ETF-Produkte.

XRP dürfte am stärksten profitieren: Die Einstufung als Commodity würde den regulatorischen Druck durch die SEC seit Ende 2020 beenden und institutionellen Zugang sowie die Möglichkeit für Spot-ETFs eröffnen.

SOL, AVAX und ADA könnten nach Erreichen der Reife-Kriterien als digitale Commodities gelten. Sie hätten dann Zugang zu Spot-ETFs über den CFTC-Weg, wie bei Bitcoin und Ethereum. Asset Manager haben bereits Interesse signalisiert; entscheidend bleibt die regulatorische Klarheit.

Stablecoins stehen vor den größten Unsicherheiten: Nutzer, die aktuell über Plattformen wie Coinbase 4-5 % auf USDC erhalten, müssen mit regulatorischen Änderungen rechnen. Ein vollständiges Zinsverbot würde Anbieter zwingen, Belohnungsprogramme grundlegend umzustrukturieren. Werden aktivitätsbasierte Anreize erlaubt, bleibt der Effekt für aktive Nutzer begrenzt.

DeFi-Protokolle gewinnen durch den Schutz für nicht-kontrollierende Entwickler im Rahmen von Section 309, was einen großen rechtlichen Unsicherheitsfaktor für DeFi in den USA adressiert.

Was passiert im Falle einer Verabschiedung?

JPMorgan bezeichnet das Gesetz als „positiven Katalysator“ für digitale Assets und prognostiziert einen möglichen Marktaufschwung in der zweiten Jahreshälfte 2026. Die Gründe: Regulatorische Klarheit ermöglicht institutionellen Investoren den Markteintritt, befördert ETF-Zulassungen für Altcoins (SOL, XRP, AVAX, ADA) und schafft einen Rahmen für die Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte.

In Summe könnten so verstärkte institutionelle Zuflüsse ausgelöst werden – ähnlich wie nach den Bitcoin-ETF-Genehmigungen im Januar 2024, jedoch mit breiterer Marktabdeckung.

Was passiert bei weiterem Stillstand?

Kommt das Gesetz bis zum Beginn des US-Wahlkampfs (spätestens Mai/Juni 2026) nicht durch den Senat, dürfte sich der Kryptomarkt weiter seitwärts und makrogetrieben entwickeln.

Alternativ verfolgen Unternehmen wie Circle, Ripple und Coinbase OCC-Banklizenzen, um regulatorische Sicherheit auf anderem Wege zu erhalten. Zudem haben SEC und CFTC das gemeinsame Projekt „Project Crypto“ gestartet, um auch ohne Gesetz gemeinsame Regeln zu definieren – diese hätten allerdings nicht dieselbe Beständigkeit wie ein Gesetz und würden unter anderem die Frage nach Stablecoin-Zinsen erst in zukünftigen Regelwerken klären.

Wie stehen die Chancen?

Laut Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung im Jahr 2026 aktuell bei 72 %, CEO Brad Garlinghouse (Ripple) schätzte sie Ende April sogar auf bis zu 80–90 %. Der praktische Zeitrahmen ist spätestens Mai/Juni, bevor der Wahlkampf den Senatskalender bestimmt.

Das Hauptrisiko: Der Streit um Stablecoin-Zinsen könnte für beide Seiten zum „Showdown“ werden. Banken investierten rund 56,7 Mio. USD gegen die Zinsregelungen; Kryptofirmen gaben über 200 Mio. USD für die Zwischenwahlen 2026 aus. Je länger die Verhandlungen dauern, desto länger bleibt institutionelles Kapital zurückhaltend und andere Länder ziehen regulatorisch vorbei.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der CLARITY Act?

Der Digital Asset Market Clarity Act (H.R. 3633) ist ein US-Gesetzentwurf zur Schaffung eines einheitlichen Regulierungsrahmens für digitale Vermögenswerte mit klarer Aufgabenteilung zwischen SEC und CFTC. Das Gesetz wurde im Juli 2025 vom Repräsentantenhaus angenommen und stockt derzeit im Senat wegen der Stablecoin-Zinsdebatte.

Ist das Gesetz identisch mit dem GENIUS Act?

Nein. Der GENIUS Act regelt ausschließlich Stablecoins. Der CLARITY Act ist das umfassendere Marktstrukturgesetz, das digitale Commodities, Börsenregistrierung, DeFi-Regelungen und die Aufteilung zwischen SEC und CFTC abdeckt. Beide Gesetze ergänzen sich.

Für welche Token ergeben sich Vorteile?

XRP profitiert am meisten, da die Commodity-Einstufung den regulatorischen Druck der SEC beendet. SOL, AVAX und ADA erhalten einen klaren Weg zu Spot-ETFs. BTC und ETH sind bereits als Commodities klassifiziert, institutionelle Sicherheit wird aber insgesamt gestärkt.

Wie stehen die Chancen einer Verabschiedung?

Polymarket zeigt Anfang März 2026 eine Wahrscheinlichkeit von 72 %. Garlinghouse schätzte Ende April 80–90 %. Der praktische Zeitrahmen ist spätestens Mai/Juni.

Fazit

Am Ende hängt der CLARITY Act von einer Frage ab, die mit Blockchain-Technologie wenig zu tun hat: Können Banken und Kryptofirmen sich auf einen Umgang mit Stablecoin-Zinsen einigen?

Senatoren haben am 10. März einen neuen Kompromissvorschlag präsentiert. Wird dieser angenommen und das Gesetz noch vor dem Wahlkampf verabschiedet, könnte eine Neupreisbildung bei Altcoins mit bestätigtem Commodity-Status folgen. Verzögert sich die Verabschiedung, bieten OCC-Lizenzen und Project Crypto nur Teil-Lösungen – der große regulatorische Impuls verschiebt sich auf 2027.

Derzeit handelt der Kryptomarkt so, als sei die regulatorische Klarheit noch offen. Der CLARITY Act könnte den entscheidenden Rahmen liefern. Ob das geschieht, hängt davon ab, welchen Wert Stablecoin-Guthaben für die Entscheidungsträger in Washington haben.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Märkte für Kryptowährungen sind mit erheblichen Risiken und Schwankungen verbunden. Jede Investition sollte sorgfältig geprüft werden.

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