In der Kryptowelt werden Liquidationsrisiken oft Faktoren wie Sicherheitenquoten und LTV-Schwellenwerten zugeschrieben. Allerdings wird das Timing von Liquidationen entscheidend von Orakeln beeinflusst, wie zum Beispiel Chainlink, die Preisfeeds basierend auf bestimmten Auslösern aktualisieren: eine Preisabweichung von 0,5 % oder ein Intervall von 20 Minuten, je nachdem, was zuerst eintritt. Dieser Mechanismus kann bei geringer Volatilität zu veralteten Preisen führen, während bei hoher Volatilität ein Puffer von 0,5 % vor den Aktualisierungen besteht. Diese Verzögerung schafft Chancen für MEV (Miner Extractable Value)-Bots. Wenn beispielsweise der Spotpreis an einer zentralisierten Börse schnell um 2 % fällt, aktualisiert das Orakel möglicherweise nicht sofort, was es MEV-Bots ermöglicht, die Preisdifferenz auszunutzen. Diese Bots können eine Orakel-Aktualisierung auslösen, die zu einem plötzlichen Bruch der Sicherheitenquoten führt und Liquidationen zu ungünstigen Preisen für Händler verursacht. Somit können Liquidationen nicht aufgrund von Überhebelung, sondern durch strategische Orakel-Aktualisierungen von MEV-Bots auftreten.