Ökonomen sind uneinig darüber, ob künstliche Intelligenz (KI) den US-Arbeitsmarkt ähnlich wie der "China-Schock" verändern wird. Thorsten Schlock, Chefökonom bei Apollo, argumentiert, dass KI zunächst zu einer Umverteilung von Arbeitsplätzen führen, letztlich jedoch die Produktivität steigern und mehr Beschäftigung schaffen wird, insbesondere in kognitiven und weißen Kragenberufen. Schlock vergleicht die potenziellen Auswirkungen der KI mit dem "China-Schock", der die Produktivität der US-Industrie von 2001 bis 2024 um 50 % gesteigert hat. Im Gegensatz dazu ist der Ökonom David Autor der Ansicht, dass die Auswirkungen der KI sich vom China-Handelsschock unterscheiden werden, da sie spezifische Arbeitsfunktionen und nicht ganze Branchen betreffen. Autor schlägt vor, dass KI die Rollen nach Funktionen neu organisieren wird, was zu breiteren Auswirkungen führen könnte, ohne ganze Berufe zu eliminieren. Trotz begrenzter Belege für großflächigen Arbeitsplatzverlust haben einige Technologieunternehmen wie Snap und Klarna KI als Grund für Personalabbau genannt. Die Debatte dreht sich darum, wie KI die Arbeitsstrukturen verändern wird und ob Produktivitätsgewinne kurzfristige Verdrängungseffekte ausgleichen können.