Die Federal Reserve überarbeitet ihre jährlichen Stresstests für große US-Banken als Reaktion auf rechtliche Herausforderungen und regulatorische Prüfungen. Diese Tests, die seit der Finanzkrise 2008 von entscheidender Bedeutung sind, simulieren schwere wirtschaftliche Szenarien, um sicherzustellen, dass Banken Abschwünge ohne Rettung durch Steuerzahler überstehen können. Im Dezember 2024 verklagten große Bankengruppen die Fed und führten mangelnde Transparenz sowie unvorhersehbare Kapitalanforderungen als Gründe an. Als Reaktion darauf kündigte die Fed Pläne an, die Öffentlichkeit zu bedeutenden Änderungen zu befragen, darunter die Veröffentlichung der Stresstestmodelle zur öffentlichen Kommentierung und die Mittelung der Ergebnisse über zwei Jahre anstelle der bisherigen jährlichen Einzelbetrachtung. Wichtige Fristen sind der 1. Dezember 2025 für Kommentare zum ungünstigen Szenario 2026 und der 22. Januar 2026 für umfassendere Rückmeldungen zur Modelltransparenz. Die Fed strebt an, eine robuste administrative Dokumentation aufzubauen, um sich gegen rechtliche Herausforderungen zu verteidigen, insbesondere nach dem Ende der Chevron-Deferenz, die Bundesbehörden zuvor vor bestimmten Klagen schützte. Der Übergang zu neuen Kapitalpufferregelungen wurde bis 2027 verschoben, was die Komplexität der Überarbeitung widerspiegelt. Dieser Schritt soll die Widerstandsfähigkeit der Banken in wirtschaftlichen Abschwüngen stärken und gleichzeitig rechtliche und regulatorische Bedenken adressieren.