
Am 4. Mai 2026 erhielt Securitize Markets LLC eine bedeutende regulatorische Freigabe im Bereich der tokenisierten Kapitalmärkte. FINRA genehmigte die Erweiterung des Broker-Dealer-Geschäfts, wodurch Securitize als erstes Unternehmen Wertpapiere tokenisieren, verwahren sowie als Underwriter und Teilnehmer an tokenisierten Börsengängen (IPOs) im Erst- und Sekundärmarkt agieren darf. Im eigenen Alternative Trading System (ATS) ermöglicht Securitize nun atomare Abwicklung von tokenisierten Wertpapieren und Zahlungsmitteln – der bislang übliche T+1-Prozess wird dadurch auf wenige Sekunden reduziert. Das Unternehmen, das bereits für Institutionen wie BlackRocks BUIDL-Fonds (ursprünglicher Link: https://phemex.com/academy/top-10-rwa-tokens-2026), das diversifizierte Kreditprodukt von Apollo und Hamilton Lanes tokenisierte Angebote emittiert, verfügt damit über die regulatorische Struktur, um Privatunternehmen vollständig On-Chain an die Börse zu bringen.
Dies bildet die regulierte Seite des On-Chain-Kapitalmarkt-Ausbaus. Während das Coinbase-Centrifuge-Abkommen vom 5. Mai die öffentlichen Blockchain-Infrastrukturen abdeckt, sichert Securitize mit der Broker-Dealer-Zulassung die Anforderungen institutioneller Investoren ab.
Was wurde Securitize konkret genehmigt?
Die FINRA-Genehmigung erfolgte über das Continuing Membership Application Verfahren, das Broker-Dealern erlaubt, ihr Dienstleistungsspektrum zu erweitern. Securitize Markets war bereits als Broker-Dealer registriert und betrieb ein ATS für digitale Wertpapiere. Bis zum 4. Mai fehlte jedoch die Erlaubnis, Emissionsrisiken für Token zu übernehmen, Wertpapiere direkt zu verwahren und die sofortige Abwicklung von Wertpapier- und Geldtransaktionen innerhalb der eigenen Plattform durchzuführen.
Mit der aktuellen Genehmigung ist Securitize nun berechtigt, als Underwriter sowie als Verkaufsgruppen-Teilnehmer bei tokenisierten IPOs aufzutreten, Wertpapiere direkt zu verwahren und atomare Abwicklungen im eigenen ATS durchzuführen – ohne externe Abwicklungsstelle.
Gerade dieser Punkt ist für institutionelle Marktteilnehmer entscheidend. Derzeit werden tokenisierte Real-World-Assets (RWA) zwar auf der Blockchain abgewickelt, die Geldseite jedoch meist weiterhin über traditionelle Bankensysteme mit T+1 oder T+2 verarbeitet. Atomare Abwicklung schließt diese Lücke, indem ein Handel entweder vollständig ausgeführt oder komplett abgebrochen wird – es gibt keine Phase, in der eine Seite bereits geliefert hat, die andere aber noch nicht bezahlt hat.
Warum ist atomare Abwicklung im Broker-Dealer-ATS so bedeutend?
Der Begriff "atomare Abwicklung" wird im Kryptobereich häufig verwendet. Im Kontext des Securitize ATS erhält er jedoch eine spezifisch regulatorische Bedeutung: Ein Handel zwischen zwei qualifizierten Gegenparteien kann innerhalb von Sekunden abgewickelt werden – Wertpapier und Zahlung bewegen sich in derselben Transaktion. Scheitert eine Seite, findet kein Transfer statt.
Zum Vergleich: Bei traditionellen IPOs erfolgt die Preisfestsetzung am Abend, die Allokation über Nacht, die Zahlungsabwicklung am nächsten Tag und das Eigentum wird zentral verbucht – alles auf Basis eines Minimums von T+1. Durch die Abwicklung auf demselben Ledger reduziert die Tokenisierung diesen Zeitraum auf Sekunden.
Für institutionelle Kapitalgeber bedeutet dies eine erhöhte Kapitaleffizienz: Pensionsfonds oder Vermögensverwalter, die beispielsweise einen tokenisierten Staatsanleihenfonds wie BUIDL halten, müssen kein Kapital für die Abwicklung „blockieren“. Hedgefonds, die ein Kreditportfolio von Apollo oder Hamilton Lane umschichten, können dies in Minuten erledigen. Das Kapital, das ansonsten durch Abwicklung verzögert wird, bleibt verfügbar.
Die rechtliche Einordnung der Assets ändert sich nicht: Sie bleiben Wertpapiere, werden von einem FINRA-regulierten Broker-Dealer verwahrt und bewegen sich weiterhin im regulatorischen Rahmen, den institutionelle Compliance-Abteilungen fordern. Die Blockchain ersetzt lediglich bisherige Backoffice-Prozesse.
Securitize: Emittent hinter den größten Namen im Bereich tokenisierte Finance
Die Zulassung ist bedeutsam, weil Securitize hinter vielen von Institutionen genutzten Tokenisierungsprodukten steht – und kein Start-up ist, das lediglich einen Trend verfolgt.
| Tokenisiertes Produkt | Emittent / Sponsor | Rolle von Securitize | Geschätztes verwaltetes Vermögen |
|---|---|---|---|
| BUIDL | BlackRock | Tokenisierungsplattform & Register | Über 2,5 Mrd. USD |
| ACRED | Apollo Global Management | Tokenisierungsplattform | Über 100 Mio. USD |
| Tokenisierte Kreditexponierung | Hamilton Lane | Tokenisierungsplattform | Mehrere Fonds |
| Weitere Private-Kredite & Private Equity | Verschiedene Sponsoren | Tokenisierungsplattform | Kombiniert über 1 Mrd. USD |
Das bestehende Ökosystem macht die FINRA-Zulassung zu mehr als einer formalen Erweiterung: Schon heute fließen Milliarden über diese Infrastruktur. Neu ist, dass Securitize nun den gesamten Zyklus abdecken kann – von neuer Emission über Verwahrung bis zum Sekundärhandel in einer regulierten Umgebung.
Laut Ledger Insights ist Securitize das einzige Unternehmen in den USA mit Zulassung für Primärmarkt, Verwahrung und atomar abgewickelten Sekundärhandel für tokenisierte Wertpapiere. Andere Anbieter decken nur Teilbereiche ab.
Bedeutung für tokenisierte IPOs
Erstmals ist es möglich, als Underwriter und Verkaufsgruppen-Teilnehmer bei einem tokenisierten IPO aufzutreten. Bislang repräsentierten tokenisierte Wertpapiere meist bereits bestehende Fonds; beispielsweise hält BUIDL Staatsanleihen, Apollos Kreditfonds ist ein Mantel für einen bestehenden Kreditpool – der Token ist im Wesentlichen ein effizienterer Vertriebskanal.
Ein echter On-Chain-IPO hingegen ist eine Primäremission: Das Wertpapier wird nativ als Token ausgegeben und ausschließlich als solches gehandelt. Dafür braucht es einen registrierten Underwriter, eine Handelsplattform für den Zweitmarkt und eine Verwahrstelle. Erst jetzt kann Securitize alle drei Rollen in den USA übernehmen.
Für private Unternehmen verkürzt sich der traditionelle 24-monatige, kostenintensive IPO-Prozess erheblich, wenn Emission, Sekundärmarkt und Abwicklung auf einer Blockchain erfolgen. Allokationen können programmatisch, Lock-ups direkt im Smart Contract umgesetzt werden. Die Verwaltung der Aktionärsstruktur erfolgt digital, der Zweitmarkt startet sofort im Securitize-ATS.
Das bedeutet nicht, dass große Namen wie Coinbase oder Stripe sofort auf traditionelle Börsennotierungen verzichten. Die Liquidität ist weiterhin bei etablierten Handelsplätzen konzentriert. Aber für mittelgroße Unternehmen, die institutionelles Kapital suchen, ohne den vollen Nasdaq-Aufwand in Kauf zu nehmen, steht erstmals ein On-Chain-Weg offen.
SPAC-Fusion: Securitize wird als CEPT an der Nasdaq notiert
Securitize selbst plant einen Börsengang und wird mittels SPAC-Fusion mit Cantor Equity Partners II unter dem Ticker CEPT an der Nasdaq gelistet. Abschluss voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2026. Laut SEC-Mitteilung erhalten Investoren damit direkten Zugang zur Tokenisierungsinfrastruktur – nicht zu den tokenisierten Assets selbst.
Strategisch bringt dies Securitize Akquisitionswährung und ein ausgebautes Eigenkapital für regulatorische Anforderungen. Cantors Engagement signalisiert, dass die Finanzbranche Tokenisierung als Zukunft des Kapitalmarkts betrachtet. Die FINRA-Genehmigung kurz vor Abschluss stärkt das Eigenkapitalargument für CEPT.
Für Anleger, die den Börsengang beobachten, ist CEPT derzeit die einzige direkte Möglichkeit, an der regulierten US-Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere beteiligt zu sein. Während Krypto-Miner und Exchanges bereits börsennotiert sind, ist Securitize der erste Broker-Dealer mit voller regulatorischer Bandbreite für Tokenisierung und Verwahrung.
Verbindung zum Coinbase-Centrifuge-Deal
Auch das Timing ist relevant: Einen Tag nach der Securitize-Genehmigung gab Coinbase die Übernahme von Centrifuge bekannt, um die On-Chain-Seite der Infrastruktur zu stärken. Zusammen bilden die beiden Schritte die vollständige Wertschöpfungskette der Kapitalmärkte ab.
Securitize übernimmt den regulierten Broker-Dealer-Bereich; die Assets sind Wertpapiere, die Verwahrung erfolgt durch ein FINRA-Mitglied und die Abwicklung bleibt atomar – alles innerhalb des US-Rechtsrahmens. Compliance, KYC und Zugangskontrollen sind auf Plattformebene integriert.
Coinbase plus Centrifuge deckt die Public-Chain-Seite ab: Tokenisierte RWAs stehen für DeFi, Lending oder auf offenen Handelsplattformen zur Verfügung – mit Coinbase als Emittenten und Distributionspartner. Beide Strukturen treffen sich in der Mitte: Ein über Securitize emittierter Staatsanleihenfonds kann für DeFi-Zwecke in den Coinbase-Centrifuge-Wrapper überführt werden, ohne den regulatorischen Rahmen zu verlassen.
Das ist die On-Chain-Landkarte für institutionelle Investoren, die drei Jahre gefehlt hat. Asset-Emittenten (BlackRock, Apollo, Hamilton Lane), der regulierte Bereich (Securitize), die Public-Chain-Distribution (Coinbase-Centrifuge) und die DeFi-Kompatibilität bilden nun ein geschlossenes Ökosystem. Laut Berichten von The Block und News Bitcoin sind die Schritte kein Zufall – beide Seiten wurden innerhalb von 24 Stunden umgesetzt.
Für Anleger bedeutet das: RWA-Token mit direktem Bezug zur Tokenisierungsinfrastruktur könnten neu bewertet werden. Die Entwicklung ist keine Zukunftsthese mehr – die regulierte US-Kapitalmarktstruktur ist live. Wer an diesem Trend partizipieren möchte, findet im Bereich der Tokenisierung realer Vermögenswerte eine breite Auswahl.
Häufig gestellte Fragen
Was wurde Securitize am 4. Mai 2026 genehmigt?
FINRA hat Securitize Markets LLC die Rolle als Underwriter und Verkaufsgruppen-Teilnehmer für tokenisierte IPOs (Erst- und Folgeemissionen), die direkte Verwahrung tokenisierter Wertpapiere sowie die atomare Abwicklung im eigenen ATS genehmigt. Es ist der erste FINRA-registrierte Broker-Dealer mit Verwahrungs-Erlaubnis für tokenisierte Wertpapiere.
Warum ist atomare Abwicklung beim Broker-Dealer relevant?
Atomare Abwicklung eliminiert das klassische T+1-Risiko der Wertpapiermärkte: Ein Handel im Securitize ATS wird in Sekunden abgewickelt, Wertpapier und Geld bewegen sich in einer Transaktion. Damit reduziert sich das Abwicklungsrisiko und Kapital bleibt verfügbar.
Steckt Securitize hinter BlackRocks BUIDL-Fonds?
Ja, Securitize ist die Plattform und das Register für BlackRocks BUIDL-Fonds (ursprünglicher Link: https://phemex.com/academy/top-10-rwa-tokens-2026) mit rund 2,5 Mrd. USD, für Apollos Kreditprodukt und für Hamilton Lanes tokenisierte Exponierungen. Die aktuelle FINRA-Zulassung erweitert den regulatorischen Rahmen der größten tokenisierten Fonds-Pipeline in den USA.
Wie können Anleger direkt an Securitize partizipieren?
Securitize plant eine Börsennotierung durch Fusion mit Cantor Equity Partners II (Ticker: CEPT). Abschluss wird für das erste Halbjahr 2026 erwartet. CEPT ist derzeit das einzige börsennotierte Vehikel für die regulierte US-Tokenisierungsinfrastruktur.
Fazit
Der On-Chain-Kapitalmarkt in den USA hat jetzt einen voll regulierten Broker-Dealer: Securitize deckt alle Schritte von der Emission über Verwahrung und atomare Abwicklung bis zum Sekundärhandel ab. Damit werden die heute bereits größten tokenisierten Fonds (BlackRock, Apollo, Hamilton Lane) über eine vollständig einsatzfähige Infrastruktur abgewickelt. Die CEPT-SPAC-Notierung macht diese Struktur erstmals für den öffentlichen Aktienmarkt zugänglich.
Entscheidend wird das erste tokenisierte IPO sein, das vollständig auf der Securitize-Plattform als Primäremission umgesetzt wird. Das Coinbase-Centrifuge-Abkommen liefert die offene Blockchain-Infrastruktur für DeFi-Konnektivität – beides wurde in derselben Woche realisiert. Damit ist Tokenisierung kein Modell für 2027, sondern bereits 2026 Realität.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowerten ist mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets eigene Recherchen durch, bevor Sie Handelsentscheidungen treffen.






