Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Luis de Guindos, hat in der jüngsten Finanzstabilitätsübersicht der EZB die Risiken betont, die Energieschocks für das Wirtschaftswachstum darstellen. In einem Gespräch bei Bloomberg TV unterstrich de Guindos die Notwendigkeit, dass die EZB diese Risiken bei der Bewertung der Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems priorisieren muss. Die im November 2025 veröffentlichte Übersicht hebt die geökonomische Fragmentierung und die Unsicherheit auf den Energiemärkten als zentrale Anliegen hervor und warnt vor möglichen Auswirkungen durch erneute Versorgungsunterbrechungen. Während die Banken im Euroraum in der ersten Hälfte des Jahres 2025 eine Eigenkapitalrendite von etwa 10 % meldeten, identifiziert die Übersicht Verwundbarkeiten bei nichtbanklichen Finanzintermediären wie Vermögensverwaltern und Versicherungsgesellschaften aufgrund von Liquiditätsungleichgewichten und Hebelwirkungen. Obwohl die Übersicht digitale Vermögenswerte nicht explizit erwähnt, wird darauf hingewiesen, dass Token Teil breiterer spekulativer Risikomärkte sind. Dieser Fokus auf Risiken außerhalb des Bankensektors könnte auf zukünftige regulatorische Maßnahmen hinweisen, die den Kryptosektor betreffen, der auf Akteure außerhalb der traditionellen Bankenaufsicht angewiesen ist.