Die brasilianische Regierung wird voraussichtlich nächste Woche neue Initiativen zur Schuldenentlastung ankündigen, um die hohe private Verschuldung im Land anzugehen. Finanzminister Dario Durigan hat Maßnahmen vorgeschlagen, wie beispielsweise die Ermöglichung von Abhebungen aus dem FGTS zur Schuldentilgung sowie die Erleichterung von Schuldenneuverhandlungen mit erheblichen Rabatten und reduzierten Zinssätzen. Diese Initiativen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung der Familien zu verringern, von denen derzeit 80,2 % verschuldet sind, hauptsächlich aufgrund von Kreditkartenverpflichtungen. Die Ankündigung erfolgt, während Brasilien mit einem Selic-Satz von 15 % und prognostizierten öffentlichen Schuldenständen von bis zu 82,4 % des BIP bis zum Jahresende zu kämpfen hat. Während der Prognosemarkt eine 100%ige Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung des Selic-Satzes eingepreist hatte, könnte die Einführung dieser Schuldenmaßnahmen auf die Absicht der Regierung hinweisen, das wirtschaftliche Umfeld zu stabilisieren und möglicherweise den Bedarf an einer sofortigen Zinserhöhung zu verringern. Beobachter warten gespannt auf weitere Details von der Regierung und der geldpolitischen Sitzung der Zentralbank Brasiliens.