Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat ihre langjährige "No-Deny"-Vergleichsregel aufgehoben, die es Krypto-Unternehmen und anderen Parteien erlaubt, nach der Beilegung von Vollzugsmaßnahmen öffentlich gegen Vorwürfe zu widersprechen. Diese seit 1972 geltende Richtlinie verlangte von den Vergleichspartnern, die Vorwürfe der SEC nicht zu bestreiten. SEC-Vorsitzender Paul Atkins erklärte, dass die Aufhebung eine Praxis beendet, die Kritik von verglichenen Beklagten einschränkte. Nach der neuen Richtlinie können Unternehmen und Einzelpersonen die Vorwürfe der SEC im Allgemeinen bestreiten, sofern ein Vergleich nicht ausdrücklich ein Schuldeingeständnis verlangt. Die SEC kann in bestimmten Fällen weiterhin Eingeständnisse verlangen, aber bestehende No-Deny-Bestimmungen werden nicht mehr durchgesetzt. Diese Änderung folgt auf erheblichen Widerstand aus der Krypto-Branche, die verstärkte SEC-Vollzugsmaßnahmen erlebte, darunter allein 46 krypto-bezogene Verfahren im Jahr 2023. Kommissarin Hester Peirce, eine Kritikerin der alten Richtlinie, betonte, dass die Ermöglichung offener Diskussionen die Markttransparenz und den Anlegerschutz verbessert. Die Richtlinienänderung erfolgt im Zuge jüngster Vergleiche, wie etwa einer 50-Millionen-Dollar-Vereinbarung mit Ripple Labs. Die Entscheidung der SEC bringt sie in Einklang mit anderen Bundesaufsichtsbehörden und könnte beeinflussen, wie Vergleiche ausgehandelt und von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.