logo
TradFi
Registrieren und 15.000 USDT an Belohnungen erhalten
Ein zeitlich begrenztes Angebot wartet auf Sie!

Senatoren kritisieren Basel 1.250 %-Regel als faktisches Krypto-Verbot für Banken

Schlüsselpunkte

Sechs US-Senatoren kritisieren die 1.250 %-Risikogewichtung für Spot-Bitcoin als faktisches Krypto-Verbot für Banken. Die Regelung mache Krypto-Engagements wirtschaftlich unattraktiv. Es wird ein alternativer Kapitalrahmen gefordert.

Sechs republikanische Senatoren, angeführt von Cynthia Lummis und Bill Hagerty, haben am 6. Juni einen gemeinsamen Brief an die Federal Reserve, das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) und die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) geschickt. Sie argumentieren darin, dass die 1.250 % Risikogewichtung nach Basel für Spot-Bitcoin-Bestände einem faktischen Verbot der Krypto-Exponierung von US-Banken gleichkommt. Der Brief auf der Website von Senatorin Lummis ist der bislang direkteste legislative Vorstoß für einen separaten Kapitalrahmen für digitale Vermögenswerte, der Spot-Bitcoin wie ein Rohstoffengagement behandelt und nicht wie unter der aktuellen Regel.

Das zentrale Thema ist die mathematische Ausgestaltung: Eine Risikogewichtung von 1.250 % bedeutet, dass für jeden US-Dollar Spot-BTC 12,50 US-Dollar regulatorisches Eigenkapital vorgehalten werden müssen. Kein großes US-Institut kann das bei nennenswerten Beständen umsetzen – das ist der Grund, warum nahezu keine US-Bank Spot-Bitcoin in größerem Umfang hält. Im Folgenden wird erläutert, was das Basel-Konzept konkret vorgibt, was die Senatoren als Alternative vorschlagen und wie sich das politisch im Kontext des GENIUS- und CLARITY-Acts einordnet.

Was das Basel-Konzept tatsächlich vorschreibt

Das Basel Committee on Banking Supervision hat Ende 2022 seinen Kapitalstandard für Krypto-Assets als BCBS 405 auf der BIS-Website finalisiert. Eine nachfolgende Klarstellung legte die formale Risikogewichtung für digitale Vermögenswerte von international tätigen Banken fest. Die 1.250 % gelten für „Gruppe 2“-Krypto-Assets, worunter Spot-Bitcoin und die meisten Nicht-Stablecoin-Kryptos fallen. Die Zahl wurde so gewählt, dass ein vollständiger Kapitalabgleich besteht: Jeder Dollar Gruppe-2-Exposure muss durch Tier-1-Kapital gedeckt sein.

Das Rahmenwerk wurde zu einer Zeit geschaffen, in der die Volatilität von Krypto als Hauptrisiko galt und es kaum historische Verlustdaten für eine differenziertere Kalibrierung gab. Die 1.250 % waren bewusst konservativ angesetzt und explizit als revisionsbedürftig deklariert, sobald mehr Marktdaten vorliegen.

Eine Überarbeitung fand bisher nicht statt. Die Volatilität von Spot-Bitcoin ist 2024 und 2025 gesunken, da institutionelle Zuflüsse über Spot-Bitcoin-ETFs für mehr Markttiefe sorgen. Die Forschung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zum Krypto-Markt bestätigt diese Entwicklung. Dennoch wurde die Kalibrierung für Gruppe 2 nicht angepasst.

Die Senatoren argumentieren, dass der konservative Ansatz inzwischen strukturell überholt ist und das Ausbleiben einer Überarbeitung einem de-facto-Verbot gleichkommt. Der mathematische Nachweis ist eindeutig – das politische Argument ist der Kern des Briefes.

Warum 12,50 $ Kapital pro 1 $ Bitcoin faktisch prohibitiv sind

Die praktische Wirkung der 1.250 %-Risikogewichtung wird im Vergleich zu anderen Bilanzpositionen deutlich: US-Staatsanleihen bei einer Großbank haben 0 % Risikogewichtung, Wohnungsbaukredite 50 %, Unternehmenskredite 100 %, spekulative Immobilieninvestments bis zu 150 %.

Spot-Bitcoin mit 1.250 % liegt damit strukturell weit über allen sonstigen Kapitalanforderungen. Für eine Großbank mit 12 % Tier-1-Kapitalquote würde ein Bestand von nur 0,5 % Spot-Bitcoin schon rund 6 % des gesamten Tier-1-Kapitals binden. Kein Treasurer kann diese Kapitalbindung für einen so kleinen Bilanzanteil rechtfertigen. Das erklärt, weshalb US-Banken faktisch keine erwähnenswerten Spot-Bitcoin-Bestände halten, obwohl das Spot-ETF-Segment institutionell stark wächst.

Das faktische Verbot ergibt sich also aus dem ökonomischen Effekt: Die Regel untersagt US-Banken Spot-Bitcoin nicht explizit, macht das Halten aber wirtschaftlich untragbar. Die Senatoren fordern, dass die Aufsichtsbehörden diesen Unterschied anerkennen und einen separaten Kapitalrahmen schaffen.

Was schlagen die Senatoren konkret vor?

Der Lummis-Hagerty-Brief schlägt vor, Spot-Bitcoin-Bestände künftig nach einer modifizierten Rohstoff-Logik zu behandeln, nicht als „Gruppe 2“-Krypto-Asset. Begründet wird dies mit der SEC/CFTC-Regel von März 2026, die Bitcoin und 15 weitere Token als digitale Rohstoffe klassifiziert hat. Aus Sicht der Senatoren sollte dies auch für die aufsichtsrechtliche Kapitalbehandlung gelten.

Das vorgeschlagene Rohstoff-Rahmenwerk würde das Risikogewicht für Spot-Bitcoin auf 100–150 % festsetzen – analog zu physischen Rohstoffen wie Gold, Öl oder Agrar-Futures auf Bankbilanzen. Damit wäre weiterhin eine solide Kapitalunterlegung nötig, aber Banken könnten Spot-Bitcoin in realistischem Rahmen halten, ohne die Tier-1-Quote unverhältnismäßig zu belasten.

Der Brief richtet sich explizit an Fed, OCC und FDIC, weil diese drei Behörden das Basel-Regelwerk in den USA umsetzen und nationale Anpassungen beschließen können. Es geht nicht darum, Basel komplett zu verlassen, sondern digitale Rohstoffe national differenziert zu behandeln – wie es in den USA auch in anderen Bereichen gängige Praxis ist.

Im weiteren Kontext steht dies im Zusammenhang mit dem Stablecoins-Leitfaden von Phemex, in dem die Kapital- und Reservevorgaben des GENIUS-Acts als Präzedenzfall für krypto-spezifische Regeln auf Bundesebene beschrieben werden.

Politischer und zeitlicher Kontext zu GENIUS und CLARITY

Der Brief vom 6. Juni fällt in eine Phase intensiver Gesetzgebungsverfahren rund um Krypto: Der GENIUS Act wurde Ende Mai parteiübergreifend vom Senat verabschiedet und wird aktuell mit dem Repräsentantenhaus abgestimmt. Der CLARITY Act steht im Juli zur Abstimmung. Das Basel-Kapitalthema wird somit gezielt parallel zu den parlamentarischen Initiativen platziert.

Politisch verfolgen die Senatoren das Ziel, die Aufseher zu einer administrativen Überprüfung der Gruppe-2-Kalibrierung zu bewegen, ohne auf neue Gesetze warten zu müssen. Fed, OCC und FDIC können jederzeit ein Konsultationsverfahren für einen eigenen Krypto-Kapitalrahmen starten – und die Koordination durch sechs Krypto-affine Senatoren erhöht den Handlungsdruck.

In der Praxis ist jedoch nicht mit schnellen Änderungen zu rechnen: Der Basel-Standard ist international vereinbart, ein US-Sonderweg würde die Kohärenz mit anderen G20-Ländern beeinträchtigen. Ein realistisch denkbarer Zeitrahmen für eine Überprüfung oder ein separates Rohstoff-Schema liegt bei mehreren Monaten bis hin zu einer möglichen Umsetzung 2027 – ähnlich wie bei früheren Bankenregulierungsvorhaben.

Aus Marktsicht wäre jede Absenkung der 1.250 %-Risikogewichtung strukturell positiv für die Nachfrage nach Spot-Bitcoin, weil erstmals die größten institutionellen Bilanzen (US-Bank-Treasuries) zugänglich würden. Schon eine 1 %-Allokation im gesamten US-Bankensystem entspräche etwa 250 Mrd. US-Dollar Spot-Nachfrage – deutlich mehr als das gesamte bisherige ETF-Volumen.

Häufig gestellte Fragen

Wie wahrscheinlich ist eine Änderung der 1.250 %-Regel innerhalb von 12 Monaten?

Die realistische Wahrscheinlichkeit für eine formelle Änderung innerhalb eines Jahres liegt bei 25–35 %. Der Überprüfungsprozess ist langsam, internationale Abstimmung ist notwendig und die Behörden handeln meist vorsichtig. Ein starker Auslöser – etwa ein Großbank-Appell oder internationaler Druck – könnte den Ablauf beschleunigen. Sonst ist eine Anpassung in 18–24 Monaten realistischer.

Warum senden die sechs Senatoren diesen Brief gerade jetzt?

Um das regulatorische Momentum mit der laufenden Gesetzgebung rund um GENIUS und CLARITY zu koppeln. Gemeinsamer Druck von Legislative und Aufsicht verspricht mehr Wirkung, zumal im Mai bis August das parlamentarische Interesse hoch ist. Der Zeitpunkt ist zudem auf das nächste Plenum des Basel-Komitees im Spätsommer abgestimmt.

Würden US-Banken tatsächlich Spot-Bitcoin halten, falls die Regel angepasst wird?

Ja, in relevantem Umfang. Vermögensverwaltungen und Treuhand-Abteilungen großer Banken verzeichnen bereits Kundennachfrage nach Spot-Bitcoin-Verwahrung, die sie bislang wegen der Kapitalregeln kaum bedienen können. Eine Rohstoff-Logik würde es erlauben, Bestände im Eigenbestand zu halten und neue Produkte anzubieten. Das Nachfragepotenzial ist erheblich.

Hat der Brief rechtlich bindende Wirkung?

Ein Brief von sechs Senatoren – darunter prominente Krypto-Politiker wie Lummis und Hagerty – ist ein klares Signal, aber kein Gesetz und nicht bindend. Ziel ist es, regulatorisches Zögern zu erschweren und öffentlich den Handlungsbedarf zu dokumentieren – als Basis für weitere Vorstöße.

Fazit

Die 1.250 %-Risikogewichtung nach Basel wirkt wie ein faktisches Verbot für Krypto-Engagements von US-Banken. Der Brief der sechs Senatoren an Fed, OCC und FDIC ist der bislang direkteste Vorstoß für einen separaten Kapitalrahmen für digitale Vermögenswerte. Die ökonomischen Rahmenbedingungen sind dabei das Kernargument: 12,50 $ Eigenkapital pro 1 $ Bitcoin sind im Bankenalltag nicht umsetzbar. Eine Regeländerung ist innerhalb von 12 bis 24 Monaten denkbar und würde den Zugang der größten institutionellen Bilanzen weltweit für Spot-Bitcoin erstmalig ermöglichen. Bereits eine 1 %-Allokation im Bankensystem entspräche rund 250 Mrd. US-Dollar Nachfrage. Der politische Vorstoß ist eng mit GENIUS und CLARITY verzahnt und ein deutliches Signal, dass sich Regulierung und Gesetzgebung beim US-Krypto-Rahmenwerk annähern.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets eigene Recherchen durch, bevor Sie Handelsentscheidungen treffen.

Registrieren und 15000 USDT beanspruchen
Haftungsausschluss
This content provided on this page is for informational purposes only and does not constitute investment advice, without representation or warranty of any kind. It should not be construed as financial, legal or other professional advice, nor is it intended to recommend the purchase of any specific product or service. You should seek your own advice from appropriate professional advisors. Products mentioned in this article may not be available in your region. Digital asset prices can be volatile. The value of your investment may go down or up and you may not get back the amount invested. For further information, please refer to our Nutzungsbedingungen and Risikowarnung

Verwandte Artikel

CrowdStrike Q1 FY27 Ergebnisbericht und Auswirkungen auf den Cybersecurity-Zyklus

CrowdStrike Q1 FY27 Ergebnisbericht und Auswirkungen auf den Cybersecurity-Zyklus

Markteinblicke
2026-06-07
Micron verliert 6,3 % durch Broadcom-Effekt – HBM4-Preise als Wendepunkt

Micron verliert 6,3 % durch Broadcom-Effekt – HBM4-Preise als Wendepunkt

Markteinblicke
2026-06-07
Marvell verliert 8 %: AVGO-Auswirkungen sorgen für Milliardenverlust im Halbleitersektor

Marvell verliert 8 %: AVGO-Auswirkungen sorgen für Milliardenverlust im Halbleitersektor

Markteinblicke
2026-06-07
Broadcom-Aktie fällt um 15 % nach Beibehaltung des 100-Milliarden-Dollar-AI-Ziels

Broadcom-Aktie fällt um 15 % nach Beibehaltung des 100-Milliarden-Dollar-AI-Ziels

Markteinblicke
2026-06-07
Bitcoin: 1,5 Milliarden Dollar an Long-Liquidationen nach US-Arbeitsmarktbericht – Juni-Zinssenkungschancen sinken deutlich

Bitcoin: 1,5 Milliarden Dollar an Long-Liquidationen nach US-Arbeitsmarktbericht – Juni-Zinssenkungschancen sinken deutlich

Markteinblicke
2026-06-07
ZEC Kursprognose (2026–2030): Wird Zcash nach dem 38%-Rückgang steigen oder stagnieren?

ZEC Kursprognose (2026–2030): Wird Zcash nach dem 38%-Rückgang steigen oder stagnieren?

Markteinblicke
2026-06-05