Tokenisierte Einlagen könnten die Fähigkeit von US-Banken, langfristige Zinsrisiken zu tragen, laut Schätzungen der Dallas-Fed-Ökonomen Rosie Levy und Srini Ramaswamy erheblich verringern. Ihre Studie ergab, dass die Kapazität des Bankensektors zur Finanzierung langfristiger Kredite und Wertpapiere um etwa 700 Milliarden US-Dollar sinken könnte, wenn tokenisierte Einlagen die Zinssensitivität der Einleger um 10 % erhöhen. Falls die Tokenisierung dazu führt, dass 10 % der Einlagen früher als erwartet abfließen, könnte diese Kapazität um etwa 580 Milliarden US-Dollar zurückgehen. Die Analyse geht davon aus, dass Einlagen im Durchschnitt vier Jahre lang bei den Banken verbleiben. Die Ökonomen erklärten, dass „sonstige Einlagen“ – unter Ausschluss großvolumiger Termineinlagen – derzeit 5,8 Billionen US-Dollar der rund 7 Billionen US-Dollar an langfristigem Zinsrisikoengagement im US-Bankensektor tragen. Sie fügten hinzu, dass Echtzeitabwicklung und Programmierbarkeit es Einlegern oder KI-Agenten ermöglichen könnten, Gelder schneller zwischen Banken zu verschieben, was Banken möglicherweise dazu zwingt, Einlagenzinsen zu erhöhen, mehr Reserven zu halten oder sich stärker auf befristete Schulden zu stützen, wodurch die Kreditkosten für Verbraucher und Unternehmen steigen.