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MultiversX (EGLD) Guide: Alles zur Kryptowährung erklärt

Wichtigste Erkenntnisse

  • MultiversX ist eine leistungsstarke Layer-1-Blockchain mit Proof-of-Stake, die für Zahlungen, dezentrale Anwendungen, digitale Assets und großskalige Verbraucherplattformen konzipiert wurde.
  • Die charakteristische Technologie des Netzwerks ist Adaptive State Sharding. Sie unterteilt Transaktionen, Netzwerkaktivitäten und den Blockchain-State auf mehrere Shards, um parallele Verarbeitung zu ermöglichen.
  • MultiversX verwendet Secure Proof of Stake (SPoS) mit Tausenden von Validator-Nodes, die über die Transaktionsshards und die Metachain verteilt sind.
  • EGLD ist die native Kryptowährung des Netzwerks. Sie wird für Transaktionsgebühren, Staking, Validator-Belohnungen, Governance, Smart-Contract-Ausführung und als DeFi-Kollateral verwendet.
  • Das Ökosystem umfasst Produkte wie xPortal, xExchange, native ESDT-Token, Entwickler-Tools sowie das entstehende Sovereign-Chains-Framework.
  • MultiversX war früher als Elrond bekannt, bevor der Name 2022 im Zuge einer erweiterten Vision für digitale Finanz- und Metaverse-Infrastrukturen geändert wurde.
  • Ein durch die Governance genehmigtes ökonomisches Upgrade, das im Dezember 2025 aktiviert wurde, ersetzte die ursprüngliche Genesis-basierte Ausgabeplanung durch ein auslaufendes Tail-Inflation-Modell zur nachhaltigen Sicherung der Netzwerk-Sicherheit und Entwicklung.

MultiversX ist eine Layer-1-Blockchain, die sich einem einfachen, aber anspruchsvollen Ziel verschrieben hat: dezentrale Netzwerke schnell und kostengünstig genug zu machen, um Anwendungen für Millionen von Nutzern zu unterstützen. Traditionell stehen Blockchain-Netzwerke vor dem Dilemma zwischen Skalierbarkeit, Sicherheit und Dezentralisierung. Die Steigerung der Transaktionskapazität kann stärkere Validatoren oder eine kleinere Betreibergruppe erfordern, während eine breite Dezentralisierung das Netzwerk langsamer und kostspieliger machen kann. MultiversX adressiert dieses Problem durch eine Kombination aus Adaptive State Sharding und Secure Proof of Stake.

Anstatt jeden Validator alle Transaktionen verarbeiten zu lassen, teilt MultiversX das Netzwerk in Shards, die Aktivitäten parallel abwickeln. Bei steigender Nachfrage ist die Architektur so ausgelegt, dass sie horizontal skaliert werden kann, statt stetig leistungsfähigere Nodes zu erfordern. Das Netzwerk beinhaltet zudem ein breites Produkt-Ökosystem, das Wallets, Payments, dezentrale Exchanges, Token-Emission, Staking und individuelle Blockchains abdeckt. Der native Token EGLD steht im Zentrum dieses Konstrukts und dient als Währung für Gebühren, Sicherheit, Governance und ökonomische Koordination.

Was ist MultiversX genau?

MultiversX ist eine öffentliche Smart-Contract-Blockchain, auf der Entwickler dezentrale Anwendungen, Token, Finanzprodukte, Spiele, Identitätssysteme und andere blockchain-basierte Services erschaffen können. Ähnlich wie Ethereum bietet MultiversX eine programmierbare Ausführungsumgebung, anstatt sich auf einfache Coin-Transfers zu beschränken. Entwickler können Smart Contracts deployen, Assets emittieren und Anwendungen erschaffen, deren Zustand und Transaktionen vom Netzwerk aufgezeichnet werden.

Der entscheidende Unterschied liegt im Ansatz zur Skalierbarkeit. In einer klassischen Blockchain müssen alle Validatoren denselben Transaktionsstrom verarbeiten oder verifizieren – dies wird mit zunehmender Nutzung zum Flaschenhals. MultiversX teilt die Arbeitslast auf verschiedene Shards, sodass unterschiedliche Validator-Gruppen verschiedene Netzwerkbereiche zeitgleich abwickeln. Das aktuelle Mainnet besteht aus drei Transaktionsshards und einer koordinierenden Metachain. Theoretisch kann das Netzwerk mit steigender Nachfrage weitere Shards hinzufügen und erreicht so horizontale Skalierbarkeit.

Die offizielle Dokumentation gibt aktuell folgende Werte an:

  • ca. 30.000 Transaktionen pro Sekunde über die existierenden Transaktionsshards;

  • sechs Sekunden Blockzeit;

  • durchschnittliche Transaktionskosten von etwa $0,002;

  • und mehr als 3.200 Validator-Nodes.

Diese Zahlen repräsentieren die Soll- und Ist-Kapazitäten des Netzwerks, sind jedoch keine Garantie dafür, dass jede Anwendung unter allen Bedingungen identische Performance erfährt. Dennoch verdeutlichen sie die leistungsorientierte Architektur des Projekts.

Von Elrond zu MultiversX

Das Netzwerk war ursprünglich als Elrond bekannt. Elrond sorgte mit einer Sharding-basierten Layer-1-Blockchain für Aufsehen, deren Mainnet 2020 startete. Der ursprüngliche Token ERD wurde im Zuge des Wechsels auf das neue ökonomische Modell und die Mainnet-Umgebung durch EGLD ersetzt.

Auf der xDay-Konferenz 2022 verkündete Elrond die Umbenennung zu MultiversX. Dies spiegelte eine Ausweitung der Projektausrichtung wider: Der Fokus lag nun nicht mehr überwiegend auf Leistung, sondern auf der Bereitstellung einer Infrastruktur für digitale Finanzen, Online-Identität, Verbraucher-Anwendungen und miteinander verbundene digitale Welten.

Mit der Umbenennung wurde die „x“-Produktfamilie eingeführt bzw. erweitert, unter anderem um xPortal und xExchange. Obwohl der Metaverse-Fokus der Transformation für große Aufmerksamkeit sorgte, ist MultiversX nach wie vor eine High-Performance-Smart-Contract-Blockchain. Die aktuelle Ausrichtung legt verstärkt Wert auf praktische Infrastruktur, anwendungs-souveräne Chains, Verbraucherfinanzen und KI-gestützte Entwicklung.

Was ist Adaptive State Sharding?

Adaptive State Sharding ist die Schlüsseltechnologie, mit der MultiversX am häufigsten assoziiert wird.

Sharding teilt eine Blockchain in kleinere Sektionen, die parallel arbeiten können. Nicht jeder Validator muss die gesamte Netzwerk-State halten und verarbeiten; stattdessen werden sie auf Shards zugewiesen, die jeweils nur ihren Anteil übernehmen.

MultiversX setzt auf eine Kombination aus drei Sharding-Arten:

Network Sharding

Network Sharding unterteilt Validator-Nodes in separate Gruppen. Jede Gruppe kommuniziert hauptsächlich innerhalb des eigenen Shards, was den Kommunikationsaufwand reduziert, der bei einer vollständigen Vernetzung aller Nodes entstünde.

Transaction Sharding

Transaction Sharding legt fest, welcher Shard eine Transaktion bearbeitet. Dafür werden Accounts und Transaktionen anhand deterministischer Regeln zugewiesen, sodass das Netzwerk effizient die richtige Destination identifizieren kann.

State Sharding

State Sharding verteilt den gespeicherten Blockchain-State auf die einzelnen Shards. Jeder Shard hält nur die Accounts und Applications, für die er verantwortlich ist, statt eine vollständige Kopie allein zu verwalten.

State Sharding gilt als technisch anspruchsvollste Variante, da Transaktionen Accounts oder Smart Contracts über Shard-Grenzen hinweg betreffen können. Das Netzwerk muss diese Cross-Shard-Operationen koordinieren und dabei Konsistenz und Sicherheit garantieren.

Der Ansatz von MultiversX gilt als adaptiv, weil das System die Validator-Zuweisung und die Shard-Kapazität flexibel an aktuelle Netzwerkbedingungen anpasst. Validatoren werden regelmäßig zwischen den Shards durchmischt, um koordinierte Angriffe zu erschweren.

Was ist die Metachain?

Die Metachain ist ein spezieller koordinierender Shard innerhalb der MultiversX-Architektur. Im Gegensatz zu normalen Transaktionsshards verarbeitet sie keine regulären Zahlungs- oder Anwendungsaktivitäten. Sie koordiniert stattdessen das Gesamt-Netzwerk, indem sie etwa:

  • Shard-Block-Header notariell beglaubigt und finalisiert;

  • Validator-Zuweisungen koordiniert;

  • Validator- und Staking-Operationen verarbeitet;

  • Shard-übergreifende Informationen verwaltet;

  • und zentrale Protokollfunktionen übernimmt.

Man kann sich die Struktur wie folgt vorstellen: Transaktionsshards bearbeiten die Anwendungsaktivität, während die Metachain das Gesamtsystem koordiniert und absichert. Das ermöglicht parallele Verarbeitung, ohne dass das Netzwerk zu einer Ansammlung komplett isolierter Blockchains wird.

MultiversX Infrastruktur (Quelle)

Secure Proof of Stake

MultiversX verwendet ein eigenes Konsensmodell namens Secure Proof of Stake (SPoS). Wie bei anderen Proof-of-Stake-Netzwerken beteiligen sich Validatoren am Konsens, indem sie EGLD einsetzen. Sie schlagen Blöcke vor, bestätigen diese, verarbeiten Transaktionen und pflegen die Blockchain-Historie. SPoS kombiniert eine stake-gewichtete Auswahl der Validatoren mit zufälliger Ausschussbildung und BLS-Multisignaturen. Kleine Validator-Gruppen werden pro Block zur Konsensfindung ausgewählt, was eine schnelle Blockfinalisierung ermöglicht, ohne dass jeder Validator bei jedem Konsensdurchgang kommunizieren muss.

Die zufällige Auswahl und regelmäßige Rotation der Nodes erschwert es böswilligen Akteuren, die Validator-Gruppen für einen bestimmten Shard vorherzusagen oder zu kontrollieren. Validatoren müssen eine entsprechende Infrastruktur betreiben und beträchtliches EGLD als Kollateral hinterlegen. Nutzer, die keinen eigenen Validator betreiben möchten, können EGLD an Staking-Provider delegieren und erhalten im Gegenzug Netzwerk-Belohnungen. So übernimmt EGLD eine zentrale Sicherheitsfunktion und ist nicht nur Zahlungsmittel, sondern ökonomisches Kollateral für das Netzwerk.

Was ist EGLD?

EGLD, ursprünglich für „eGold“, ist die native Kryptowährung von MultiversX. Sie erfüllt mehrere zentrale Aufgaben:
  • Bezahlen von NetzwerkgebührenNutzer zahlen Transaktions- und Smart-Contract-Gebühren in EGLD. Dazu gehören Asset-Transfers, Interaktionen mit DApps, Token-Emission und das Deployen von Contracts.

  • NetzwerksicherheitValidatoren staken EGLD für die Konsensbeteiligung. Delegierende können EGLD an Staking-Provider weitergeben und erhalten so einen Anteil an den Netzwerk-Belohnungen.

  • GovernanceGestaktes EGLD kann für die Teilnahme an der MultiversX-Governance verwendet werden. Tokenholder stimmen zum Beispiel über Protokoll-Upgrades oder wirtschaftliche Änderungen ab.

  • DeFi und KollateralEGLD wird im DeFi-Ökosystem von MultiversX für Liquidität, Lending, Kollateral und Trading verwendet. Wrapped oder liquide EGLD-Varianten ermöglichen den Einsatz in noch mehr Anwendungen.

  • Ökonomische KoordinationEGLD belohnt Validatoren, Delegierende, Builder und andere Ökosystemakteure. Die Tokenomics knüpfen Netzwerkaktivität an Sicherheit und langfristige Entwicklung.

EGLD staken

Nutzer können EGLD entweder zu einem eigenen Validator staken oder als Delegation an einen bestehenden Staking-Provider übergeben. Validator zu betreiben, erfordert technisches Know-how, Infrastruktur und eine erhebliche Menge EGLD als Kollateral.

Das Delegieren ist der zugänglichere Weg. Bei MultiversX ist das Staking ab bereits 1 EGLD bei unterstützten Providern möglich. Die Rewards variieren je nach Netzwerkökonomie, Provider-Gebühr, Gesamtstake und Leistung des Validators. Das Netzwerk verwendet zudem eine Unstaking-Periode: Wer das Delegieren beendet, muss etwa zehn Tage warten, bevor die EGLD wieder transferiert werden können.

Staking birgt Risiken – der Marktpreis von EGLD kann während des Stake-Zeitraums fallen, Rewards sind nicht garantiert, Provider-Gebühren können unterschiedlich sein und die Gelder sind im Unstaking-Zeitraum nicht nutzbar. Nutzer sollten daher zwischen mehr EGLD verdienen und einer positiven Fiat-Return unterscheiden.

Smart Contracts und Entwickler-Infrastruktur

MultiversX unterstützt Smart Contracts über eine WebAssembly-basierte VM, heute meist als SpaceVM bezeichnet. WebAssembly erlaubt es Entwicklern, leistungsstarke Apps in Sprachen wie Rust zu schreiben, die nach WASM kompiliert werden. Es gibt umfangreiche SDKs, Test- und Debugging-Frameworks, APIs, Wallet-Integrationen, Token-Tools und liebevolle Unterstützung für cross-shard-Apps.

Zudem erhalten Smart-Contract-Entwickler einen Teil der Gasgebühren ihrer Verträge – eine Protokoll-Einnahmequelle für erfolgreiche Apps. Das Sharding bringt allerdings auch zusätzliche Komplexität: Entwickler müssen asynchrone Cross-Shard-Kommunikation berücksichtigen, die sich von den meisten Ethereum-Execution-Patterns unterscheidet.

xPortal

xPortal ist das zentrale Verbraucher-Wallet und Finanz-App im MultiversX-Ökosystem. Als nicht-verwahrendes Wallet können Nutzer damit:

  • digitale Assets verwahren und transferieren;

  • unterstützte Kryptowährungen kaufen oder verkaufen;

  • EGLD staken;

  • Zugang zu DApps bekommen;

  • Assets tauschen (swappen);

  • und, wo verfügbar, Zahlungs- oder Kartenservices nutzen.

xPortal ist strategisch entscheidend, da selbst technisch fortgeschrittene Blockchains eine benutzerfreundliche Oberfläche benötigen. Die Anwendung soll viele der für Endnutzer undurchsichtigen Prozesse wie Wallet-Adressen, DeFi oder Transaktionsabwicklung vereinfachen.

MultiversX hat zudem ein onchain „Guardian“-Sicherheitssystem entwickelt, das Accounts um eine zusätzliche Autorisierungsschicht ergänzt – ohne die Verwahrung zu zentralisieren.

xExchange

xExchange ist eine dezentrale Börse innerhalb von MultiversX. Nutzer können Ecosystem-Assets swappen, Liquidität bereitstellen, an Farms teilnehmen, Token staken und neue Projekte entdecken – alles ohne zentrale Verwahrung. xExchange ist eine entscheidende Liquiditätsdrehscheibe für EGLD und ESDT-Token.

Der Erfolg von xExchange hängt stark vom gesamten Ökosystem ab: Auch eine technisch fortschrittliche DEX benötigt Nutzer, attraktive Token und tiefe Liquidität, um gegenüber großen Multichain-Börsen konkurrenzfähig zu sein.

Sovereign Chains

Einer der wichtigsten neuen Ansätze von MultiversX sind Sovereign Chains – individuell anpassbare Blockchains, die auf MultiversX-Technologie basieren. Sie erlauben Projekten den Start spezialisierter Chains mit konfigurierbarer Ausführung, Ökonomie, Governance, Privatsphäre und Validierung.

Je nach Setup kann eine Sovereign Chain MultiversX für gemeinsame Sicherheit, Settlement oder Interoperabilität nutzen, bleibt aber eigenständig in der Steuerung ihrer spezifischen Umgebung. Das Framework richtet sich an Gaming-Projekte, Unternehmens-Blockchains, spezialisierte DeFi-Systeme, hochskalierbare Verbraucher-Apps sowie Chains mit individuellen VMs oder Gas-Modellen.

MultiversX versteht Sovereign Chains als Gegengift zur Ecosystem-Fragmentierung. Entwickler können so individuelle Chains mit nahtloser Anbindung an das MultiversX-Ökosystem launchen – keine isolierten Netzwerke mit riskanten Bridges oder abweichender User Experience. Damit hebt sich MultiversX deutlich von der reinen Layer-1-Skalierung zur Infrastruktur für viele spezialisierte Chains ab.

MultiversX und KI-Agenten

MultiversX beginnt auch, seine Entwicklerinfrastruktur für KI-Agenten zu optimieren. Die aktuelle Doku enthält maschinenlesbare Dokumente und spezialisierte Agentenfähigkeiten, um KI-Systeme beim Entwickeln, Testen und Optimieren von MultiversX-Anwendungen zu unterstützen.

Dabei handelt es sich nicht um eine „AI-Blockchain“ im Sinne von dezentralem Modell-Training oder Compute-Netzwerken. Vielmehr bringt MultiversX einen allgemeinen Trend voran: Blockchain-Systeme für autonome Coding-Agents und Software verständlicher zu machen.

Langfristig könnten KI-Agenten MultiversX-Infrastruktur nutzen, um Wallets zu erstellen oder zu verwalten, Contracts zu deployen, mit DApps zu interagieren, Zahlungen auszulösen oder Onchain-Workflows zu koordinieren. Die Grundlage ist gelegt, und agentenfreundliche Dokus und Tools könnten die Entwicklung in einer KI-getriebenen Zukunft beschleunigen.

Die Bull-Case-Argumente für MultiversX

Die stärksten bullischen Argumente für MultiversX sind die technische Architektur und Innovation.

Adaptive State Sharding bringt eine glaubwürdige Lösung für horizontale Skalierung, während Tausende Validatoren ein robustes Proof-of-Stake-Sicherheitsmodell stellen.

Zweitens ist die Produktlandschaft integriert. MultiversX bietet mehr als nur eine Basischain: Wallet, DEX, nativer Token-Standard, Staking-Infrastruktur, Entwickler-Tools sowie das Sovereign-Chain-Framework.

Drittens punktet das Netzwerk mit langer Betriebshistorie: MultiversX läuft seit Jahren, überstand mehrere Marktzyklen und besitzt somit weit mehr technische Reife als viele neue Layer-1-Projekte.

Viertens: Die Bewertung. Nach dem Absturz vom Allzeithoch verfügt EGLD über eine deutlich geringere Marktkapitalisierung als viele Konkurrenzplattformen. Schon moderate Nutzer- und Anwendungszuwächse könnten sich daher überproportional auf die Marktstimmung auswirken.

Risiken und Schwächen

Das größte Risiko liegt in der Ecosystem-Adoption.

Eine starke Blockchain-Performance bringt wenig, wenn nicht genügend Entwickler und Nutzer das Netzwerk wählen. Gegenüber den größten Smart-Contract-Plattformen fällt die Zahl von Anwendungen, Blockchain-Liquidität und Entwicklern aktuell kleiner aus.

Zweitens: Der Wettbewerb. Das Layer-1-Segment ist hochkompetitiv. Hinzu kommt das Ethereum-Layer-2-Ökosystem als kostengünstige Alternative ohne Wechsel zu anderen nativen Assets.

Drittens: Die Komplexität. Das Sharding verbessert zwar die Skalierung, bringt aber asynchrone Cross-Shard-Programmierung, die Entwickler zunächst lernen müssen.

Viertens: Tokeninflation. Das aktuelle ökonomische Modell kann Validatoren und Entwicklung zwar fördern, aber neue Emissionen können Holder verwässern, sofern die Netzwerknachfrage stagniert.

Fünftens: Die historische Positionierung. Die Entwicklung von Elrond zu MultiversX und der starke Metaverse-Fokus sorgten bisweilen für ein unscharfes Projektprofil. Die jüngere Ausrichtung als Infrastruktur ist praktikabler, dennoch braucht MultiversX ein klares Wertversprechen für Entwickler.

Was ist MultiversX in einem Satz?

MultiversX ist eine sharding-basierte Proof-of-Stake Layer-1-Blockchain für skalierbare digitale Finanz- und DeFi-Anwendungen, bei der EGLD als Gas-, Staking-, Governance- und Koordinations-Asset dient.

Fazit

MultiversX zählt zu den technisch besonders eigenständigen Smart-Contract-Plattformen im Krypto-Sektor. Adaptive State Sharding teilt die Netzwerkaktivität auf parallele Shards auf, während Secure Proof of Stake Tausende Validatoren koordiniert. EGLD steht als Treiber für Gebühren, Staking, Governance und Anwendungsaktivität im Mittelpunkt.

Das Ecosystem reicht weit über die Basischain hinaus: xPortal, xExchange, ESDT-Assets, Entwickler-Tools und Sovereign Chains spiegeln den Anspruch wider, sowohl Endkunden-Applikationen als auch flexible Infrastrukturen für Entwickler und Unternehmen zu bieten. Herausforderungen bleiben Adoption, Wettbewerb und Tokenökonomie. Technik allein macht noch keine Marktführerschaft – MultiversX muss Leistung in nachhaltige Anwendung, Liquidität und Nachfrage nach EGLD umwandeln.

Dennoch bleibt MultiversX ein relevantes Projekt: Es ist einer der klarsten Versuche, Skalierbarkeit auf Protokollebene mit vollständigem State Sharding zu lösen – und verlässt sich nicht allein auf externe Layer-2-Lösungen.

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