Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat auf das Risiko hingewiesen, dass Europa seine Zahlungssouveränität aufgrund der Dominanz von dollarbasierten Stablecoins und ausländischen Netzwerken verlieren könnte. Bei einer Sitzung der EZB stellte Lagarde das Fehlen eines paneuropäischen Kartennetzwerks fest und wies auf die Abhängigkeit von internationalen Kartenorganisationen hin, die über 60 % der europäischen Kartenzahlungen abwickeln. Sie betonte, dass ein digitaler Euro als gesetzliches Zahlungsmittel diese Herausforderungen bewältigen und eine sichere Ausweitung der tokenisierten Finanzwelt gewährleisten könnte. Lagarde unterstrich die Notwendigkeit von Zentralbankgeld für die großflächige Ausgabe digitaler Vermögenswerte, da Marktteilnehmer eine Abwicklungsinfrastruktur der Zentralbank benötigen. Die EZB macht Fortschritte mit Initiativen wie Pontes und Appia, um sich mit Systemen wie Indiens UPI und Südostasiens Nexus zu verbinden. Lagarde warnte davor, dass einzelne Mitgliedstaaten, die eigene Rechtsrahmen schaffen, zu einer Fragmentierung führen könnten, wodurch das Thema zu einer geopolitischen und souveränitätsbezogenen Herausforderung wird.