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NEAR vs. Akash 2026: Vergleich dezentraler KI-Computing-Ansätze

Schlüsselpunkte

NEAR stieg nach Einführung seines AI Agent Market am 9. Mai um 12,66 %, AKT legte YTD um 72 % zu. Der Artikel vergleicht beide dezentralen KI-Ansätze sachlich und beleuchtet deren Unterschiede.

Das NEAR-Protokoll verzeichnete am 9. Mai 2026 einen Anstieg um 12,66 %, nachdem die Foundation ihren AI Agent Market, den IronClaw-Assistenten und einen vertraulichen GPU-Marktplatz auf Basis von Trusted Execution Environments eingeführt hatte. Das Akash Network liegt seit Jahresbeginn rund 72 % im Plus, wobei der AKT-Token bei etwa 0,78 US-Dollar und einer Marktkapitalisierung von 181 Millionen US-Dollar gehandelt wird. Das Wachstum beruht auf der Einführung von Project Twilight und der bevorstehenden Integration von NVIDIAs Blackwell B200 und B300 GPUs. Beide Token notieren etwa 85 % unter ihrem Allzeithoch und positionieren sich als führende Onchain-Plattformen für das milliardenschwere Thema der dezentralen KI.

Tatsächlich konkurrieren NEAR und Akash nicht um dieselben Nutzergruppen. NEAR ist ein KI-nativer Layer-1, der darauf setzt, dass Onchain-KI zu agentenbasierter Abwicklung und Commerce führt. Akash hingegen ist ein Peer-to-Peer-Cloud-Marktplatz, der günstige GPU-Ressourcen im Vergleich zu zentralisierten Anbietern wie AWS bietet. Beide Ansätze sprechen unterschiedliche Zielgruppen an und haben verschiedene Anwendungsfälle für ihre Token.

Zwei Ansätze für dezentrale KI

Der dezentrale KI-Sektor hat sich in den letzten 18 Monaten in etwa vier konkurrierende Richtungen aufgespalten. Bittensor fokussiert sich auf incentiviertes Modelltraining, während Internet Computer die Onchain-Ausführung von Anwendungen vorantreibt. NEAR und Akash repräsentieren die zwei klarsten Modelle für die restlichen Schichten des Stacks – weshalb sie häufig verglichen werden.

NEAR-Mitgründer Illia Polosukhin ist einer der acht Autoren des berühmten Google-Papiers „Attention Is All You Need“ (2017), das die Transformer-Architektur und damit die Grundlage für moderne Sprachmodelle geschaffen hat. Diese Expertise hebt NEAR von vielen KI-Projekten im Kryptobereich ab. Die Vision: Kryptowährungen könnten zur Abwicklungsebene für autonome KI-Agenten werden, wobei NEAR als Abrechungs-Token dient, wenn Maschinen untereinander für Dienstleistungen bezahlen.

Akash-Gründer Greg Osuri kommt von Overclock Labs und brachte Akash im September 2020 als Mainnet auf Basis des Cosmos SDK an den Start. Akash setzt auf einen Peer-to-Peer-Marktplatz für GPU-Ressourcen – ein Markt, der bereits heute von AWS, Google Cloud und CoreWeave mit Milliardenumsätzen bedient wird. Wenn Akash Arbeitslasten günstiger abwickeln kann, profitiert der AKT-Token direkt von realer Nachfrage. Erik Voorhees beispielsweise betreibt Venice, ein KI-Produkt, auf Akash-Infrastruktur und demonstriert damit einen produktiven Anwendungsfall außerhalb des klassischen Kryptobereichs.

Beide Projekte haben Partnerschaften mit NVIDIA, unterscheiden sich aber in deren Ausgestaltung. NEAR AI ist seit Januar 2026 Mitglied von NVIDIAs Inception-Programm und erhält bevorzugten Zugang zu GPUs und Entwicklerressourcen. Akash integriert die Blackwell B200 und B300 GPUs von NVIDIA direkt in seine Supercloud-Infrastruktur und unterstützt bereits Modelle wie H100, A100 und RTX 4090. NEAR positioniert sich im Entwickler-Ökosystem von NVIDIA, während Akash tatsächlich NVIDIA-Hardware über die eigene Anbieterplattform betreibt.

Vergleich auf einen Blick

Dimension NEAR Akash
Architektur Sharded PoS L1 (Nightshade) Cosmos SDK-Chain plus Compute-Marktplatz
Gründer Illia Polosukhin (ehem. Google AI) Greg Osuri (ehem. Overclock Labs)
KI-Kernanwendung Agent Market & Confidential Intents GPU-Ressourcen-Marktplatz
NVIDIA-Partnerschaft Inception-Programm-Mitglied Blackwell B200/B300-Hardwareintegration
Token-Modell NEAR, inflationär mit Teilverbrennung AKT, Burn-Mint Equilibrium
Marktkapitalisierung Top-30 Asset, mittlerer Milliardenbereich 181 Mio. US-Dollar
Abstand Allzeithoch ca. 85 % darunter ca. 85 % darunter
Kursentwicklung 2026 Zuletzt +12,66 % bei neuen Produkten +72 % seit Jahresbeginn
Katalysator Agent Market Launch Project Twilight & Blackwell-Integration

Die Tabelle verdeutlicht Gemeinsamkeiten und Unterschiede. NEAR bietet einen integrierten Stack für Unternehmen, die eine Komplettlösung für Settlement, Agentenkoordination und vertrauliche Berechnungen wünschen. Akash hingegen verkauft GPU-Kapazitäten flexibel an Nutzer mit spezifischem Bedarf. Während NEAR auf große, seltener abgeschlossene Unternehmensverträge setzt, lebt Akash von vielen kleineren Einzeltransaktionen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Dynamiken für die jeweilige Token-Nachfrage.

NEARs technischer Ansatz

Das Produktpaket von NEAR vom 9. Mai hat das Netzwerk neu positioniert. Der NEAR AI Agent Market dient als dezentrale Infrastruktur, auf der KI-Agenten mit voller wirtschaftlicher Autonomie Transaktionen abwickeln – direkt in NEAR. Das System ist kompatibel mit gängigen Frameworks wie Claude, Codex und OpenClaw. Ein Agent kann andere Agenten für Teilaufgaben beauftragen, bezahlen und Workflows lückenlos auf der Blockchain dokumentieren. Klassische Zahlungsnetzwerke sind nicht für maschinelle Mikropayments konzipiert – NEAR positioniert sich als Krypto-Abwicklungsebene dafür.

Zusätzlich wurde IronClaw als KI-Assistent für Endnutzer gelauncht und mit NEAR AI Cloud ein vertraulicher GPU-Marktplatz eröffnet, der auf Trusted Execution Environments basiert. Diese TEEs ermöglichen es, Daten zu verarbeiten, ohne dass der Betreiber Einsicht in die Daten selbst erhält – eine Lösung für regulierte Sektoren wie Gesundheit, Recht oder Finanzen, die bislang meist keine dezentralen Infrastrukturen nutzen konnten. NEAR richtet sich damit gezielt an Unternehmenskunden.

Die neuen Lösungen bauen auf früheren NEAR-Innovationen auf. NEARs Confidential Intents führte bereits private Cross-Chain-DeFi-Transaktionen auf TEE-Basis ein. Chain Signatures ermöglichen es, mit einem NEAR-Account Vermögenswerte auf Bitcoin, Ethereum, Solana und weiteren Chains zu verwalten. Ein Agent kann so BTC, ETH und USDC bewegen und Transaktionen innerhalb eines vertraulichen Rahmens abwickeln – eine klar andere Produktkategorie als ein herkömmlicher Layer-1 mit KI-Komponente.

Der Ansatz von Akash

Akash betreibt einen Reverse-Auction-Marktplatz, auf dem Compute-Kunden Jobs einstellen und Anbieter darauf bieten. Der Preis ergibt sich durch das günstigste akzeptierte Angebot; daher liegen die Kosten bei Akash oft 60–85 % unter dem Niveau von AWS. AkashML, die Inferenzschicht, unterstützt One-Click-Bereitstellung für Modelle wie Llama, Mistral oder DeepSeek.

Project Twilight ist der Haupttreiber für das diesjährige AKT-Wachstum. Die Tokenomics wurden auf das Burn-Mint-Equilibrium-Modell umgestellt: Jede Rechenmietung verbrennt AKT, während Staking-Belohnungen neue Token erzeugen. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, wird AKT deflationär. Die Integration der Blackwell-GPUs ermöglicht es, hochmoderne Trainings- und Inferenzjobs auszuführen, die bisher nur auf zentralisierten Plattformen wie AWS liefen. Kombiniert mit privaten Lease-to-Lease-Netzwerken, die ab 30. Mai live gehen, entwickelt sich Akash zu einer Alternative für produktive KI-Arbeitslasten.

Gründerprofil und Historie

Polosukhins Beitrag zum Transformer-Paper ist ein zentrales Alleinstellungsmerkmal für NEAR. Das Netzwerk hat produktive PoS-Sharding-Technologie und ist kompatibel mit Ethereum-Tools über Aurora. Die professionelle Reputation sorgt dafür, dass institutionelle Investoren das KI-Konzept ernst nehmen.

Osuri verfolgt einen pragmatischeren Ansatz. Akash ist seit 2020 als Mainnet live und bietet bereits messbare Nutzung durch reale Kunden. Die Tokenomics verknüpfen den Wert direkt mit der Netzwerkaktivität – eine transparente und nachvollziehbare Struktur.

Für Anleger ergibt dies unterschiedliche Risikoprofile: NEARs Risiko liegt in der Marktdurchdringung bei Großkunden, Akashs Risiko in der Konkurrenz durch zentrale Anbieter. Entschieden wird, ob Unternehmen Krypto in ihre KI-Stacks integrieren und ob Akash den Preisvorteil gegen Giganten wie AWS durchhalten kann.

Marktreaktion

Der Kursanstieg von NEAR um 12,66 % am 9. Mai ist für ein Top-30-Asset bemerkenswert, da er auf Produkt- statt Makronachrichten zurückgeht. Die Marktreaktion bewertet NEAR vom "allgemeinen Layer-1 mit KI-Element" zum führenden KI-nativen Layer-1 hoch. Ob das Rating Bestand hat, zeigen die folgenden Tage nach der Ankündigung.

AKT hat mit +72 % YTD einen beachtlichen Anstieg erzielt, der jedoch auf mehreren Entwicklungen – insbesondere Project Twilight und Blackwell-Integration – basiert. Aufgrund des im Vergleich zu NEAR kleineren Marktwerts führen ähnliche Kapitalbewegungen zu höheren prozentualen Schwankungen.

Beide Token notieren weiterhin rund 85 % unter ihren Allzeithochs von Ende 2021. Das weitere Potenzial hängt von der tatsächlichen Skalierung dezentraler KI-Nachfrage bis 2026/27 ab. Bleibt dezentrale KI nur ein kleiner Teil des Marktes, dürften beide Token lediglich als Beimischung in Portfolios relevant bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Ist NEAR oder Akash die bessere dezentrale KI-Option für 2026?

Beide Projekte verfolgen unterschiedliche Strategien; eine Portfolio-Diversifikation ist möglich. NEAR bietet eine stärker visionsgetriebene, unternehmensnahe Plattform, während Akash als Infrastrukturprojekt mit messbarem Nutzungsmodell gilt.

Steht NEAR in direkter Konkurrenz zu Akash bei GPU-Mietangeboten?

Teilweise. NEAR AI Cloud richtet sich mit TEE-basierter vertraulicher Rechenleistung an regulierte Unternehmen, während Akash auf Entwickler und unabhängige Nutzer zielt, die möglichst kostengünstige GPU-Stunden benötigen. Es gibt Überschneidungen, aber die Zielgruppen sind unterschiedlich.

Was bedeutet Burn-Mint Equilibrium für AKT-Inhaber?

Jede Compute-Miete verbrennt AKT, Staking-Belohnungen erzeugen neue Token. Übersteigt die Nachfrage die Emission, wird AKT deflationär. Das Tokenmodell ist damit direkt an die Nutzung gebunden und bietet eine transparente Wertentwicklung.

Welche Rolle spielt Erik Voorhees in diesem Vergleich?

Voorhees betreibt mit Venice ein KI-Produkt auf Akash-Infrastruktur und liefert damit einen realen Anwendungsfall außerhalb des klassischen Kryptobereichs. NEAR zielt zwar auf viele kleinere Agenten ab, verfügt aber aktuell nicht über einen vergleichbar prominenten Einzelkunden.

Fazit

NEAR und Akash gehören aktuell zu den klarsten dezentralen KI-Projekten, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Ausrichtung. NEAR setzt auf agentenbasierten Handel, Unternehmensabwicklung und vertrauliche Berechnungen als integrierten Stack. Akash fokussiert sich auf günstige GPU-Leistungen und den direkten Wettbewerb mit zentralisierten Cloud-Anbietern. Die Marktdynamik und die Katalysatoren sind jeweils unterschiedlich.

In den kommenden 90 Tagen sind folgende Kennzahlen besonders zu beobachten: Bei NEAR sind Registrierungen und Transaktionsvolumen auf dem Agent Market entscheidend. Bei Akash ist die Lease-Volumen-Entwicklung nach Blackwell-Integration und dem Start des privaten Netzwerkings wichtig. Für beide gilt: Halten dezentrale KI-Projekte ihr Momentum auch nach geldpolitisch relevanten Ereignissen, könnten sie ins dritte Quartal mit Rückenwind starten. Wird das operative Potenzial nicht erfüllt, droht eine Rückkehr zu Durchschnittswerten.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Handel mit Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets eigene Recherchen durch, bevor Sie Handelsentscheidungen treffen.

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