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Standard Chartered senkt Bitcoin-Ziel zum zweiten Mal in drei Monaten – Das sagen die Analysten jetzt

Schlüsselpunkte

Standard Chartered hat das BTC-Jahresendziel 2026 von 150.000 auf 100.000 USD gesenkt und warnt vor einem möglichen Rückgang auf 50.000 USD. Hier die Hintergründe sowie Prognosen anderer Banken.

Geoff Kendrick von Standard Chartered hat das Jahresendziel für Bitcoin am 12. Februar 2026 von 150.000 auf 100.000 USD gesenkt. Dies ist die zweite Herabstufung innerhalb von drei Monaten. Zum 30. März liegt der BTC-Kurs bei etwa 67.500 USD – rund 48 % unter dem neuen Jahresendziel und 47 % unter dem Allzeithoch von 126.000 USD. Grund für die Anpassung waren anhaltende ETF-Abflüsse, eine sinkende Risikobereitschaft und abnehmende Erwartungen an schnelle Zinssenkungen der US-Notenbank. Kendrick teilte mit, er rechne mit weiterer Schwäche, bevor sich eine Erholung abzeichnet. Ein Rückgang auf bis zu 50.000 USD sei vor einer möglichen Erholung gegen Jahresende nicht ausgeschlossen.

Eine Herabstufung von einem der meistbeachteten institutionellen Krypto-Analysten verdient eine genauere Betrachtung: Was hat sich im Modell geändert, und welchen längerfristigen Ausblick hält Kendrick weiterhin für möglich?

Wie Standard Chartered in 90 Tagen von 300.000 auf 100.000 USD kam

Der Zeitverlauf zeigt, wie stark sich institutionelle Überzeugungen verändern können, wenn sich das Makroumfeld verschlechtert.

Mitte 2025 setzte Standard Chartered sein Bitcoin-Jahresendziel für 2026 noch auf 300.000 USD. Das Modell basierte auf zwei Säulen: Erstens auf weiteren Käufen durch Firmenkassen (analog zur MicroStrategy-Strategie, BTC mithilfe von Fremdkapital und Kapitalaufnahmen zu erwerben), zweitens auf steigenden ETF-Zuflüssen institutioneller Anleger.

Im Dezember 2025 halbierte Kendrick das Ziel auf 150.000 USD. Grund: Der Kauf durch Firmenkassen war ins Stocken geraten, da diese Unternehmen nicht mehr den nötigen Anreiz oder die Bewertungen hatten, um weiter aggressiv zu akkumulieren. Kendrick sagte, künftige Kursanstiege würden "faktisch nur noch von ETF-Käufen" getragen – eine Säule, also ein Ziel von 150.000 USD.

Im Februar 2026 geriet auch diese zweite Säule ins Wanken, da US-Spot-Bitcoin-ETFs seit Jahresbeginn kumulierte Abflüsse von rund 4,5 Milliarden USD verzeichneten. Die Risikobereitschaft sank weltweit und die US-Notenbank signalisierte keine Eile für Zinssenkungen. Kendrick senkte das Ziel erneut – auf 100.000 USD – und warnte, dass BTC zuvor noch auf 50.000 USD fallen könnte.

Der weiterhin bestehende Bullenfall

Die Kürzungen wirken für sich genommen pessimistisch, doch Kendricks Modell enthält weiterhin Szenarien für eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Das Jahresendziel von 100.000 USD bedeutet ein denkbares Aufwärtspotenzial von etwa 48 %. Dies würde eine Rallye erfordern, wie BTC sie bereits zwischen Oktober und Dezember 2024 zeigte.

ETF-Zuflüsse bilden die Basis. Trotz der Abflüsse Anfang 2026 haben die kumulierten Nettozuflüsse seit Start den Wert von 56 Milliarden USD überschritten, und das verwaltete Vermögen aller US-Spot-Bitcoin-ETFs lag Mitte März bei etwa 128 Milliarden USD. Die fünftägige Zuflussserie in der Woche ab 18. März war das erste anhaltende Kaufmuster im Jahr 2026 und könnte auf eine Trendwende hindeuten.

Quelle: Bitbo

Die geldpolitische Wende bleibt Schlüsselfaktor. Kendricks Modell nimmt mindestens eine Zinssenkung bis Jahresende an, was die Liquidität für Risikoassets insgesamt verbessern würde. Der Markt preist derzeit eine bis zwei Zinssenkungen für die zweite Jahreshälfte 2026 ein. BTC hat in der Vergangenheit geldpolitische Wendepunkte meist zwei bis drei Monate vorweggenommen.

Langfristziel bei 500.000 USD. Standard Chartered hat dieses Ziel vom Jahr 2028 auf 2030 verschoben, aber nicht aufgehoben. Kendrick betont, dass die strukturellen Treiber (staatliche Akzeptanz, ETF-Infrastruktur, halbierende Angebotsdynamik) auch bei einer verlängerten Zeitschiene weiterhin Bestand haben.

Die von Kendrick benannte Bärengefahr

An dieser Stelle wird die Analyse unbequem. Kendrick hat mehr getan, als nur einen Zielwert zu senken: Er umreißt ein Szenario, bei dem BTC vor einer Erholung um weitere 25–30 % zurückgeht.

Die 50.000 USD-Marke markiert den Bereich, in dem gehebelte Positionen aus der Rallye 2024 unter erheblichen Liquidationsdruck geraten und wo viele ETF-Käufer aus 2025 ihren durchschnittlichen Einstieg haben. Ein Rückgang auf dieses Niveau entspräche einem Rückschlag von rund 60 % vom Allzeithoch – historisch typisch für Bärenmarkt-Tiefs.

Kendricks Argumente für weitere Schwäche: anhaltende ETF-Abflüsse im zweiten Quartal, keine Zinssenkung vor September und ein insgesamt risikoscheues Marktumfeld durch geopolitische Unsicherheiten oder Rezessionsängste. Sollten alle drei Faktoren zusammenkommen, könnte auch die Marke von 50.000 USD unterschritten werden.

Eine ehrliche Einschätzung: Kendrick lag in den letzten drei Monaten zweimal mit zu optimistischen Annahmen daneben, die Märkte liefen jeweils gegen die Prognose. Das schmälert nicht die Analyse, bedeutet aber, dass das 100.000 USD-Szenario als Möglichkeit und nicht als feste Prognose betrachtet werden sollte.

Wie andere Institute das Jahresende 2026 sehen

Standard Chartered ist nicht das einzige Institut mit einem vorliegenden Jahresendziel. Der Vergleich zeigt, wie groß die Unsicherheit ist.

Institut Ziel 2026 Jahresende Zentrale Annahme
Bernstein 150.000 USD Institutionsgetriebene ETF- und Firmenkassen-Käufe verlängern den Zyklus
Standard Chartered 100.000 USD ETF-Erholung nach kurzfristiger Schwäche, eine Zinssenkung angenommen
VanEck Konsolidierungsbereich Erwartet Seitwärtsbewegung, geringe Privatanlegeraktivität
ARK Invest 120.000–150.000 USD Wachstumsmetriken im Netzwerk und On-Chain-Daten

Bernsteins Prognose von 150.000 USD aus März 2024 ist relevant, da sie ähnliche Argumente wie die ursprüngliche Herleitung von Standard Chartered enthält. Bernstein sieht ETFs, Firmenbilanzen und strukturierte Kapitalprodukte als Treiber für einen stabileren Markt. Diese These entspricht im Kern der ursprünglichen 300.000 USD-Argumentation, aber mit konservativeren Zahlen.

VanEck hingegen rechnet 2026 mit einer Konsolidierungsphase statt Ausbruch. Analysten nennen die geringe Beteiligung privater Anleger und fehlende kurzfristige Auslöser als Grund für einen Seitwärtsmarkt.

Was braucht es für 67.500 auf 100.000 USD?

Für einen Anstieg von 67.500 auf 100.000 USD bis 31. Dezember wären ca. 48 % Kursplus über neun Monate nötig. BTC schaffte ähnliche Bewegungen bereits zwischen Oktober und Dezember 2024 (ca. 55 %) sowie in den letzten zwei Monaten 2023 (40 %). Damals half ETF-Dynamik und ein freundliches Makroumfeld. Im März 2026 steht BTC 47 % unter dem Allzeithoch, ETF-Flüsse sind gemischt, und die US-Notenbank zeigt keine Eile für Lockerungen – die Ausgangslage ist schwieriger.

In Kendricks Modell wäre der wahrscheinlichste Pfad: Ein Abverkauf im zweiten Quartal (möglicherweise Test der 50.000 USD), dann eine Akkumulationsphase im dritten Quartal bei Signalen für Zinssenkungen, schließlich ein Ausbruch im vierten Quartal durch erneute ETF-Zuflüsse.

Drei Signale sind entscheidend: Erstens die Richtung der ETF-Flüsse – wenn sie im April/Mai wieder dauerhaft positiv sind, deutet das auf steigende institutionelle Nachfrage. Die fünftägige Zuflussserie ab 18. März war ein positives Signal, aber noch kein Trend. Zweitens die Juni- und Juli-Sitzungen der Notenbank – signalisiert die Fed zwei oder mehr Zinssenkungen, könnten Risikoassets vorab zulegen. Drittens die Bitcoin-Dominanz: Bleibt sie über 55 %, herrscht defensive Stimmung, ein Rückgang unter 52–54 % bei gleichzeitig steigenden ETF-Flüssen würde eine breitere Erholung anzeigen.

Häufig gestellte Fragen

Warum hat Standard Chartered die Bitcoin-Prognose zweimal gesenkt?

Im Dezember 2025 trockneten die Käufe durch Firmenkassen aus, eine der beiden Säulen für das ursprüngliche 300.000 USD-Ziel fiel weg. Im Februar 2026 folgten verstärkte ETF-Abflüsse und die US-Notenbank zeigte keine Bereitschaft für eine schnelle Zinssenkung. Jede Anpassung spiegelte eine konkrete strukturelle Veränderung wider – keine grundsätzliche Aufgabe der Überzeugung.

Kann Bitcoin vor einer Erholung wirklich auf 50.000 USD fallen?

Standard Chartered sieht 50.000 USD als mögliches kurzfristiges Risiko. Ein Rückgang auf dieses Niveau entspräche einem Rückgang um 60 % vom Allzeithoch, im Rahmen historischer Bärenmärkte. Diese Marke entspricht zudem dem durchschnittlichen Einstieg vieler ETF-Käufer aus 2025, was zu verstärktem Verkaufsdruck führen kann.

Bleibt Standard Chartered langfristig optimistisch für Bitcoin?

Ja. Das Langfristziel von 500.000 USD bleibt, wurde aber von 2028 auf 2030 verschoben. Kendrick betont, dass langfristige Faktoren wie der Ausbau institutioneller Infrastruktur, ETF-Adoption, Angebotsverknappung und potenziell staatliche Nachfrage weiterhin bestehen.

Wie unterscheidet sich die Prognose von Standard Chartered zur von Bernstein?

Bernstein bleibt mit 150.000 USD für Ende 2026 optimistischer. Die Argumentation: Institutionelle Akteure verändern den Markt fundamental. Standard Chartered teilte diese Sicht zunächst, hat aber nachlassende Firmennachfrage eingepreist. Beide Modelle setzen auf eine ETF-getriebene Erholung, Bernstein rechnet jedoch mit stärkeren Zuflüssen in der zweiten Jahreshälfte.

Fazit

Das Jahresendziel von Standard Chartered wurde innerhalb von drei Monaten von 300.000 auf 150.000 und zuletzt auf 100.000 USD reduziert. Die Änderungen spiegeln kurzfristige Verschlechterungen im Marktumfeld wider, nicht die grundsätzliche Einschätzung. Das 100.000-USD-Ziel lässt ein erhebliches Aufwärtspotenzial offen, doch Kendrick warnt: Der Weg dorthin könnte zunächst über einen Rückfall auf 50.000 USD führen. Entscheidend bleiben ETF-Flüsse, die Geldpolitik vor dem vierten Quartal und die 50.000 USD-Marke als Widerstand. Die Prognose von Bernstein bei 150.000 USD zeigt, dass nicht alle Institute die Korrektur teilen. Es geht weniger um eine genaue Jahresendzahl als darum, die entscheidenden Signale zu beobachten und entsprechend zu reagieren.

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