Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat in ihrem jährlichen Wirtschaftsbericht Bedenken hinsichtlich Stablecoins geäußert und festgestellt, dass ihnen wesentliche monetäre Eigenschaften wie Einheit, Widerstandsfähigkeit, Interoperabilität und Integrität fehlen. Die BIZ stellte fest, dass die Preise von Stablecoins auf Sekundärmärkten häufig von ihren Ankerwerten abweichen und es bei der Rücknahme zu Reibungen kommt, weshalb sie eher mit ETF-Anteilen als mit Zahlungsmitteln verglichen werden. Der Bericht schätzt, dass selbst wenn Stablecoins eine Marktkapitalisierung von 1 bis 3 Billionen US-Dollar erreichen, ihr Nettoeffekt auf die Wirtschaftsleistung vernachlässigbar wäre und die Finanzierungskosten der Banken erhöhen könnte, was wiederum die Kreditvergabe dämpfen würde.
Die BIZ warnte auch vor dem Risiko der "Dollarisation", das Stablecoins in Schwellenländern darstellen, wo eine weit verbreitete Nutzung von an den Dollar gebundenen Stablecoins die Souveränität der lokalen Währung untergraben könnte. Derzeit sind etwa 99 % der fiat-gestützten Stablecoins an den Dollar gebunden, wobei USDT und USDC den Markt dominieren und insgesamt etwa 320 Milliarden US-Dollar ausmachen. Die BIZ bekräftigte ihre Vision eines "einheitlichen Ledgers", um tokenisiertes Zentralbankgeld und Einlagen von Geschäftsbanken in einem regulierten Rahmen zu integrieren, und verwies auf das "Agorá-Projekt", an dem acht Zentralbanken und über 40 Institutionen beteiligt sind, als Beleg für die Machbarkeit dieses Modells.
BIZ warnt: Stablecoins bedrohen die Währungssouveränität der Schwellenländer
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