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Goldman Sachs verkauft gesamten 154-Millionen-Dollar-XRP-ETF-Anteil – Privatanleger kaufen weiter

Schlüsselpunkte

Goldman Sachs hat im Q1 2026 laut 13F-Meldung seine gesamte XRP-ETF-Position verkauft. Gleichzeitig verzeichneten Spot-XRP-ETFs hohe Zuflüsse von Privatanlegern. Die Kursentwicklung wird durch ein Überangebot gebremst.

Goldman Sachs hat in seinem 13F-Bericht für das erste Quartal 2026 offengelegt, dass das Unternehmen seine gesamte XRP-ETF-Position im Wert von rund 154 Millionen US-Dollar verkauft hat. Diese Position hatte Goldman nur ein Quartal zuvor aufgebaut. Der Ausstieg erfolgte zum nahezu identischen Betrag wie der ursprüngliche Einstieg. Im gleichen Zeitraum meldeten US-XRP-Spot-ETFs laut SoSoValue einen Nettozufluss von ca. 60,5 Millionen US-Dollar – der bislang höchste Wochenwert in 2026. Die Gesamteinlagen seit dem Start der ETFs im November 2025 überschreiten damit 1,39 Milliarden US-Dollar.

Der XRP-Preis liegt derzeit bei etwa 1,37 US-Dollar – weiterhin unter der Zone von 1,45 bis 1,46 US-Dollar, in der laut Glassnode rund 1,16 Milliarden XRP auf Break-even-Niveau gehalten werden. Das Geschehen dreht sich inzwischen weniger um das Vertrauen der Privatanleger in XRP-ETFs, sondern vielmehr darum, wer in die Nachfrage verkauft und warum dieses Überangebot den Kurs begrenzt. Im Folgenden wird erläutert, was der Ausstieg von Goldman tatsächlich verändert, was nicht, und welche Kursbedingungen relevant sind.

Was die 13F-Meldung von Goldman tatsächlich offenlegte

Die 13F-Meldung für Q1 2026 (eingereicht Mitte Mai) zeigt, dass Goldman Sachs zum 31. März keine XRP-ETF-Anteile mehr hielt. Im Bericht für Q4 2025 war Goldman als einer der größten institutionellen Käufer mit Positionen in ETFs von Canary Capital, Bitwise, Franklin Templeton und 21Shares mit insgesamt rund 154 Millionen Dollar aufgeführt.

13F-Meldungen geben die Long-Positionen in US-Aktien am Quartalsende an, zeigen jedoch keine Intra-Quartalstrades oder Derivateengagements. Der vollständige Rückgang von 154 Millionen auf null bedeutet, dass Goldman entweder direkt verkauft oder die Anteile über den Creation-Redemption-Prozess mit den ETF-Teilnehmern abgebaut hat. Der Ausstiegswert entspricht in etwa dem Einstieg, was auf eine nahezu neutrale Handelsbilanz hindeutet.

Die Marktreaktion am Tag der Veröffentlichung war verhalten. XRP bewegte sich in einer engen Spanne zwischen 1,35 und 1,39 US-Dollar. Das ist besonders aussagekräftig: Der Ausstieg einer Institution in Höhe von 154 Millionen Dollar wurde in derselben Woche wie der Zufluss von 60,5 Millionen Dollar von Privatanlegern weitgehend vom Markt absorbiert. Beide Ströme gleichen sich im Bereich des Überangebots von 1,16 Milliarden XRP in etwa aus.

Die Geschichte der 1,39 Milliarden Dollar Zufluss von Privatanlegern

Die Spot-XRP-ETFs starteten im November 2025. Laut SoSoValue summieren sich die kumulierten Nettozuflüsse bis letzte Woche auf etwa 1,39 Milliarden Dollar. Die 60,5 Millionen Dollar der letzten Woche markieren den bisherigen Höchststand 2026 und übertreffen jede Woche im Februar, März und April – zeitgleich mit der Bekanntgabe des Goldman-Ausstiegs.

Dies stellt die bislang deutlichste Trennung zwischen institutioneller und privater Nachfrage bei den XRP-ETFs dar. Während Privatanleger und kleinere Vermögensverwalter weiterhin kaufen, ist ein identifizierter institutioneller Akteur ausgestiegen. Die Fonds und quantitativen Investoren, die die Zuflüsse zwischen November und Januar getrieben haben, pausieren weitgehend, bis Klarheit über den CLARITY Act im US-Senat herrscht.

Auch die Konzentration der Zuflüsse ist relevant: Canary Capital und Bitwise machen den Großteil der gesamten 1,39 Milliarden aus, während Franklin Templeton und 21Shares deutlich weniger beitragen. Dadurch fallen größere institutionelle Bewegungen direkt auf, auch wenn die private Nachfrage positiv bleibt.

Die 1,16 Milliarden XRP Verkaufswand und warum sich der Preis kaum bewegt

Laut Glassnode liegen etwa 1,16 Milliarden XRP zwischen 1,45 und 1,46 US-Dollar – angehäuft während des Seitwärts-Trends im Januar und Februar. Diese Halter sind aktuell auf Break-even. Das typische Verhalten von Investoren ist, beim Erreichen des Einstandskurses zu verkaufen, wodurch eine Widerstandszone entsteht.

Mit 1,37 Dollar liegt XRP etwa 6% unter dieser Wand. Damit der Kurs von 1,37 auf 1,46 steigt, müssten schätzungsweise 1,16 Milliarden Coins über eine Preisspanne von nur 9 Cent absorbiert werden. Bei den derzeitigen ETF-Zuflüssen (60 Millionen Dollar pro Woche zu einem Durchschnittskurs von 1,40 entspricht ca. 43 Millionen XRP) würde es rund 27 Wochen dauern, diese Überhangmenge allein durch ETF-Käufe aufzunehmen.

Die Chart-Entwicklung ist daher weniger eine Frage der Nachfrage, sondern des strukturellen Überangebots: Bei jedem Kursanstieg in Richtung 1,45 stoßen Anleger, die monatelang auf Break-even gewartet haben, ihre Coins ab. Erst wenn dieser Widerstand durch Verkäufe abgebaut oder durch einen starken Zufluss aufgelöst wird, kann die Zone von 1,42 bis 1,46 durchbrochen werden.

Zone Preis Bedeutung
Verkaufswand 1,45–1,46 USD ~1,16 Mrd. XRP auf Break-even (Glassnode)
Aktueller Kurs ~1,37 USD Lokales Gleichgewicht, ETF-Zuflüsse absorbieren Exit
Erste Unterstützung 1,28–1,30 USD Konsolidierungsbasis März
Wichtige Unterstützung 1,18–1,20 USD Zwischentief Januar, 200-Tage-Linie

Was eine Divergenz zwischen Institutionen und Privatanlegern signalisiert

Wenn ein großer institutioneller Investor kurzfristig aussteigt und Privatanleger weiter investieren, gibt es zwei Interpretationen: Entweder sieht das „smarte Kapital“ regulatorische oder markttechnische Risiken, die Privatanleger übersehen – oder der Ausstieg ist rein taktisch motiviert, etwa für Risikomanagement oder Portfolioanpassungen.

Die Einzelentscheidung von Goldman liefert selten klare Hinweise. Banken rotieren ETF-Bestände regelmäßig aus Kapital- und Risikogründen. Entscheidend ist die Gesamtschau: Die 13F-Meldungen für Q1 2026 zeigen, dass die Gesamtbestände der Institutionen stagnieren oder leicht rückläufig sind, während Privatanleger weiter kaufen. Solche Divergenzen lösen sich historisch meist dadurch auf, dass entweder Privatanleger nachgeben und die Preise fallen, oder ein regulatorischer Impuls (wie der CLARITY Act) Institutionen zurück in den Markt bringt.

Was die Verkaufswand überwinden würde

Drei Szenarien könnten das Überangebot bei 1,45 USD absorbieren und XRP in Bereiche über 1,50 USD führen:

Ein positives Votum im US-Senat zum CLARITY Act: Dies wäre der wirkungsvollste Auslöser. Das Gesetz ist aktuell im Bankenausschuss blockiert. Eine Annahme würde institutionelle Anleger dazu zwingen, ihre Compliance-Modelle kurzfristig anzupassen. Schätzungen zufolge könnten dann 4 bis 8 Milliarden US-Dollar an ETF-Zuflüssen folgen.

Anhaltende wöchentliche ETF-Zuflüsse über 100 Millionen Dollar: Der bisherige Wochenhöchstwert von 2026 liegt bei 60,5 Millionen. Zwei bis drei Wochen mit mehr als 100 Millionen Dollar könnten das Angebot deutlich reduzieren und auch Derivatepositionen beeinflussen.

Direkter US-Bankenzugang für Ripple: Ein positiver Bescheid zur Federal Reserve Konto-Anfrage oder eine Banklizenzanpassung würde institutionelle Nachfrage verstärken und XRP stärker als Zahlungsinfrastruktur-Asset einstufen.

Risikoszenarien falls die Verkaufswand hält

Das negative Szenario erfordert keine neuen schlechten Nachrichten. Bleibt der CLARITY Act weiter blockiert, die ETF-Zuflüsse sinken auf 10 bis 20 Millionen Dollar pro Woche und die Verkaufswand bei 1,45 bleibt bestehen, könnte XRP auf die Unterstützungszone von 1,28 bis 1,30 zurückfallen (5–7% unter dem aktuellen Kurs). Das Basisszenario wäre dann eine Seitwärtsbewegung zwischen 1,20 und 1,45 über den Sommer.

Ein größeres Risiko wäre ein Bruch der Zone 1,18–1,20 USD (200-Tage-Linie und Januartief). Ein Tagesschlusskurs unter 1,18 würde die langfristige Akkumulationsstruktur auflösen und könnte einen Kursrückgang bis in den Bereich von 0,95–1,05 USD auslösen. Dies wäre wahrscheinlich der Fall, falls der CLARITY Act im Senat endgültig scheitert und zeitgleich größere makroökonomische Risiken auftreten.

Entscheidend sind weniger die Tagespreise als die wöchentlichen ETF-Zuflüsse (veröffentlicht immer freitags) und der Zeitplan im US-Senat. Diese beiden Faktoren werden maßgeblich über den weiteren Verlauf entscheiden.

Häufig gestellte Fragen

Hat Goldman Sachs verkauft, weil das Unternehmen von XRP nicht mehr überzeugt ist?

Nicht unbedingt. Der 13F-Bericht zeigt, dass die Position nahezu auf Einstandsniveau geschlossen wurde. Dies deutet eher auf ein taktisches Vorgehen als auf einen grundsätzlichen Meinungsumschwung hin. Banken rotieren ETF-Bücher regelmäßig aus Kapital- und Risikogründen.

Ist die 1,16 Milliarden XRP bei 1,45 Dollar eine bestätigte Verkaufswand?

Es handelt sich um eine Schätzung von Glassnode basierend auf On-Chain-Daten, nicht um eine Limit-Orderbuch-Ablesung. Die Zahl gibt aber einen verlässlichen Hinweis auf das Überangebot in diesem Bereich.

Welcher Auslöser ist für XRP in den nächsten 60 Tagen am wichtigsten?

Das Votum des US-Senats zum CLARITY Act. Ein positives oder negatives Ergebnis hätte einen maßgeblichen Einfluss auf institutionelle Allokationen. Kein anderer kurzfristiger Impuls dürfte eine vergleichbare Wirkung entfalten.

Wie lange würde es dauern, das Überangebot durch aktuelle ETF-Zuflüsse abzubauen?

Bei einem Tempo von 60,5 Millionen Dollar pro Woche (zu einem Durchschnittskurs von 1,40 entspricht das etwa 43 Millionen XRP) würde es rund 27 Wochen benötigen, um die 1,16 Milliarden Coins bei 1,45 Dollar aufzukaufen – vorausgesetzt, jeder ETF-Dollar fließt in echte Spot-Nachfrage.

Fazit

Der Exit von Goldman Sachs aus dem XRP-ETF in Höhe von 154 Millionen US-Dollar ist ein Einzelfall innerhalb weitgehend stabiler institutioneller Positionen im ersten Quartal 2026. Die Zuflüsse von Privatanlegern erreichten im gleichen Zeitraum einen neuen Höchststand, was zeigt, dass das breite Interesse nicht gebrochen ist. Es handelt sich nicht um eine institutionelle Kapitulation, sondern um die Schließung einer neutralen Position.

Das zentrale Thema bleibt die Verkaufswand von 1,16 Milliarden XRP bei 1,45 Dollar. Rein rechnerisch würde die Auflösung durch ETF-Zuflüsse rund sechs Monate dauern – ein Senatsvotum zum CLARITY Act könnte dies auf sechs Wochen verkürzen. Solange keiner dieser Auslöser eintritt, dürfte XRP in der Spanne von 1,20 bis 1,45 US-Dollar verharren. Ein Tagesschluss über 1,46 bestätigt den Durchbruch, unter 1,18 würde die Struktur aufgelöst.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets Ihre eigene Recherche durch, bevor Sie Handelsentscheidungen treffen.

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