
Am 11. Juli 2026 hat die US-Regierung der Federal Reserve für vier Jahre – bis Ende 2030 – untersagt, eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) herauszugeben. Das Verbot wurde nicht mit einem eigenständigen Gesetz, sondern als Teil des 21st Century ROAD to Housing Act verabschiedet und trat ohne Unterschrift von Präsident Trump in Kraft. Der Gesetzestext des Verbots stammt maßgeblich von Senator Ted Cruz aus Texas und wurde bereits seit 2023 im Senat eingebracht.
Cruz ist republikanischer Senator und Sponsor des Anti-CBDC Surveillance State Act (S.1124), dem Senats-Pendant zum Gesetzesentwurf von Abgeordnetem Tom Emmer. Er zählt zu den wenigen Kongressmitgliedern, die persönlich Bitcoin halten. Nachfolgend erfahren Sie, wer Ted Cruz ist, warum er sich gegen CBDCs engagiert, was sein Gesetz vorsieht, wie das Verbot schließlich verabschiedet wurde und welche Themen er als nächstes vorantreiben könnte.
Wer ist Ted Cruz und wie kam er in den Senat?
Rafael Edward "Ted" Cruz wurde im Dezember 1970 in Calgary, Alberta, als Sohn einer amerikanischen Mutter und eines kubanischstämmigen Vaters geboren – ein Aspekt, der bei seiner Präsidentschaftskandidatur 2016 thematisiert wurde. Er studierte an der Princeton University, wo er sich als Debattierer profilierte, und absolvierte anschließend die Harvard Law School. Vor seiner politischen Karriere war er Berater im Bush-Wahlkampf 2000, arbeitete bei der Federal Trade Commission und im Justizministerium, bevor er fünf Jahre als Solicitor General von Texas tätig war und in dieser Funktion neun Fälle vor dem Supreme Court vertrat.
2012 gewann er seinen Senatssitz als Kandidat der Tea-Party-Bewegung gegen den Favoriten des Partei-Establishments, trat 2016 bei den republikanischen Vorwahlen zur US-Präsidentschaft an und wurde seitdem zweimal wiedergewählt. Ab 2026 ist er Vorsitzender des Senatsausschusses für Handel, Wissenschaft und Transport, der unter anderem für Technologie-, Telekommunikations- und Datenschutzpolitik zuständig ist.
Diese Ausschusszugehörigkeit spielt für die CBDC-Debatte eine entscheidende Rolle. Cruz ist nicht über die Bankenpolitik ins Thema digitale Währungen eingestiegen, sondern über das Grundsatzthema staatlicher Zugriff auf Bürgerdaten. Er betrachtete einen digitalen Dollar der Fed primär als Überwachungsthema – erst in zweiter Linie als geldpolitisches.
Ted Cruz’ Krypto-Engagement und eigene Bitcoin-Bestände
Cruz kaufte seine ersten Bitcoin Anfang 2021 und meldete diese Transaktion in den regelmäßigen Offenlegungen – damit war er einer der ersten amtierenden Senatoren, die Bitcoin im Finanzreport angaben. Inzwischen hat er diese Position weiter ausgebaut. Öffentliche Unterlagen weisen aktuell bis zu 250.000 US-Dollar an Bitcoin-Beständen aus (Senatsregeln verlangen nur Angaben in Wertspannen). Bei einem Bitcoin-Preis von aktuell rund 63.387 US-Dollar entspricht dies einem für Kongressverhältnisse nennenswerten, aber gemessen an Unternehmensbeständen (wie z.B. bei Michael Saylor) kleinen Volumen.
Kritiker bemängeln einen potenziellen Interessenkonflikt, wenn ein Gesetzgeber Krypto-Gesetze formuliert und gleichzeitig selbst investiert ist. Das Büro von Cruz betont, dass die Offenlegung öffentlich erfolge und die politischen Positionen schon vor dem Kauf bestanden hätten. Die Legislative ist somit nachvollziehbarer als das Portfolio.
| Datum | Aktion | Bedeutung |
|---|---|---|
| Februar 2021 | Erster gemeldeter Bitcoin-Kauf | Einer der ersten Senatoren, die BTC in der Offenlegung angaben |
| 2021 | Änderung zur Zulassung von Krypto-Zahlungen bei Kapitol-Anbietern | Symbolischer Schritt: erstmals Krypto-Zahlungen in einem Bundesgebäude |
| März 2023 | Einbringung des ersten Anti-CBDC Surveillance State Act (S.887) | Vorlage für S.1124 und damit Grundtext für das endgültige Verbot |
| März 2025 | Einbringung des FLARE Act | Steuerliche Behandlung von abgefackeltem Erdgas – Vorteil für Bitcoin-Miner in Texas |
| 25. März 2025 | Einbringung von S.1124 mit Budd, Cramer und Tillis | Senats-Pendant zu Emmers H.R.1919 |
| 11. Juli 2026 | Vierjähriges CBDC-Verbot tritt in Kraft | Verbot wurde im Rahmen eines Wohnungsbaugesetzes verabschiedet, nicht direkt über Cruz’ Gesetz |
Texas spielt im Hintergrund eine wichtige Rolle: Nach dem China-Verbot 2021 siedelten sich viele große Bitcoin-Miner im US-Bundesstaat an, auch weil das Abfackeln von Gas in der Permian Basin günstige Energie für das Mining bietet. Für einen texanischen Senator ist der Einsatz für den Mining-Sektor daher nachvollziehbar und offen kommuniziert.
Was besagt der Anti-CBDC Surveillance State Act konkret?
Das Gesetz ist kurz und fokussiert. Laut der S.1124-Seite auf Congress.gov untersagt es der Federal Reserve, Produkte oder Dienstleistungen direkt an Einzelpersonen anzubieten, individuelle Konten zu führen oder eine digitale Zentralbankwährung herauszugeben. Ebenfalls verboten ist die indirekte CBDC-Ausgabe über Banken oder andere Vermittler sowie der Einsatz einer CBDC als geldpolitisches Instrument. Eine künftige Einführung einer CBDC bedarf eines expliziten Gesetzesbeschlusses des Kongresses.
Cruz begründet dies – wie in seiner Pressemitteilung zum Gesetzesentwurf erläutert –, dass ein digitaler Dollar dem Staat vollen Zugriff auf sämtliche Transaktionen der Bürger verschaffen und potenziell zur Einschränkung von Zahlungen genutzt werden könnte. Befürworter einer CBDC verweisen auf die Möglichkeit, durch Design Entscheidungen wie Privatsphäre und Intermediärsmodelle Bedenken auszuräumen. Die CBDC-Infoseite der Federal Reserve stellt das Projekt als explorativ, nicht als beschlossen dar und betont, dass keine CBDC ohne explizite Zustimmung des Kongresses eingeführt wird.
Das Verbot verhindert also weniger eine unmittelbar bevorstehende digitale Zentralbankwährung, sondern schließt die Option vorerst aus. Für den Kryptosektor ist das insbesondere für den Bereich der Stablecoins relevant.
Wie das Verbot zum Gesetz wurde, ohne dass Cruz’ Gesetzentwurf verabschiedet wurde
Der eigenständige Gesetzesentwurf scheiterte wie viele Vorlagen im Senat. Emmers Pendant H.R.1919 auf Congress.gov passierte zwar das Repräsentantenhaus (Juli 2025), aber S.1124 erreichte nie die 60 Stimmen im Senat und blieb im Bankenausschuss liegen.
Deshalb wurde der Kerntatbestand – das Verbot der CBDC-Herausgabe – in das 21st Century ROAD to Housing Act, ein überparteiliches Wohnraumgesetz, integriert. CoinDesk berichtete über die Senatsabstimmung am 22. Juni, die das vierjährige Verbot enthielt; tags darauf folgte das Repräsentantenhaus. Das Gesetz erreichte Ende Juni das Büro des Präsidenten, der es zwar nicht unterschrieb, aber auch nicht vetierte – somit wurde es nach Ablauf der verfassungsmäßigen Zehn-Tage-Frist am 11. Juli 2026 rechtskräftig.
Das Ergebnis: Ein Verbot mit Ablaufdatum statt einer dauerhaften Regelung. Die Fed darf bis Ende 2030 keine CBDC ausgeben. Ein künftiger Kongress kann das Verbot verlängern, ersetzen oder auslaufen lassen. Dies ist der Unterschied zwischen Cruz’ ursprünglichem Ziel und der nun realisierten Lösung – ein wichtiger, oft übersehener Aspekt.
Wie Ted Cruz nun weiter vorgehen könnte
Der nächste logische Schritt wäre, das Verbot dauerhaft zu machen, denn das aktuelle Vier-Jahres-Fenster verschiebt die Debatte auf 2030 – mit dann vielleicht neuer Kongressmehrheit und Fed-Führung. Es ist zu erwarten, dass der Anti-CBDC Surveillance State Act erneut eingebracht wird – mit dem Argument, das Land habe das Verbot bereits akzeptiert und müsse nur noch das Ablaufdatum streichen.
Zweitens rückt die Marktstruktur in den Fokus: Ohne digitale Fed-Währung steht die Frage im Raum, wer den Spot-Kryptohandel reguliert, wie Token klassifiziert werden und wie Stablecoin-Emittenten beaufsichtigt werden. Cruz ist als Vorsitzender des Handelsausschusses eher für Daten- und Technologiepolitik zuständig – weniger für Wertpapierrecht –, sein Name hat aber bei Themen wie Datenschutz und DeFi-Selbstverwahrung Gewicht.
Drittens bleibt das Thema Energie zentral: Der FLARE Act ist weiterhin relevant, und die Mining-Industrie in Texas bleibt ein wichtiges Anliegen. Es ist wahrscheinlich, dass das Thema – ähnlich wie das CBDC-Verbot – mit einem größeren Energiepaket verknüpft wird.
Häufig gestellte Fragen
Besitzt Ted Cruz Bitcoin?
Ja. Seit 2021 meldet Cruz Bitcoin-Käufe in den Offenlegungen für den Senat. Seine Bestände liegen laut Unterlagen bei bis zu 250.000 US-Dollar, wobei genaue Beträge nicht veröffentlicht werden.
Was ist der Anti-CBDC Surveillance State Act?
Dabei handelt es sich um einen Gesetzentwurf (S.1124 im Senat, H.R.1919 im Repräsentantenhaus), der die Federal Reserve dauerhaft daran hindern würde, eine CBDC direkt oder über Intermediäre herauszugeben. Für jede künftige CBDC wäre ein explizites Gesetz erforderlich. Der eigenständige Gesetzentwurf ist bisher nicht verabschiedet, aber das Kernverbot gilt für vier Jahre seit dem 11. Juli 2026.
Ist der digitale Dollar in den USA jetzt dauerhaft verboten?
Nein, das Verbot gilt vorerst nur bis Ende 2030. Danach kann der Kongress es verlängern, ändern oder auslaufen lassen.
Was bedeutet das CBDC-Verbot für Krypto-Trader?
Direkt ändert sich für den Handel wenig, da die Fed keine CBDC in Planung oder Produktion hatte. Indirekt profitieren private Stablecoins, da der digitale Zahlungsverkehr für vier Jahre auf diesen Bereich konzentriert bleibt – insbesondere regulierte Stablecoin-Emittenten und Börsen, die mit ihnen zusammenarbeiten, gehören zu den Hauptnutznießern.
Fazit
Cruz hat sein Ziel nicht exakt wie geplant erreicht: Sein Gesetzentwurf liegt weiterhin im Ausschuss, und das Verbot wurde als Vier-Jahres-Regel in ein Wohnbaugesetz integriert, nicht als dauerhaftes Gesetz verabschiedet. Er hat jedoch den grundlegenden Rahmen gesetzt: Für einen digitalen US-Dollar der Fed ist künftig eine ausdrückliche Zustimmung des Kongresses nötig – eine Hürde, die nicht so einfach wieder abgeschafft werden kann.
Wichtig ist der Stichtag Ende 2030: Dann läuft das Verbot aus, sofern der Kongress nicht erneut aktiv wird. Für Trader ist bis dahin weniger die nicht existierende CBDC relevant als vielmehr die Frage, welche privaten Dollar-Zahlungswege die Nachfrage aufnehmen und wie diese künftig beaufsichtigt werden. Diese Debatte beginnt im Bankenausschuss des Senats – und Cruz wird dabei eine laute Stimme sein.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets eigene Recherchen durch, bevor Sie Handelsentscheidungen treffen.
