
Bitcoin verzeichnete im Januar 2026 einen Rückgang von 10,17 % und im Februar einen weiteren Verlust von 14,94 %. Dies ist der schlechteste zweimonatige Jahresstart seit 2022. Im historischen Durchschnitt lag der Januar bei +2,81 % und der Februar bei +11,11 % – somit blieb BTC in nur 60 Tagen rund 39 Prozentpunkte unter dem saisonalen Mittelwert. Vom Allzeithoch im Oktober 2025 bei 126.000 US-Dollar beträgt der Rückgang mittlerweile 44 %, wobei BTC Ende März 2026 um 69.700 US-Dollar gehandelt wird. Der Fear and Greed Index steht bei 11 und signalisiert damit ausgeprägte "Extreme Angst".
Der März bringt mit bisher +6,66 % etwas Erholung. Dennoch stellt sich die Frage, ob dies der Beginn einer nachhaltigen Erholung oder nur eine vorübergehende Gegenbewegung in einem übergeordneten Abwärtstrend ist.
Monatsrenditen: Mehr als nur ein Blick auf den Kursverlauf
Kurscharts zeigen, was passiert ist. Monatsrenditen zeigen, wie sich die aktuellen Entwicklungen im historischen Vergleich einordnen lassen. Das Jahr 2026 schneidet sowohl gegenüber den Durchschnittswerten als auch im direkten Vergleich mit 2022, dem letzten ähnlich schwachen Jahresstart, bemerkenswert ab.
| Monat | Rendite 2026 | Rendite 2022 | Langfristiger Durchschnitt |
|---|---|---|---|
| Januar | -10,17 % | -16,7 % | +2,81 % |
| Februar | -14,94 % | +12,2 % | +11,11 % |
| März | +6,66 % (MTD) | -0,2 % | +4,17 % |
| Q1 Gesamt | -18,45 % (geschätzt) | -5,6 % | +18,09 % |
2022 gilt oft als Referenz, allerdings unterscheidet sich die damalige Entwicklung: Nach einem schwachen Januar folgte eine deutliche Erholung im Februar. Die eigentlichen Verluste traten später, zwischen April und Juni, insbesondere nach dem Zusammenbruch von LUNA und Three Arrows Capital, auf. 2026 hingegen waren beide Startmonate negativ, ohne Zwischenerholung. Zwei aufeinanderfolgende negative Monate zu Jahresbeginn gab es erst viermal in der Bitcoin-Geschichte – die weiteren Entwicklungen hingen jeweils stark von den auslösenden Faktoren ab.
Was steckte hinter den Verlusten im Januar und Februar?
Die Korrektur war kein Einzelereignis, sondern wurde von drei Faktoren ausgelöst:
Makroökonomische Erwartungen: Die US-Notenbank beendete mit ihrer Januarsitzung die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen. Die Prognose lag bei maximal einer Zinssenkung in der zweiten Jahreshälfte, und der Markt preiste ein Verharren der Leitzinsen bis mindestens Juli mit über 60 % Wahrscheinlichkeit ein. Risikoreiche Anlagen verloren daraufhin an Wert, der Nasdaq fiel im gleichen Zeitraum um 11 %.
ETF-Abflüsse: Nach kräftigen Zuflüssen im Jahr 2025 verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs im Februar 18 von 20 Handelstagen Nettoabflüsse. Institutionelle Investoren reduzierten angesichts der unsicheren Situation ihr Risiko, was zu unmittelbarem Verkaufsdruck auf den Spotmarkt führte.
Liquidationen durch Hebel: Der Kursrückgang von 90.000 auf 75.000 US-Dollar führte laut CoinGlass-Daten zu über 4 Milliarden US-Dollar an Long-Liquidationen. Jede neue Welle verstärkte den Abwärtsdruck und führte zu weiteren Liquidationen – ein sich selbst verstärkender Kreislauf.
Fear & Greed Index bei 11: Was bedeutet das?
Ein Wert von 11 liegt im unteren 3 %-Bereich sämtlicher historischer Messungen. Zum Vergleich: Während des FTX-Zusammenbruchs im November 2022 lag der Wert bei 6, beim COVID-Crash im März 2020 bei 10. Aktuell signalisiert der Index Stimmungswerte wie bei markanten Tiefpunkten.
Historisch betrachtet folgten auf Fear & Greed-Werte unter 15 in 8 von 10 Fällen in den darauffolgenden 90 Tagen positive Renditen, mit einer Medianrendite von +31 % (seit 2018). Dies bedeutet jedoch keinen sicheren Wendepunkt, sondern lediglich, dass sich das Chancen-Risiko-Verhältnis zugunsten der Käufer verschiebt, wenn extreme Angst dominiert.
Viele Marktteilnehmer nutzen diese Phasen aus Unsicherheit nicht, weil die Stimmung sehr negativ ist und von pessimistischen Prognosen dominiert wird. Ein systematischer Ansatz oder das Verständnis historischer Verläufe kann hier helfen.
On-Chain-Daten: Große Halter akkumulieren, Kleinanleger verkaufen
Glassnode-Daten zeigen, dass Wallets mit mehr als 1.000 BTC seit dem 1. Februar zusammen rund 64.000 BTC hinzugekauft haben – das stärkste 8-Wochen-Wachstum seit dem Tief im März 2020. Wallets mit weniger als 1 BTC waren dagegen Nettoverkäufer während des gesamten Rückgangs.
Dieses Auseinanderlaufen von Großinvestoren und Kleinanlegern gilt in der Kryptobranche als verlässlicher Indikator für Stimmungsumschwünge. Während langfristig orientierte Großhalter die Kursrückgänge zum Aufbau von Positionen nutzen, realisieren kleinere Investoren Verluste aus Angst vor weiteren Einbrüchen.
Auch das Bild bei den ETF-Flows beginnt sich zu verändern: Nach den starken Abflüssen im Februar verzeichneten die ersten beiden Märzwochen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen Nettozuflüsse von rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, entfällt ein wichtiger Belastungsfaktor des Marktes. ETF-Flows gelten als verlässlicher Indikator für institutionelle Nachfrage.
Historische Muster nach zwei aufeinanderfolgenden Verlustmonaten
Seit 2013 kam es 14-mal zu zwei negativen Monaten in Folge. Das weitere Muster war stets binär: Entweder folgte eine nachhaltige Erholung oder ein längerer Bärenmarkt. Ein Seitwärtslaufen gab es historisch nach zwei zweistelligen Monatsverlusten nicht.
Entscheidend war stets das makroökonomische Umfeld: Während Phasen aktiver Straffung der Geldpolitik (2018, 2022) setzte sich der Abwärtstrend meist fort, während bei neutralen oder expansiven Rahmenbedingungen (2019, Ende 2023) bald eine Erholung einsetzte.
Aktuell ist das Umfeld dazwischen: Das QT-Programm endete im Dezember 2025, die Bilanz der Fed ist mit 6,6 Billionen US-Dollar stabil, eine Zinssenkung wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet. Es gibt also weder starke Straffungen noch echte Lockerungstendenzen. Die Entscheidungen der Fed im Mai und Juni sowie die Inflationsentwicklung werden die Richtung bestimmen.
Bedeutung des März-Aufschwungs (+6,66 %)
Das bisherige Plus im März liegt über dem Langzeitdurchschnitt (+4,17 %) und ist als positives Signal zu werten, aber nicht als endgültige Trendwende. Entscheidend wird sein, ob BTC den März über 72.000 US-Dollar abschließt. Dies würde einen höheren Tiefpunkt markieren und wäre ein erstes strukturelles Signal für das Ende des Abwärtstrends.
Erfolgt der Monatsabschluss unter 65.000 US-Dollar, ähnelt das Muster eher 2022, als kurze Erholungen weiteren Rücksetzern folgten. Die Zone zwischen 59.000 und 62.000 US-Dollar rückt dann in den Mittelpunkt, entsprechend der Konsolidierungsphase Mitte 2025.
Die BTC-Preisübersicht auf Phemex bietet einen aktuellen Überblick über die Kursentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Ist 2026 ein Krypto-Bärenmarkt?
Ein Rückgang von 44 % vom Allzeithoch wird oft als Bärenmarkt interpretiert. Allerdings unterscheiden sich die aktuellen Strukturen von 2022: Es gab keine großen Börsenpleiten, keine systemischen Ereignisse und Großinvestoren akkumulieren weiterhin. Der Abverkauf wurde überwiegend durch makroökonomische Faktoren und ETF-Abflüsse ausgelöst, nicht durch fundamentale Probleme im Kryptomarkt.
Wie verhält sich Bitcoin nach zwei negativen Monaten in Folge?
Historisch gelang BTC die Rückkehr auf das Ausgangsniveau binnen 3–6 Monaten, sofern das Liquiditätsumfeld neutral oder expansiv war. Während geldpolitischer Straffung hielten die Verluste hingegen länger an. Aktuell ist das Umfeld neutral, das QT-Programm ist beendet und eine Zinssenkung wird für Ende 2026 erwartet.
Welche BTC-Kursmarke signalisiert eine Trendwende?
Ein Monatsabschluss über 72.000 US-Dollar im März würde ein höheres Tief und damit ein erstes Trendwendesignal liefern. Ein Wochenschluss über 78.000 US-Dollar würde den 200-Tage-Schnitt zurückerobern und den mittelfristigen Trend neutralisieren. Kein einzelnes Level gilt als absolut, aber viele institutionelle Investoren beobachten diese Marken.
Sollte ich bei den aktuellen Kursen Bitcoin kaufen?
Die Kombination aus extremen Angstwerten und starker Akkumulation großer Marktteilnehmer spricht für ein verbessertes Chancen-Risiko-Verhältnis auf Sicht von 3–6 Monaten. Dies ist jedoch keine Garantie. Positionsgrößen und Risikomanagement sind in solchen Marktphasen wichtiger als der genaue Einstiegspunkt.
Fazit
Die Daten zeigen: Mit -10,17 % im Januar und -14,94 % im Februar startete Bitcoin so schwach wie seit 2022 nicht mehr. Der Rückgang von 44 % vom Allzeithoch führte zu Stimmungswerten wie an historischen Tiefpunkten. Die Erholung im März mit +6,66 % und die Trendumkehr bei den ETF-Flows sind erste Signale für nachlassenden Verkaufsdruck. Für eine nachhaltige Bestätigung braucht es jedoch einen Monatsabschluss über 72.000 US-Dollar und anhaltende institutionelle Nachfrage bis Ende Q1.
Das Muster der Akkumulation durch große Marktteilnehmer, die extremen Angstwerte und historische Daten deuten auf eine asymmetrische Chancen-Risiko-Verteilung hin, nicht auf Klarheit. Erfolgreich sind jene Marktteilnehmer, die Positionen so wählen, dass sie auf frühe Wendepunkte vorbereitet sind, anstatt auf die exakte Talsohle zu warten.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder Finanz- noch Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets Ihre eigene Recherche durch, bevor Sie Handlungsentscheidungen treffen.






