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Wer ist Joseph Chalom? Warum ein Ex-BlackRock-Manager auf ETH statt BTC setzt

Schlüsselpunkte

Joseph Chalom, ehemaliger BlackRock-Manager, setzt mit SharpLink auf eine ETH-Treasury-Strategie. Er sieht Ethereum als das effektivere Reserve-Asset gegenüber Bitcoin.

Joseph Chalom verbrachte rund 20 Jahre bei BlackRock, dem weltweit größten Vermögensverwalter, und war maßgeblich an der Entwicklung jener Produkte beteiligt, die institutionelles Kapital in den Kryptomarkt brachten. Im Juli 2025 verließ er das Unternehmen, um als Co-CEO von SharpLink eine neue Strategie zu verfolgen. SharpLink ist ein Unternehmen mit einer Ethereum-basierten Treasury, das aktuell mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar in ETH hält und fast vollständig stakt. Chalom gilt somit als eine der maßgeblichen Stimmen, die argumentieren, dass Ethereum und nicht Bitcoin die überlegene Anlage auf Unternehmensbilanzen sei.

Diese Debatte ist spätestens in diesem Monat real geworden. Am 16. Juli 2026 sprach Chalom auf dem Injective Summit in Washington DC, zu einer Zeit, in der Großinvestoren verstärkt ETH akkumulieren und staken, und unternehmensbasierte Treasury-Nachfrage zu einem realen Faktor für beide Coins geworden ist. Wenn ausgerechnet einer derjenigen, die BlackRocks Krypto-Zugang mit aufgebaut haben, sich für ETH positioniert, lohnt es sich für Marktteilnehmer, beide Seiten der ETH-BTC-Debatte zu kennen.

Hier erfahren Sie, wer Joseph Chalom ist, wie seine Argumente für ETH über BTC aussehen – und welche Gegenargumente es gibt.

Wer ist Joseph Chalom und was hat er bei BlackRock aufgebaut?

Chalom ist kein typischer Krypto-Gründer, der im Bullenmarkt eingestiegen ist, sondern ein BlackRock-Veteran mit 20 Jahren Erfahrung, der zentral an der Digital-Asset-Strategie beteiligt war. Die von ihm mitentwickelten Produkte sind ein Grund, warum es heute überhaupt den Begriff "institutionelle Krypto" gibt.

Drei Produkte prägen seinen Werdegang: Er war maßgeblich an IBIT, dem Bitcoin Spot ETF von BlackRock mit über 87 Milliarden US-Dollar Volumen, beteiligt. Außerdem arbeitete er am ETHA, dem Ethereum Spot ETF von BlackRock, der mittlerweile die 10-Milliarden-Marke überschritten hat. Und er half, BUIDL zu realisieren, den ersten tokenisierten US-Treasury-Fonds auf Ethereum-Basis.

Gerade letzteres ist bedeutend: BUIDL brachte reale US-Staatsanleihen auf eine öffentliche Blockchain – und entschied sich für Ethereum. Der Mitentwickler dieses Fonds steht heute einem Unternehmen vor, das ETH als Reserve-Asset behandelt. Sein Lebenslauf ist bereits ein Teil des Arguments.

Von BlackRock zu einer 1,3-Milliarden-Dollar-Ethereum-Treasury

SharpLink ist ein börsennotiertes Unternehmen, das sich auf eine Ethereum-basierte Treasury-Strategie fokussiert. Die Bilanz spiegelt Chaloms These konkret wider: Über 1,3 Milliarden US-Dollar in ETH werden gehalten und fast komplett gestakt – die Reserve ist also aktiv und generiert einen nativen Ertrag.

Auch der Vorstand ist ein Signal: Joseph Lubin, Ethereum-Mitgründer und Consensys-Co-Founder, ist Board-Mitglied. Wenn einer der Architekten von Ethereum das Unternehmen mitlenkt, das ETH als Treasury-Asset nutzt, ist diese Strategie kein Werbeexperiment – sondern eine bewusste Entscheidung für ETH als produktives Unternehmensgeld.

Chalom nimmt bei seiner Argumentation keine Rücksicht auf ein gemischtes Publikum: Er argumentiert offen für ETH gegenüber BTC – ungewöhnlich, da viele institutionelle Stimmen absichern. Selbst aus dem Unternehmen kommend, das den größten Bitcoin ETF hält, favorisiert er Ethereum als Treasury-Asset – und diese Position verdient Beachtung.

Die Argumente für ETH als Treasury-Asset gegenüber BTC

Chaloms Argumentation basiert auf drei zentralen Thesen, die sich gegenseitig verstärken:

ETH ist ein produktives Asset, Bitcoin nicht. ETH kann gestakt werden und bietet so eine native Rendite von ca. 3 % p.a. Eine Treasury, die ihre ETH stakt, erzielt somit einen Ertrag, anstatt das Vermögen passiv zu halten. Bitcoin bietet keine entsprechende Funktion – es bleibt im Bestand und wartet auf Kursbewegungen. Für Unternehmen, die Erträge auf Reserven gewohnt sind, ist dieser Unterschied entscheidend.

ETH ist die Abwicklungsschicht der Tokenisierungswelle. Stablecoins, tokenisierte Staatsanleihen und die meisten DeFi-Anwendungen werden auf Ethereum abgewickelt. ETH zu halten bedeutet, an der Infrastruktur beteiligt zu sein, auf der institutionelle Tokenisierung aufbaut – genau diese Infrastruktur hat Chalom mit BUIDL für BlackRock erschlossen. Werden Stablecoins und Real-World-Assets weiterhin auf die Blockchain gebracht, steigt die Nachfrage nach dem Token, der das Netzwerk absichert.

Staking und Treasury reduzieren die verfügbare Umlaufmenge. Je mehr ETH durch Staking und Unternehmensreserven gebunden ist, desto geringer ist das frei handelbare Angebot. Dieser Angebotsmechanismus unterscheidet sich von Bitcoin, da die BTC-Knappheit ausschließlich durch das fixe Maximalangebot entsteht, nicht durch das aktive „Arbeitslosstellen“ von Coins. Eine schrumpfende Umlaufmenge bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage ist für Halter ein attraktives Setup.

Zusammengefasst: ETH generiert Ertrag, ist Kern der Tokenisierungsökonomie und das handelbare Angebot verknappt sich durch Staking.

Die Gegenargumente für Bitcoin als Treasury-Asset

Die Bitcoin-Treasury-Fraktion glaubt nicht, dass Chalom irrt; vielmehr sieht sie die Vorteile eines Reserve-Assets gerade in der Einfachheit von Bitcoin. Bitcoin bietet keine Rendite – aber auch keine Staking-, Slashing- oder Smart-Contract-Risiken. Die Geldpolitik ist fixiert und neutral – genau das wird von einer langfristigen Reserve erwartet. Das Modell, BTC als „pristine collateral“ zu nutzen, lebt von seiner Schlichtheit.

Produktivität hat zwei Seiten: Die ca. 3 % Staking-Rendite von ETH ist real, kommt aber mit technischer Komplexität, Validator-Betrieb und regulatorischen Fragen. Jeder Renditepunkt bedeutet zusätzliche Risiken, die bei einer einfachen Bitcoin-Reserve nicht bestehen. Zudem ist das ETH-Angebot nicht fix, was die Knappheitsstory im Vergleich zu Bitcoin relativiert.

Die Entscheidung ist also immer eine Abwägung: Unternehmen wägen Einfachheit und Glaubwürdigkeit bei Bitcoin gegen Produktivität und Ökosystem-Exposure bei Ethereum ab. Beide Varianten sind nachvollziehbar und keine ist eindeutig „die bessere“.

Warum diese Debatte für Trader jetzt relevant ist

Diese Diskussion ist längst nicht mehr rein akademisch. Die Nachfrage durch Unternehmens-Treasuries ist ein echter, wiederkehrender Faktor für BTC und ETH, und Kapitalflüsse auf beiden Seiten sind inzwischen beobachtbar.

Chalom ist aktuell die wohl prägnanteste Stimme für eine stärkere ETH-Allokation in den Treasury-Strukturen. Sollte sich seine Sicht durchsetzen, könnte mehr Unternehmenskapital in ETH rotieren, das gestakte Angebot weiter sinken und das Verhältnis beider Assets sich verschieben. Hält jedoch das Argument der Einfachheit, bleibt Bitcoin Standardreserve, während ETH als risikoreichere Alternative fungiert.

Wer beide Seiten kennt, kann das ETH-BTC-Verhältnis sachlicher einschätzen. Man muss Chalom nicht zustimmen – aber das Verständnis seiner Argumente hilft, Marktbewegungen besser einzuordnen.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Joseph Chalom?

Joseph Chalom ist Co-CEO von SharpLink, einem Ethereum-Treasury-Unternehmen. Zuvor war er rund 20 Jahre bei BlackRock und half bei der Entwicklung von IBIT, ETHA und BUIDL.

Warum bevorzugt Chalom ETH als Treasury-Asset?

Er argumentiert, ETH sei ein produktives Asset mit ca. 3 % Rendite durch Staking, bilde die Settlement-Schicht für Stablecoins und Tokenisierung, und dass Staking sowie Treasury-Nachfrage das verfügbare Angebot verringern. Bitcoin liege in seiner Sicht lediglich als passiver Posten auf der Bilanz.

Ist Ethereum tatsächlich das bessere Treasury-Asset?

Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. ETH bietet Rendite und Ökosystem-Exposure, bringt aber Staking- und Smart-Contract-Risiken mit sich. BTC glänzt durch Einfachheit und festes Angebot. Die Entscheidung hängt von der Risikobereitschaft und Strategie des jeweiligen Unternehmens ab.

Wie viel ETH hält SharpLink?

SharpLink hält über 1,3 Milliarden USD in ETH und stakt fast alles. Joseph Lubin, Ethereum-Mitgründer, sitzt im Vorstand und unterstreicht so die bewusste Treasury-Strategie.

Fazit

Chalom bringt viel institutionelle Erfahrung mit und argumentiert fundiert für ETH als Unternehmensgeld: Rendite, Settlement-Layer-Nutzen und ein sich verknappendes Angebot sprechen aus seiner Sicht dafür. Die Bitcoin-Seite hält dagegen, dass Einfachheit und festes Angebot für eine Reserve entscheidend seien.

Beobachten Sie, wie sich die Treasury-Ströme und die Staking-Anteile entwickeln – hier entscheidet sich, welche Strategie auf lange Sicht überwiegt. Wer beide Seiten kennt, kann Marktrotationen frühzeitiger erkennen und besser einschätzen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets eigene Recherchen durch, bevor Sie Handelsentscheidungen treffen.

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