Die Europäische Zentralbank (EZB) hat beschlossen, die Zinssätze unverändert zu lassen und verweist dabei auf anhaltende Inflationsrisiken, die durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten verschärft werden. Klaas Knot Sleijpen, Mitglied des EZB-Direktoriums, betonte, dass die Inflation in der Eurozone, angetrieben durch einen Anstieg der Ölpreise auf ein Vierjahreshoch, im April 2026 3 % erreichte und damit das EZB-Ziel von 2 % überstieg. Das Wirtschaftswachstum bleibt schleppend, mit einem Anstieg von nur 0,1 % im ersten Quartal 2026, was Befürchtungen einer Stagflation aufkommen lässt. Trotz der aktuellen Haltung der EZB sind die Markterwartungen fest auf eine deutliche Zinssenkung bis April 2026 ausgerichtet, wobei eine 100%ige Wahrscheinlichkeit für eine Senkung um mehr als 50 Basispunkte eingepreist ist. Dies spiegelt die Markterwartung wider, dass die EZB künftig Maßnahmen ergreifen wird, um den anhaltenden inflationsbedingten Druck zu bekämpfen. Beobachter verfolgen die Entwicklungen im Nahen Osten und die Kommunikation der EZB genau, um mögliche Änderungen der Geldpolitik zu erkennen.