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Circle-Aktie fällt 20 %: Auswirkungen des Stablecoin-Yield-Verbots auf USDC

Schlüsselpunkte

CRCL fiel am 24. März um 20,1 %, nachdem der CLARITY-Entwurf passive Stablecoin-Renditen verbot. Das hat unmittelbare Folgen für USDC und den Markt.

Circle (CRCL) fiel am 24. März um 20,1 % auf 101,17 US-Dollar – der größte Tagesverlust seit dem Börsengang des Unternehmens. Auslöser war ein überarbeiteter Entwurf des CLARITY Act, der explizit passive Renditen auf Stablecoins verbietet. Das bedeutet: Emittenten wie Circle dürfen Inhabern von USDC nicht mehr automatisch Zinsen für das bloße Halten gewähren. Auch Coinbase (COIN), Circles wichtigster Distributionspartner für USDC, verlor im selben Handel 9,76 % auf 181,04 US-Dollar.

Die zeitliche Abfolge verstärkte den Effekt. Die CRCL-Aktie hatte seit Anfang Februar um 170 % zugelegt, weil der Markt von vorteilhaften Stablecoin-Regularien für Circles Geschäftsmodell ausging. Doch das neue Gesetz bedroht nun genau jenes Ertragsmodell, das für diese Kursphantasie verantwortlich war. Zusätzlich verkündete Tether am selben Tag die Zusammenarbeit mit Deloitte für eine vollständige Finanzprüfung – ein direkter Angriff auf Circles bislang wichtigsten Wettbewerbsvorteil.

Was ist am 24. März mit CRCL passiert?

Quelle: Yahoo Finance

Der Rückgang um 20,1 % bedeutete einen Verlust von etwa 2 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung – bei einem Handelsvolumen, das mehr als 4-mal über dem 20-Tages-Schnitt lag. Institutionelle Anleger positionierten sich eindeutig neu.

Die Aktie galt 2024 als einer der stärksten Werte im Krypto-Umfeld. Von Anfang Februar bis 21. März hatte CRCL um ca. 170 % zugelegt, da der Markt von einem positiven regulatorischen Umfeld für Stablecoins ausging. Der GENIUS Act hatte Emittenten einen klaren rechtlichen Rahmen und dem Sektor Legitimität verschafft. Als größter regulierter Stablecoin-Emittent mit Sitz in den USA galt Circle als Hauptprofiteur.

Mit dem CLARITY-Gesetzentwurf wurde jedoch klar, dass "vorteilhafte Regulierung" auch Einschränkungen bedeutet. Der entscheidende Punkt, der den Einbruch auslöste: Stablecoins dürfen keine passiven Renditen mehr gewähren. Diese Regel änderte die Markterwartung für CRCL schlagartig.

Was sagt der CLARITY-Entwurf konkret zum Thema Yield?

Im Entwurf wird zwischen passiven Erträgen und aktivitätsbasierten Belohnungen unterschieden – und diese Differenzierung ist entscheidend.

Passive Rendite ist verboten. Stablecoin-Emittenten dürfen keine Zinsen, Erträge oder sonstige Renditen allein für das Halten des Tokens zahlen. Das sogenannte "Parken" von USDC im Wallet und das Erhalten von Zinsen ist im aktuellen Entwurf nicht mehr möglich. Die Begründung: Wenn ein Stablecoin Zinsen wie ein Geldmarktfonds zahlt, sollte er auch so reguliert werden. Durch das Verbot bleibt der Stablecoin im Zahlungsbereich und wird nicht als Wertpapier betrachtet.

Aktivitätsbasierte Belohnungen bleiben erlaubt. Emittenten und Plattformen dürfen Anreize vergeben, die an bestimmte Aktionen geknüpft sind: Zahlungen, Überweisungen, Nutzung der Plattform, Treueprogramme und Werbeaktionen sind weiterhin zulässig. Entscheidend ist: Die Belohnung muss an eine Handlung, nicht an das Guthaben, geknüpft sein.

Für Circle heißt das: Das Unternehmen kann USDC-Inhabern keine 4-5 % Zinsen mehr zahlen, finanziert durch die Erträge aus den eigenen Reserven von über 30 Mrd. US-Dollar. Genau dieses Modell war jedoch in die Bewertung der Aktie eingeflossen. Circle erhält weiterhin Zinsen auf seine Reserven, kann diese aber nicht mehr als passiven Ertrag an die Nutzer weitergeben.

Der Bankenausschuss des Senats plant für April eine Markup-Session zum CLARITY Act. Die entsprechende Klausel könnte also noch geändert werden. Die Tatsache, dass sie überhaupt im Entwurf steht, führte aber dazu, dass der Markt die bis dato als vorteilhaft betrachtete Regulierung nun differenzierter sieht.

Warum ist auch Coinbase gefallen?

Coinbase fiel um 9,76 % auf 181,04 US-Dollar. Das liegt nicht nur an der allgemeinen Marktstimmung. Coinbase ist für die Verteilung von USDC der wichtigste Partner Circles. Die Unternehmen teilen sich Zinserträge aus USDC-Reserven, die auf der Plattform gehalten werden.

Wenn Circle keine passiven Renditen mehr bieten kann, dürfte das Wachstum der USDC-Umlaufmenge gebremst werden. Weniger USDC bedeutet weniger Reservenerträge und somit auch weniger Einnahmen für Coinbase. Der Markt reagierte entsprechend schnell.

Der Rückgang fiel geringer aus als bei Circle, da Coinbase auch andere Einnahmequellen wie Handelsgebühren, Staking und Verwahrung hat. Die USDC-Kooperation bleibt aber ein wichtiger Umsatzfaktor, dessen Perspektive nun angepasst werden muss.

Das Timing von Tether war kein Zufall

Am gleichen Tag, an dem CRCL einen Rekordverlust erlitt, gab Tether bekannt, Deloitte mit einer vollständigen Prüfung der Reserven beauftragt zu haben. Kreise stärkster Wettbewerbsvorteil bei institutionellen Kunden war bisher Transparenz: Circle veröffentlicht monatliche Prüfberichte von Grant Thornton und lässt sich seit dem Börsengang auditieren. Tether hatte bisher nur Attestierungen von BDO Italia, die als weniger ausreichend galten.

Ein Audit von Deloitte schließt diese Lücke. Bestätigt Deloitte die Reserven, fällt Circles größter Vorteil weg. USDT hält bereits rund 60 % Marktanteil, USDC etwa 25 %. Ohne Transparenzvorteil wird Circles Angebot für institutionelle Kunden weniger attraktiv. Das Timing zeigt: Tether nutzte die Unsicherheit durch den CLARITY-Entwurf, um den Druck auf Circle zu erhöhen.

Was bleibt beim Verbot von passiven Renditen?

Das Verbot betrifft nicht alle Ertragsmodelle rund um Stablecoins, sondern eine ganz bestimmte Ausprägung.

Plattformen wie Phemex Earn, die strukturierte Produkte, Kreditmärkte oder aktivitätsbasierte Programme anbieten, operieren anders als Emittenten, die für das reine Halten auszahlen. Die Erträge auf solchen Plattformen stammen aus Lending-Märkten, DeFi-Strategien oder spezifischen Programmen und nicht aus den Reserven des Emittenten.

Auch DeFi-Protokolle wie Aave, Compound oder MakerDAO, die Renditen durch echtes Verleihen und Leihen erzeugen, sind nicht betroffen.

In der Praxis verschiebt sich der Fokus von Renditen weg vom Emittenten hin zu Plattformen. Wenn Circle keine Zinsen mehr zahlen kann, werden Nutzer Plattformen suchen, die ihr USDC produktiv einsetzen. Davon profitieren Börsen und DeFi-Protokolle zulasten der Attraktivität von USDC als reiner „Zins-Stablecoin“.

Wie geht es für Circle und CRCL weiter?

Der nächste Meilenstein ist das Markup im Bankenausschuss im April. Bleibt das Verbot bestehen, muss das Circle-Geschäftsmodell künftig stärker auf Transaktionsgebühren, Partnerschaften und Infrastruktur setzen. Das ist ein tragfähiges, aber kleineres Geschäft als zuvor angenommen.

Sollte die Regel abgeschwächt oder gestrichen werden, ist mit einer deutlichen Erholungsrallye zu rechnen. In der letzten Rallye kletterte CRCL innerhalb weniger Wochen von 101 auf rund 127 US-Dollar. Ein Wegfall des Verbots könnte einen ähnlichen Impuls geben.

Charttechnisch ist der Bereich zwischen 95 und 100 US-Dollar entscheidend. Dort konsolidierte die Aktie im Februar vor dem steilen Anstieg. Hält diese Unterstützung, bewertet der Markt das Verbot mehr als Rückschlag denn als existenzielle Bedrohung. Ein Bruch nach unten signalisiert weiteres Abwärtspotenzial.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Circle-Aktie am 24. März um 20 % eingebrochen?

CRCL verlor 20,1 %, nachdem der CLARITY-Entwurf passive Renditen auf Stablecoins untersagte. Damit entfällt eine wichtige Ertragsquelle, die die Kursrallye getragen hatte.

Dürfen Stablecoin-Plattformen nach dem CLARITY Act weiterhin Renditen anbieten?

Das Verbot gilt nur für passive Erträge, die direkt vom Emittenten gezahlt werden. Plattformen, die Erträge durch Lending, DeFi-Strategien oder Aktivitäten generieren, sind davon nicht betroffen. Die Rendite verschiebt sich von Emittent zu Plattform.

Was ist der Unterschied zwischen passiver Rendite und aktivitätsbasierter Belohnung?

Passive Rendite bedeutet, allein fürs Halten eines Stablecoins Erträge zu erhalten. Für aktivitätsbasierte Belohnungen muss der Nutzer eine bestimmte Aktion ausführen (z. B. Zahlung, Überweisung, Teilnahme an Programmen). Der CLARITY-Entwurf verbietet ersteres und erlaubt letzteres.

Wann wird das Verbot abschließend beschlossen?

Das entscheidende Markup im Senat ist für April angesetzt. Die Klausel könnte noch angepasst oder gestrichen werden. Solange das Gesetz nicht verabschiedet ist, sind Änderungen möglich.

Fazit

Die 170-%-Rallye bei CRCL beruhte auf der Annahme, dass Regulierung ein reiner Vorteil für Circle sei. Der CLARITY-Entwurf zeigt: Regulierung hat auch Nebenwirkungen. Ein Verbot passiver Renditen zwingt Circle, stärker auf Infrastruktur und Transaktionsvolumen zu setzen – ein margenschwächeres Modell als bisher. Das Markup im April wird entscheidend sein. Bleibt das Verbot, muss sich CRCL auf andere Stärken besinnen. Wird es gestrichen, dürfte die Aktie rasch steigen. Gleichzeitig schließt Tether mit Deloitte den letzten Wettbewerbsnachteil zu Circle. Der Konkurrenzkampf am Stablecoin-Markt wird intensiver – vor allem für Circle.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit Risiken verbunden. Bitte führen Sie eigene Recherchen durch, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.

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