Wichtige Erkenntnisse
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Blockchain-Governance bezieht sich auf die Regeln, Prozesse und Strukturen, die bestimmen, wie Entscheidungen innerhalb eines Blockchain-Netzwerks getroffen werden.
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Governance-Modelle können On-Chain – also automatisiert durch Code – oder Off-Chain – getrieben durch Community-Diskussionen und externe Entscheidungen – sein.
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Effektive Governance sorgt für Netzwerk-Updates, Streitbeilegung und langfristige Nachhaltigkeit ohne zentrale Kontrolle.
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Verschiedene Blockchains nutzen unterschiedliche Governance-Strukturen: Manche sind stärker dezentralisiert, andere verlassen sich auf Stiftungen oder Kernteams.
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Das Verständnis von Governance ist entscheidend für Nutzer, Entwickler und Investoren, die an dezentralen Ökosystemen teilnehmen.
Blockchain-Governance bezeichnet die Prozesse und Mechanismen, durch die Blockchain-Netzwerke und Krypto-Communities Entscheidungen über Protokolländerungen, Upgrades und die allgemeine Ausrichtung treffen. Einfach ausgedrückt: Blockchain-Governance ist wie die Regeln einer Blockchain festgelegt, angewendet und im Laufe der Zeit verändert werden. Mit dem Wachstum des Krypto-Ökosystems ist Governance zu einem zentralen Thema geworden – verschiedene Projekte experimentieren mit unterschiedlichen Modellen, um Dezentralisierung, Effizienz und Interessen der Stakeholder auszubalancieren. Dieser Artikel erklärt die Grundlagen der Blockchain-Governance, vergleicht On-Chain- und Off-Chain-Modelle, betrachtet DAO-Frameworks, hebt bemerkenswerte Beispiele wie Ethereum und Polkadot hervor und analysiert Trends in der dezentralen Governance bis 2025.
Was ist Blockchain-Governance?
Blockchain-Governance umfasst das Regelwerk und die Abstimmungsverfahren, die bestimmen, wie sich eine Blockchain weiterentwickelt. Dazu gehört, wer Änderungen vorschlagen kann (z. B. Software-Upgrades oder Parameteranpassungen), wie diese Vorschläge genehmigt werden und wie Konflikte oder Forks gelöst werden. Gute Governance sorgt dafür, dass sich eine Blockchain weiterentwickeln und verbessern kann, ohne dass eine zentrale Instanz benötigt wird, und erhält das Vertrauen einer verteilten Community aus Nutzern und Entwicklern.
In traditionellen Organisationen werden Entscheidungen von Führungskräften oder Vorständen getroffen. Blockchain-Netzwerke hingegen streben eine dezentrale Governance an – das heißt, Entscheidungen werden kollektiv von Stakeholdern (z. B. Coin-Inhabern, Node-Betreibern oder delegierten Vertretern) nach transparenten Regeln getroffen. Effektive Governance ist entscheidend, da sie die Sicherheit, Updates und die langfristige Überlebensfähigkeit eines Netzwerks beeinflusst. Eine schlecht gesteuerte Blockchain könnte stagnieren oder zerbrechen, während eine gut gesteuerte sich reibungslos weiterentwickeln kann, selbst wenn sich Technologie und Nutzerbedürfnisse verändern.
Wichtige Governance-Elemente sind:
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Entscheidungsprozess: Wie werden Vorschläge (für Upgrades, Parameteränderungen etc.) eingebracht und entschieden (z. B. durch Token-Holder-Abstimmung, Miner, Core Devs).
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Partizipation: Wer darf abstimmen oder Einfluss nehmen – zum Beispiel tokengewichtetes Voting (ein Coin, eine Stimme) oder andere Mechanismen.
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Transparenz: Governance-Regeln sind meist kodiert oder klar dokumentiert, sodass alle Teilnehmer wissen, wie Entscheidungen getroffen werden (ganz im Sinne des Open-Source- und Transparenz-Ethos der Blockchain).
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Änderbarkeit: Der Prozess, die Governance selbst zu ändern (Meta-Governance), wenn nötig – damit das System seine eigenen Regeln weiterentwickeln kann.
Im Laufe der Entwicklung von Blockchains haben sich zwei große Governance-Modelle herausgebildet: On-Chain-Governance und Off-Chain-Governance. Lasst uns beide Modelle und ihre Unterschiede erklären.
On-Chain vs. Off-Chain Governance im Krypto-Bereich
On-Chain-Governance verankert Entscheidungsregeln direkt im Blockchain-Code und ermöglicht es, Abstimmungen und deren Ergebnisse – wie Protokoll-Upgrades – automatisch über Smart Contracts umzusetzen. Das Voting erfolgt typischerweise mit Governance-Token oder der nativem Coin, wobei die Stimmenanzahl dem Anteil des Besitzers entspricht. Dieser Ansatz ist formalisiert und automatisiert.
On-Chain Governance Elemente (source)
Im Gegensatz dazu basiert Off-Chain-Governance auf informellen Prozessen außerhalb der Blockchain. Diskussionen und Abstimmungen finden in Foren und sozialen Medien statt, und Entscheidungen werden über Software-Releases umgesetzt statt automatisch. Dieser Ansatz schätzt den Community-Konsens, kann aber langsamer und konfliktreicher sein.
Bitcoin und Ethereum sind Beispiele für Off-Chain-Governance, indem sie Bitcoin Improvement Proposals (BIPs) und Ethereum Improvement Proposals (EIPs) außerhalb der Kette debattieren und Änderungen durch breiten Konsens übernehmen. Projekte wie Tezos und Polkadot stehen für On-Chain-Governance, bei der Token-Inhaber direkt über Vorschläge abstimmen. Tezos ermöglicht selbst-exekutierende Upgrades, während Polkadot ein adaptiveres Modell mit kontinuierlichen Referenden für inklusive Entscheidungsfindung bietet.
Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede:
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On-Chain-Governance: Formale Abstimmungen auf der Blockchain, Regeln per Code durchgesetzt. Vorteile: transparent, sofortige Umsetzung von Entscheidungen, klares tokengewichtetes Machtgefüge. Nachteile: kann große Token-Inhaber bevorzugen (Plutokratie-Risiko), Code kann nicht jede menschliche Nuance abbilden, potenzielle Governance-Angriffe bei großen Token-Beständen.
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Off-Chain-Governance: Menschlicher und sozialer Prozess außerhalb der Ledger, Umsetzung durch Client-Updates. Vorteile: Flexibilität, Raum für Diskussion/Iteration, Beiträge auch ohne Tokens möglich (teilweise meritokratisch). Nachteile: langsamer, weniger transparent (Entscheidungen im Hintergrund oder elitären Kreisen?), kann zu Community-Spaltung führen, wenn Konsens ausbleibt.
In der Praxis verbinden viele Blockchains beide Ansätze – selbst mit On-Chain-Abstimmungen gibt es oft vorher Off-Chain-Diskussionen und -Kampagnen. Und Off-Chain-Systeme ratifizieren Entscheidungen schließlich häufig durch eine On-Chain-Aktion (z. B. Hard Fork). Sehen wir uns einige reale Beispiele für beide Modelle an.
Beispiele für On-Chain-Governance-Modelle
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Tezos: Tezos setzt auf einen On-Chain-Abstimmungsprozess für Protokoll-Upgrades und ermöglicht es Stakeholdern, Änderungen vorzuschlagen und mit ihrem XTZ-Besitz abzustimmen. Dieses selbst-ändernde Design hilft, Hard Forks zu vermeiden, und Tezos hat erfolgreich mehrere Upgrades nahtlos umgesetzt.
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EOS: EOS wurde 2018 mit einer On-Chain-Governance, einer Verfassung und einem Abstimmungssystem mit 21 Blockproduzenten gestartet. Es gab jedoch Kritik wegen der Konzentration der Macht, da große Stakeholder wie Börsen überproportional viel Stimmrecht hatten.
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Polkadot: Polkadot verfügte zunächst über einen Rat und öffentliche Referenden und wechselte 2022 zu Gov2 (OpenGov), bei dem jeder Referenden starten kann. Das Modell fördert Dezentralisierung und ermöglicht parallele Vorschläge mit Schutzmechanismen entsprechend der Wichtigkeit. Bis 2025 gilt Polkadots Governance als fortschrittlich und communitygesteuert und adressiert zentrale Governance-Herausforderungen.
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DAOs auf Ethereum Layer 1: Viele Ethereum-Protokolle wie MakerDAO und Uniswap nutzen On-Chain-Governance über ihre DAO-Strukturen und erlauben Token-Inhabern Abstimmungen über Änderungen. Das stellt die Anwendungsebene der On-Chain-Governance dar, obwohl Ethereums Basislayer off-chain geregelt ist.
Beispiele für Off-Chain-Governance-Modelle
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Bitcoin: Bitcoins Governance ist informell und basiert auf Peer-Review und Community-Konsens ohne eine formale On-Chain-Abstimmung. Änderungen benötigen Zeit, sorgen aber für Stabilität.
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Ethereum: Auch die Ethereum-Governance läuft off-chain, mit dem Ethereum Improvement Proposal (EIP)-Prozess. Änderungen werden unter Entwicklern diskutiert und über Konsens statt formaler Abstimmung umgesetzt, was die Community-getriebene Entwicklung erhält.
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Weitere Beispiele: Viele Public Chains setzten historisch auf Off-Chain-Governance, wie Litecoin und Solana, meist gesteuert von Teams und Stiftungen. Das funktioniert in der Anfangsphase gut, kann aber bei Streitigkeiten problematisch werden.
Governance-Token und DAOs
Eine wesentliche Entwicklung in der Blockchain-Governance ist der Aufstieg von Governance-Token und DAOs (Decentralized Autonomous Organizations). Governance-Token, die ab etwa 2017 an Popularität gewannen und ihren Höhepunkt im DeFi-Sommer 2020 erreichten, verleihen Inhabern Stimmrechte in einem Protokoll und ermöglichen es ihnen, über Gebührenänderungen, neue Funktionen und Treasury-Zuweisungen mitzubestimmen. Beispielsweise erlaubt Uniswaps UNI-Token die Abstimmung über Gebührenstrukturen.
Die Abstimmung findet in der Regel On-Chain statt. Vorschläge werden diskutiert, dann stimmen die Token-Inhaber ab. Erreicht ein Vorschlag das Quorum und wird angenommen, setzt der Governance-Smart-Contract die Änderung um oder sie wird vom Kernteam implementiert.
DAOs sind blockchain-basierte Organisationen, die durch Smart Contracts gesteuert werden. Sie können Protokolle, Investments oder soziale Gruppen verwalten und ermöglichen dezentrale Entscheidungsfindung. Verschiedene Frameworks wie Aragon, DAOstack, Snapshot und Moloch ermöglichen den Aufbau von DAOs mit individuell anpassbaren Governance-Regeln. Bis 2025 haben sich DAO-Tools weiterentwickelt und bieten Funktionen wie quadratisches Voting und Stimmrechtsdelegation; gängige Praktiken sind die Delegation an aktive Vertreter und Multi-Signature-Räte für operative Entscheidungen.
Ethereum vs. Polkadot Governance – Ein Vergleich
Um den Unterschied zwischen Off-Chain- und On-Chain-Governance zu verdeutlichen, vergleichen wir Ethereum und Polkadot im Jahr 2025:
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Ethereum Governance: Hauptsächlich Off-Chain, getrieben von den Ethereum-Kernentwicklern und dem Ethereum Improvement Proposal-Prozess. Protokolländerungen beruhen auf sozialem Konsens unter Entwicklern und Stakeholdern, nicht auf direkter Abstimmung durch ETH-Inhaber. Große Upgrades wie der Merge 2022 und das 2024–2025 danksharding wurden nach umfangreichen Diskussionen beschlossen, Nutzer stimmten durch das Updaten ihrer Software zu. Dieser Ansatz vermeidet Kettensplits, kann aber bei komplexen Themen zu langsamer Konsensfindung führen.
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Polkadot Governance: Vollständig On-Chain und agil – jeder DOT-Inhaber kann jederzeit Referenden vorschlagen und mit seinen Token abstimmen. Diese Flexibilität ermöglicht schnellere Entscheidungen, und bis Ende 2025 wurden zahlreiche Vorschläge verabschiedet, von Runtime-Upgrades bis zur Projektfinanzierung. Polkadot fördert die Beteiligung durch Conviction Voting und Delegation und sorgt so für eine breitere Mitwirkung. Allerdings bleibt eine ausreichende Wahlbeteiligung eine Herausforderung.
Zusammengefasst: Ethereum steht für ein vorsichtiges, sozialgetriebenes Modell, während Polkadot On-Chain-Demokratie verkörpert und damit die jeweiligen Philosophien von Sicherheit und Dezentralisierung widerspiegelt.

Polkadot Governance (source)
Vor- und Nachteile der On-Chain-Governance
Beide Governance-Modelle haben im Krypto-Bereich entschiedene Befürworter. Hier eine Zusammenfassung der Hauptargumente:
On-Chain-Governance – Vorteile:
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Transparenz und Unveränderlichkeit: Alle Stimmen und Vorschläge sind öffentlich sichtbar. Es ist klar, was, wann und von wem (welche Adresse) entschieden wurde. Dieser offene Nachweis kann das Vertrauen in Entscheidungen stärken.
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Effizienz und Geschwindigkeit: Entscheidungen werden automatisch nach Abschluss der Abstimmung umgesetzt – es sind keine manuellen Updates nötig, wenn die Code-Änderung Teil des Vorschlags ist. Dies ermöglicht schnelle Iteration.
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Direkte Mitbestimmung der Stakeholder: Coin-Inhaber haben proportional zu ihrem Anteil direkten Einfluss. Das vermittelt ein Gefühl der Macht für Investoren/Nutzer, die die Zukunft des Projekts mitgestalten können. Es ist eine mechanistische Demokratie: Wer investiert (Tokens hält), hat eine Stimme.
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Vermeidung von Stillstand: Gut strukturierte On-Chain-Abstimmungen verhindern Blockaden – z. B. entscheidet eine (Super-)Mehrheit, statt endlose Debatten zu führen.
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Innovationen im Governance-Bereich: On-Chain-Systeme ermöglichen neue Governance-Ideen (z. B. quadratisches Voting, Conviction Voting, Voting-Markets) unkompliziert, da alles programmierbar ist.
On-Chain-Governance – Nachteile:
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Plutokratie-Risiko: Stimmrechte sind am Token-Besitz gekoppelt, sodass Wohlhabende oder frühe Wale unverhältnismäßigen Einfluss erhalten können. Das kann die Dezentralisierung untergraben, wenn wenige Entitäten viele Tokens halten. Beispiel: Börsen oder Fonds mit großem Token-Bestand könnten Abstimmungen zu ihren Gunsten beeinflussen.
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Wahlmüdigkeit und geringe Beteiligung: Viele Token-Inhaber beteiligen sich nicht, wodurch kleine aktive Gruppen die Ergebnisse bestimmen. Projekte begegnen dem mit Anreizen und Delegation, doch das Problem bleibt.
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Smart-Contract-Fehler oder Exploits: Wenn Governance-Prozesse kodiert sind, kann jeder Fehler verheerend sein. Es gab bereits Angriffe, bei denen Angreifer Tokens akkumulierten (oder per Flash Loans liehen), um bösartige Vorschläge durchzusetzen – z. B. 2022 bei einem DeFi-Projekt. Gute Designs (Zeitverzögerungen, Audits, Quoren) sind nötig.
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On-Chain-Konflikte: Häufiges Abstimmen kann zu Ermüdung oder Fraktionierung führen, Communities könnten sich in Abstimmungsblöcke teilen.
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Keine Garantie für qualitativ gute Entscheidungen: On-Chain-Entscheidungen sind nicht automatisch gut – Token-Inhaber sind nicht zwingend Experten; falsche oder manipulierte Abstimmungen können schaden. Bei Off-Chain-Governance haben Experten meist mehr Einfluss, was technisch komplexen Fragen zugutekommen kann.
Off-Chain-Governance – Vorteile:
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Flexibilität und Kontext: Menschen können Nuancen diskutieren, Kompromisse aushandeln und externe Faktoren berücksichtigen. Es gibt keinen starren Code, außergewöhnliche Situationen können flexibel gelöst werden (z. B. schnelle Reaktion auf Bugs wie beim DAO-Hack bei Ethereum).
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Beteiligung über Token-Halter hinaus: Off-Chain-Prozesse beziehen Entwickler, Nutzer ohne viele Tokens oder Forscher mit ein. Einfluss ergibt sich aus Reputation und Beitrag, nicht nur Anteil.
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Schutz vor übereilten Änderungen: Der langsamere, abwägende Ansatz schützt vor überhasteten Entscheidungen. Grundlegende Prinzipien (z. B. Bitcoins 21M Cap) sind fast unveränderlich ohne überwältigenden Konsens.
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Soziale Legitimität: Guter Off-Chain-Konsens bringt breite Unterstützung; bei einer Änderung ist die Community meist geschlossen dahinter.
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Schutz vor Token-Übernahme: Da letztlich Nutzer den Code ausführen müssen, kann ein Angreifer nicht allein mit Token-Besitz Änderungen erzwingen – der soziale Konsens verhindert Governance-Angriffe.
Off-Chain-Governance – Nachteile:
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Langsam oder kann stagnieren: Sozialer Konsens dauert oft lange. Wichtige Updates können Jahre brauchen oder feststecken (Beispiel: Bitcoin-Blockgrößen-Debatte mündete in die Abspaltung Bitcoin Cash).
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Intransparenz oder schwerer Zugang: Durchschnittsnutzer wissen oft nicht, wie sie sich beteiligen können. Viele Diskussionen laufen auf GitHub oder in Dev-Calls, was nicht jedem zugänglich ist. Einflussreiche Gruppen können hinter den Kulissen die Kontrolle gewinnen.
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Keine sofortige Durchsetzung: Auch nach Einigung muss man auf die Umsetzung durch Miner/Validatoren und Börsen warten – manche verzögern oder verweigern Updates.
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Stimmungsbild schwer messbar: Ohne On-Chain-Voting ist das Gesamtbild schwer einzuschätzen – Foren-Umfragen, Social Media oder Signalgebung sind ungenau und anfällig für Manipulation.
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Wenig Innovation bei Governance-Tools: Off-Chain-Governance kann neue Abstimmungsmodelle oder Automatisierung nur schwer einführen.
Viele Projekte gehen einen hybriden Weg: Off-Chain-Diskussionen für die Ideensammlung, On-Chain-Mechanismen für die formelle Entscheidung. DAOs sind ein Paradebeispiel: Erst wird diskutiert, dann On-Chain abgestimmt. Sogar Bitcoins Off-Chain-Modell wurde mit Mechanismen wie Miner-Signaling oder User-Activated Soft Forks ergänzt.

On-chain vs. Off-chain Governance (source)
Trends in der dezentralen Governance (2023–2025)
Stand Dezember 2025 ist Blockchain-Governance ein hochdynamisches Experimentierfeld. Hier einige Trends und Entwicklungen:
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DAO-Treasuries und Treasury-Governance: Viele Projekte haben große Treasuries für Community-Grants geschaffen, was neue Governance-Herausforderungen mit sich bringt. 2024–2025 sind Diskussionen über Treasury-Zuweisung alltäglich, DAOs wie Uniswap und Compound bilden Komitees als Governance-Upgrade, teils mit Anleihen aus der Unternehmenswelt, aber unter Tokenholder-Aufsicht.
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Delegation und bessere Beteiligung: Um geringe Wahlbeteiligung zu bekämpfen, förderten Projekte wie Optimism die Delegation, was die Teilnahme deutlich steigerte. Tools wie Tally und Boardroom erleichtern dies; 2025 gibt es Delegiertenprofile für informierte Stimmrechtsübertragung.
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Governance-Anreize: DAOs haben mit Anreizen für Abstimmungsbeteiligung experimentiert, z. B. durch Token-Belohnungen. Einmalige Belohnungen waren wenig wirksam; daher wurden langfristige Modelle wie Governance-Token-Staking getestet.
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Sicherheitsmaßnahmen: Um Governance-Angriffe zu verhindern, setzen Protokolle Circuit-Breaker und Zeitverzögerungen ein, Quoren und doppelte Voting-Schwellen, Whale-Caps und quadratisches Voting.
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Rechtliche Anerkennung von DAOs: 2025 erkennen mehr Rechtsräume DAOs als juristische Personen an; neue Fragen zur Haftung und zum Legalitäts-Check von Vorschlägen entstehen.
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Governance-Innovationen: 2025 helfen KI-Tools bei der Analyse, und Sortition (Zufallsräte) wird als Entscheidungshilfe getestet. Ziel: Skalierbare Governance für wachsende Communities.
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Inter-Protokoll-Governance: Da DeFi-Protokolle oft die Token anderer halten, entsteht Meta-Governance: Eine DAO stimmt mit ihren Token in einer anderen DAO ab – das fördert Kollaboration zwischen Projekten.
Fazit
Blockchain-Governance hat sich von „Rough Consensus and Running Code“ zu differenzierten Modellen entwickelt – von informeller Off-Chain-Governance (wie bei Bitcoin und Ethereum) bis formaler On-Chain-Governance (wie bei Tezos und Polkadot). Jedes Modell spiegelt eine eigene Philosophie zwischen Stabilität und Dezentralisierung wider – ein Allheilmittel gibt es nicht.
Bis 2025 geht der Trend zu dezentralerer und direkter Partizipation via On-Chain-Abstimmung und Community-DAOs. Viele Projekte starten zentral und dezentralisieren nach und nach ihre Governance. Hybride Modelle – Off-Chain-Diskussion, On-Chain-Voting und Plattformen wie Snapshot – gewinnen an Bedeutung.
Im Kern bedeutet Blockchain-Governance, dezentrale Communities ohne zentrale Autorität zu lenken. On-Chain-Governance steht für Transparenz und Automatisierung, Off-Chain-Governance für menschliche Flexibilität. Erfolgreiche Hybride wie Polkadots OpenGov und DAO-Experimente sind entscheidend.
Als Nutzer oder Investor ist es wichtig, die Governance im gewählten Blockchain- oder DeFi-Protokoll zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Blockchain-Governance bleibt ein laufendes Experiment kollektiver Koordination, das sich mit den Erfahrungen im Krypto-Bereich stetig weiterentwickelt.
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