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SEC-Vorsitzender Atkins: Vier Grundpfeiler für Onchain-Finanzmärkte & KI-Regulierung

Schlüsselpunkte

SEC-Vorsitzender Atkins legte vier zentrale Regulierungsbereiche für Onchain-Finanzmärkte dar: Onchain-Handel, Broker-Definitionen, Sofortabwicklung und Krypto-Vaults. Das hat direkte Auswirkungen auf Trader und Entwickler.

Am 8. Mai 2026 betrat SEC-Vorsitzender Paul Atkins die Bühne der Special Competitive Studies Project AI+ Expo in Washington und richtete mit seiner Rede eine formelle Mitteilung an alle Onchain-Protokolle, DEX-Frontends, Staking-Apps und agentischen Finanzprodukte. Atkins stellte vier Bereiche vor, in denen die Kommission neue Regelwerke für Blockchain-basierte Märkte und KI im Finanzbereich vorbereitet. Dies signalisiert so klar wie nie, dass das unter Gensler etablierte Prinzip der Durchsetzung durch Gerichtsverfahren durch ein explizites Regelwerk mit öffentlicher Kommentierungsphase ersetzt wird.

Im Folgenden werden Atkins' Kernaussagen, die vier Grundpfeiler und deren Auswirkungen für Marktteilnehmer und Entwickler zusammengefasst.

Atkins' Aussagen vom 8. Mai im Überblick

Die Rede war für SEC-Verhältnisse kurz und ungewöhnlich direkt. Atkins bezeichnete den Moment als Gelegenheit der Kommission, „zu verdeutlichen, wie sie verschiedene Modelle im Rahmen einer öffentlichen Kommentierung bewertet und gegebenenfalls von ihren Ausnahmebefugnissen Gebrauch macht“. Diese Aussage spiegelt die regulatorische Leitlinie für die nächsten 12 bis 24 Monate wider.

Atkins nannte vier spezifische Felder, für die die SEC branchenspezifische Details einholen will, bevor sie verbindliche Regeln entwirft: Onchain-Handel, Definitionen für Broker und Dealer bei Software-Interfaces, Abwicklung und Settlement unter Sofort-Finalität sowie Krypto-Vaults mit passiven Erträgen. Jeder Bereich wird als separates Regelungsprojekt verfolgt. Atkins deutete zudem eine „begrenzte Innovationsspur“ an, um Entwicklern zeitlichen Spielraum zu geben. Die vollständige Rede findet sich auf der SEC-Newsroom-Seite, und die Berichterstattung von CoinDesk fasst die Reaktionen zusammen.

Grundpfeiler 1: Onchain-Handel und Wertpapiergesetze auf Blockchains

Der erste Bereich betrifft das Fundament: Wie passen Blockchain-Handelssysteme in bestehende Wertpapiergesetze, die für zentrale Börsen und Broker-Dealer-Infrastrukturen konzipiert wurden?

Das aktuelle SEC-Regelwerk betrachtet Handelsplätze als juristische Personen mit Betreibern, Angestellten und Orderbüchern. Onchain-Orderbücher oder AMM-Pools funktionieren autonom, Liquidität wird permissionless gestellt, Preisfindung erfolgt über Smart Contracts. Atkins fragt, welche Teile von Reg ATS, Reg NMS und Section 6 (Exchange Act) gelten, welche angepasst werden müssen und welche technisch nicht auf dezentrale Systeme anwendbar sind.

Für Trader entscheidet dieses Projekt, ob Onchain-Perpetuals, Spot-DEXs und Prognosemärkte einen klaren regulatorischen Rahmen in den USA erhalten oder im Graubereich mit Geoblocking und Offshore-Routing verbleiben. Ein praktikabler Rahmen bedeutet mehr Klarheit für US-Nutzer, ein restriktiver Ansatz dürfte Offshore-Muster weiter begünstigen.

Grundpfeiler 2: Definition von Broker und Dealer bei DEX-UIs & Agentic Interfaces

Der zweite Pfeiler ist vor allem für Betreiber von Frontends relevant. Atkins benannte explizit „Software-Interfaces“ als neue Zielkategorie, darunter DEX-UIs, Aggregator-Frontends und KI-Interfaces, die Orders per Smart Contract weiterleiten.

Die Rechtsfrage: Zählt ein Interface, das Nutzer mit einem Onchain-Protokoll verbindet, als „Broker“ oder „Dealer“ nach US-Recht? Bisher ist das unklar. Ein Wallet, das nur Preise anzeigt, ist wohl kein Broker. Ein Frontend, das Gelder verwahrt und Orders gegen Gebühr weiterleitet, kann als Broker eingestuft werden. KI-Agenten, die Nutzerschlüssel halten, Trades autonom ausführen und sich selbst Gebühren zahlen, sind regulatorisch noch nicht erfasst.

Hier wird die Regulierung konkret: Definiert die SEC „Broker“ eng, bleiben nicht-verwahrende Frontends legal. Wird der Begriff breit angewandt, müssten viele DeFi-Frontends sich registrieren oder US-Nutzer ausgrenzen. Das gleiche gilt für agentische Finanzprodukte, die Schlüssel verwalten und Strategien umsetzen – inklusive autonomer KI-Trading-Bots.

Entwickler sollten die Rede als Einladung verstehen, Kommentare einzureichen. Die SEC fordert ausdrücklich Brancheneingaben ein. Dieses Zeitfenster ist begrenzt.

Grundpfeiler 3: Clearing & Settlement bei Sofort-Finalität

Der dritte Pfeiler betrifft die sonst kostenintensivste Marktinfrastruktur. Klassische Clearingstellen (z.B. DTCC, OCC, NSCC) sind erforderlich, da Trades traditionell Tage zum Abwickeln brauchen und Gegenparteirisiken absichern müssen.

Onchain-Trades werden binnen eines Blocks abgewickelt. Risiken werden durch hinterlegte Sicherheiten in Smart Contracts und automatisierte Liquidationsmechanismen gesteuert. Das Clearingstellen-Modell nach Section 17A Exchange Act sieht keinen Platz für ein rein durch Code gesteuertes System vor.

Atkins fragt daher, wie die Definition von „Clearing Agency“ angesichts der technischen Veränderungen angepasst werden muss. Dies betrifft Onchain-Perpetual-Börsen mit automatisierter Liquidation, Kreditprotokolle mit Onchain-Risikomanagement und Optionen, bei denen das Protokoll die zentrale Gegenpartei stellt.

Laut Analyse von Cryptopolitan ist hier eine praktikable Ausnahme für Protokolle mit Onchain-Risikomanagement möglich: Automatisierte Smart Contracts gelten als transparenter und sicherer als manuelle Clearingstellen.

Grundpfeiler 4: Krypto-Vaults und wie das Wertpapiergesetz Onchain-Yields bewertet

Der vierte Bereich betrifft vor allem Privatanleger:innen. Atkins nannte „Krypto-Vaults“, also Anwendungen für passive Erträge auf digitale Assets. Dies umfasst viele Angebote – von Staking-Produkten wie Lido und EigenLayer über Yield-Tokenisierung (z.B. Pendle) bis hin zu synthetischen Strategien à la Ethena.

Die rechtliche Frage: Überschreiten passive Erträge auf Einlagen die Schwelle zu einem Investmentvertrag nach dem Securities Act? Der Howey-Test fragt u. a. nach dem Investment, dem Gemeinschaftsunternehmen, der Gewinnerwartung und der Abhängigkeit von Dritten. Reines Validator-Staking, bei dem Nutzer die Kontrolle behalten und automatisch Block-Belohnungen erhalten, ist rechtlich klar. Vaults mit Pooling, Team-gesteuerten Strategien und variablen Erträgen sind schwerer zu bewerten.

Atkins fordert die Branche auf, die Unterschiede klar darzustellen, damit Regeln geschaffen werden können, die nicht-wertpapierähnliche Produkte von Investmentverträgen abgrenzen. SEC 5-Kategorien-Token-Taxonomie

Vergleich zur SEC unter Gensler

Für Entwickler und Trader ist der Unterschied zur Vorgängerstrategie entscheidend.

Unter Gary Gensler galt: Zuerst Durchsetzung per Klage, dann eventuell neue Regeln. Die Behörde verklagte Börsen wegen Token-Listings und Emittenten wegen Verkäufen, ohne eine offizielle Token-Liste zu veröffentlichen. Entwickler mussten raten und standen so vor kaum kalkulierbaren Risiken.

Atkins dreht das Verfahren nun um: Erst kommt das Rahmenwerk, dann die Branchendiskussion, bei Bedarf werden Ausnahmen gewährt, und abschließend erfolgt die Kodifizierung. Dieser Ablauf führte auch zur gemeinsamen SEC-CFTC-Klassifizierung von digitalen Commodities.

Für Trader bringt dies mehr Vorhersehbarkeit: Ein regelkonformes Verfahren ist beständiger als Vergleiche im Rahmen von Durchsetzungen. Änderungen sind zwar möglich, erfordern aber den gleichen formalen Prozess. Ein Bericht von PYMNTS hebt diese strukturelle Änderung hervor.

Bedeutung der vier Grundpfeiler für bestehende Produkte

Die vier Bereiche betreffen unterschiedliche Ebenen der Onchain-Infrastruktur. Nachfolgend eine Übersicht:

Grundpfeiler Ziel der SEC Betroffene Produkte Zeitrahmen
Onchain-Handel Anwendung von Reg ATS & Section 6 auf DEXs/AMMs Uniswap, Curve, GMX, Hyperliquid, dYdX, Prognosemärkte 12–24 Monate
Broker & Dealer Definition für DEX-UIs & KI-Agenten DEX-Frontends, Wallet-Aggregatoren, AI-Trading-Bots 9–18 Monate
Clearing & Settlement Anwendung Clearingstellen-Regeln bei Abwicklung in 1 Block Perpetuals, Kreditprotokolle, Optionen 12–24 Monate
Krypto-Vaults Abgrenzung zu Investmentverträgen nach Howey Lido, EigenLayer, Pendle, Ethena, Yield-Vaults 6–12 Monate

Vaults werden voraussichtlich am schnellsten geregelt, da die Howey-Analyse SEC-intern bekannt ist. Die anderen Bereiche erfordern Anpassungen bestehender Definitionen oder Ausnahmeregelungen.

Warum es sich lohnt, jetzt zu reagieren

Viele warten darauf, bis die finalen Regeln veröffentlicht werden. Der entscheidende Prozess findet aber während der Kommentierungsphase statt. Protokolle und Unternehmen, die dort Vorschläge einbringen, nehmen maßgeblichen Einfluss auf die künftigen Regeln.

Für aktive Trader ist relevant: Die Liquidität wird sich voraussichtlich auf solche Protokolle konzentrieren, die regulatorisch klar und compliant aufgestellt sind. Plattformen mit Permissioned Compliance, KYC-Routing und klarer Trennung zwischen Interface und Protokoll dürften künftig US-Institutionen besser bedienen können, sobald der Rahmen steht.

Häufig gestellte Fragen

Wann veröffentlicht die SEC konkrete Regelvorschläge aus den vier Bereichen?

Atkins nannte keinen exakten Zeitplan. Nach bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Regelungsverfahren werden erste Vorschläge zwischen Q4 2026 und Mitte 2027 erwartet, Vault-Regulierung könnte schneller erfolgen. Die Finalisierung dauert üblicherweise 12 bis 18 Monate nach Veröffentlichung der Vorschläge.

Müssen DEX-Frontends künftig als Broker-Dealer registriert werden?

Das ist noch offen. Die Rede lädt explizit zur Kommentierung dieser Frage ein. Ob nicht-verwahrende Frontends erfasst werden, hängt von der künftigen Definition ab – hier können Branchenvertreter Einfluss nehmen.

Wird die SEC Ausnahmen für regelkonforme Protokolle nutzen?

Atkins erwähnte explizit Ausnahmebefugnisse. Die SEC hat in der Vergangenheit bereits Ausnahmen für spezifische Produkte geschaffen, während umfassendere Regelungen ausgearbeitet wurden. Ein „Innovation Pathway“ ist die wahrscheinlichste Anwendung dieses Instruments.

Was ist der Unterschied zur gemeinsamen SEC-CFTC-Klassifizierung?

Die Regel vom 17. März 2026 stufte 16 benannte Token als digitale Commodities ein. Die aktuelle Diskussion dreht sich um Plattformen, Interfaces, Settlement-Systeme und Yield-Produkte, die auf diesen Commodities aufbauen. Beide Regelungen sind für ein vollständiges Rahmenwerk erforderlich.

Fazit

Die Rede vom 8. Mai ist der Startschuss für den wichtigsten Krypto-Regulierungsprozess seit der Genehmigung des Bitcoin-Spot-ETFs. Die vier Grundpfeiler – Onchain-Handel, Broker-Definitionen für Software-Interfaces, Clearing und Settlement bei Sofort-Finalität sowie die Behandlung von Krypto-Vaults – sind öffentlich. Die SEC fordert explizit Kommentare ein. Wer sich beteiligt, kann den Rahmen mitgestalten; wer abwartet, muss sich an vorgegebene Regeln halten.

Klar ist: Sobald aus einem Bereich ein konkreter Regelvorschlag veröffentlicht wird, ist der Zeitplan verbindlich. Eine Ausnahmegenehmigung („Innovation Pathway“) signalisiert die Überführung von der Theorie in die Praxis. Protokolle, die sich bereits während der Kommentierungsphase nach diesen Grundsätzen aufstellen, können künftig institutionelle Liquidität anziehen. Die Zeit des Ratens ist vorbei – jetzt beginnt die Phase, in der Regeln öffentlich diskutiert und bewertet werden.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Bitte informieren Sie sich eigenverantwortlich, bevor Sie Handelsentscheidungen treffen.

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